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Montag, 28.08.2017 | 18:43 Uhr
Andriy Yarmolenko wechselt zu Borussia Dortmund
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Borussia Dortmund ist bei der Suche nach einem Nachfolger für Ousmane Dembele in der Ukraine fündig geworden: Andriy Yarmolenko wechselt von Dynamo Kiew zum BVB. Der Transfer des Offensivspielers bedeutet eine Abkehr von der jüngsten Kaderplanungs-Strategie. Yarmolenko könnte sofort helfen - doch ein paar Fragezeichen bleiben.

"Das Karussell wird sich immer weiterdrehen." Sachlich, realistisch und auffällig emotionslos kommentierte Nuri Sahin den Abgang seines Teamkollegen Ousmane Dembele am Wochenende nach dem Sieg gegen Hertha BSC: "Aber Borussia Dortmund wird es immer geben."

Keine waghalsige Prognose. Wenngleich der BVB das große Talent und die Qualitäten Dembeles gerne auch weiterhin im Kader gehabt hätte, ist das Wohl und Wehe des Vereins nicht vom Verbleib des 20-Jährigen abhängig.

Auf jenes "Karussell" - das hatte sich im Laufe des Wochenendes nach der Bestätigung über eine Einigung mit dem FC Barcelona im Dembele-Poker angedeutet - würde sich noch in dieser Transferphase ein neuer Offensivspieler setzen.

BVB verkündet Yarmolenko-Transfer

Am Montagnachmittag um 14.24 Uhr stieg weißer Rauch auf. Der BVB bestätigte die bereits am Abend zuvor durchgesickerte Verpflichtung von Andriy Yarmolenko. Beinahe zeitgleich mit der Dembele-Vorstellung in Barcelona.

Der Ukrainer kommt für eine kolportierte Ablösesumme von rund 25 Millionen Euro von Dynamo Kiew. In Zeiten des europäischen Transfer-Wahnsinns wirkt die Ablöse beinahe wie Peanuts.

Die Summe ist eine Resultat daraus, dass die Verpflichtung nicht der Schnellschuss ist, den die Chronologie der jüngsten Ereignisse vermuten lassen könnte: "Andriy ist ein Spieler, den wir schon seit langer Zeit verfolgen", bestätigte Michael Zorc.

Der BVB hatte sich bereits im Sommer 2015 und im Frühjahr 2016 mit dem Angreifer beschäftigt und angeblich in fortgeschrittenen Gesprächen befunden. Im dritten Anlauf gelang es den Schwarz-Gelben, den Deal einzutüten.

"Dembele-Ersatz" beschreibt Yarmolenko unzureichend

Nicht nur das bereits seit Jahren vorhandene Interesse der Schwarz-Gelben an Yarmolenko spricht dagegen, diesen stumpf als "Dembele-Ersatz" zu titulieren. Mit dem ersten Ukrainer in der Klubgeschichte entscheidet sich der BVB vielmehr gleich in mehrerlei Hinsicht dagegen, den jungen Franzosen Eins zu Eins zu ersetzen.

Einerseits holt sich Dortmund mit Yarmolenko kein weiteres entwicklungsfähiges Talent ins Haus, sondern einen gestandenen, 27 Jahre alten Profi, der laut Zorc "sowohl auf Vereinsebene als auch in Diensten der ukrainischen Nationalmannschaft für Fußball auf Topniveau steht".

Der Ukrainer ist abgeklärter als der zeitweise noch wild und in manchen Phasen fehleranfällige Dembele. Die Erfahrung hebt ihn von vielen der BVB-Einkäufe aus den vergangenen Jahren ab.

Leistungsträger bei Dynamo Kiew und der Ukraine

Yarmolenko kommt eben nicht als Rohdiamant, sondern mit der Empfehlung von 339 Pflichtspielen für Dynamo Kiew, in denen er starke 137 Tore erzielte.

Beim erfolgreichsten ukrainischen Klub hatte er nach ersten Gehversuchen im Profibereich im Jahr 2008 in der Saison 2009/2010 an der Seite seines Namensvetters, der ukrainischen Legende Andriy Shevchenko, den Durchbruch geschafft. Acht Jahre später verlässt Yarmolenko die heimische Liga als Aushängeschild, dreimaliger ukrainischer Fußballer des Jahres (2013, 2014, 2015), langjähriger Leistungsträger und Kapitän.

Auch in der Nationalmannschaft, für die er bereits im September 2009 debütierte, ist Yarmolenko eine feste Stütze. In der laufenden WM-Qualifikation ist er einer von vier Spielern, die über die vollen 540 Minuten auf dem Platz standen, und mit drei Toren und drei Assists der effizienteste Offensivspieler. Im Sommer 2016 stellte er die deutsche Abwehr bei der EM in Frankreich vor große Probleme. Insgesamt erzielte er in 70 Länderspielen 29 Tore und ist damit Zweiter in der ewigen Rekordtorjägerliste - hinter seinem einstigen Mentor Shevchenko.

Dass der 27-Jährige eines Tages den Schritt in eine der europäischen Topligen machen will, hatte er immer wieder betont. Am liebsten in die Premier League oder die Bundesliga.

Yarmolenko profitiert vom Transfer-Wahnsinn

Diesen "Traum" erfüllte ihm nun der BVB. Für Yarmolenko persönlich sind die Dominosteine in diesem Sommer günstig gefallen. Ohne Transfer-Wahnsinn kein Neymar. Ohne Neymar kein Dembele. Und ohne den Dembele-Abgang kein Yarmolenko im BVB-Dress.

Doch nicht nur wegen der Erfahrung, auch aufgrund der Spielweise ist der Ukrainer kein direkter Ersatz für jenen Dembele. Zwar bringt er ein ähnliches Stärken-Portfolio mit, ist offensiv flexibel einsetzbar (analog zu Dembele auf Rechtsaußen am stärksten), schnell und in hohem Tempo technisch stark.

Allerdings ist er mit seinen 1,89 Metern weniger wendig. Im Gegensatz zum eher körperlosen Spiel Dembeles kommt der robuste Ukrainer über Einstellung und die Aggressivität. 57 Gelbe Karten, zwei Gelb-Rote und zwei Rote Karten im Trikot für Dynamo sind als Angreifer bemerkenswerte Zahlen.

Eine weitere Stärke hat Yarmolenko im Distanzschuss, was einen ehemaligen Nationalmannschafts-Kollegen zu einem großen Vergleich verleitet: "Er erinnert mich ein wenig an Robben", analysierte Andriy Voronin gegenüber der Bild. Tatsächlich erinnern viele seiner Abschlüsse an den Parade-Trick des Bayern-Stars. Er "spielt auch auf dem rechten Flügel und zieht nach innen, um mit links abzuschließen. Sein linker Fuß ist eine Waffe."

Voronin lobt seinen Landsmann in höchsten Tönen: "In der Offensive bringt er alles mit, was einen richtig guten Spieler ausmacht. Er ist stark im Abschluss, schlägt gute Flanken."

Voronin: Yarmolenko muss dazulernen

Allerdings sieht der einstige Bundesliga-Stürmer beim 27-Jährigen auch Steigerungspotential: "In Kiew hat er alle Freiheiten gehabt. Deshalb muss er defensiv zu arbeiten noch lernen." Die Defizite im Rückwärtsgang waren in der vergangenen Saison ein wiederkehrender Kritikpunkt an Dembeles Leistungen. Yarmolenko hat dort, seiner aggressiveren Spielweise zum Trotz, ebenfalls Luft nach oben.

Sowieso ist das sofortige Einschlagen des Neuzugangs alles andere als sicher. Das größte Problem, so Voronin, "ist die Sprache. Wenn er es schaffen will, muss er Deutsch lernen." Dembele hatte den Vorteil, sich bei seiner Eingliederung an mehrere französischsprachige Spieler heften zu können, Yarmolenko hat diesen nicht.

Darüber hinaus steht der Beweis, dass der Rechtsaußen auf höchstem europäischem Klubniveau konstant abliefern kann, noch aus. Seine Karrierewerte sind beachtlich, keine Frage, müssen allerdings im Kontext der mittelklassigen ukrainischen Liga (Neunter in der UEFA-Fünfjahreswertung) betrachtet werden.

Schwieriger Einstieg für Mkhitaryan und Konoplyanka

Dass die Assimilation der besten Spieler aus der Ukraine nicht von heute auf morgen vonstattengehen muss, erlebte der BVB bei Henrikh Mkhitaryan, der erst nach beträchtlicher Anlaufzeit einschlug, selbst.

Auch Yarmolenkas Nationalmannschaftskollege Evgen Konoplyanka tat sich bei Dortmunds Erzrivalen Schalke in seiner Debütsaison schwer. Douglas Costa schlug beim FC Bayern München zwar zunächst ein, hatte jedoch Probleme, sich langfristig zu behaupten.

Beispiele, die freilich nicht generalisiert werden dürfen, jedoch vor einer übertriebenen Erwartungshaltung warnen sollten.

Sportlich haben die Dortmunder bei Yarmolenko keinen heftigen Zeitdruck, zu gut performten die Youngsters Christian Pulisic und Maximilian Philipp an den ersten beiden Spieltagen. In Abwesenheit der verletzten Marco Reus und Andre Schürrle war es dennoch sinnvoll, noch Qualität nachzulegen, wenngleich der Ukrainer diese aus genannten Gründen womöglich erst im Laufe der Saison wird abrufen können.

Wirtschaftlich hält sich das Risiko für den BVB ohnehin in Grenzen, der gerade einmal ein knappes Viertel der fixen Dembele-Millionen reinvestierte.

Also ein Win-Win-Win-Deal für alle Beteiligten? So oder so, das Karussell wird sich, frei nach Nuri Sahin, weiterdrehen...

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