Bosz: "Müssen mit Götze vorsichtig sein"

Montag, 31.07.2017 | 13:12 Uhr
Peter Bosz bereitet sich derzeit mit dem BVB in Bad Ragaz auf die neue Saison vor
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Am Montagvormittag absolvierte der BVB im Trainingslager in Bad Ragaz die bislang längste und intensivste Einheit, die Medienvertreter beobachten durften. Anschließend stellte sich der neue Trainer Peter Bosz einer Fragerunde vor der Presse. Dortmunds Coach sprach dabei über die Fortschritte der Borussia, den Zustand von Mario Götze und seine Trainingssteuerung.

BVB-Trainer Peter Bosz über...

...das Trainingslager in Bad Ragaz: "Die Verhältnisse hier sind super. Der Platz ist ideal, das Hotel und das Essen auch. Wir konnten gut arbeiten, um unsere Spielweise zu verinnerlichen. Die Kondition ist jeden Tag besser geworden. Wir machen Fortschritte."

...Vergleiche zu seinen Startphasen in Tel Aviv und Amsterdam: "Es ist schwer, das zu vergleichen. Man hat überall andere Spieler. In Tel Aviv ging es schnell, bei Ajax hat es länger gedauert. Die Spieler, die hier von Anfang an dabei waren, machen schneller Fortschritte, weil sie es mittlerweile schneller und besser verstehen. Bei den Jungs, die erst später hinzukamen und erst seit einer Woche mittrainieren, müssen wir noch einige Besprechungen ansetzen."

...die aktuelle Lernphase der Mannschaft: "Wenn sie schon alles ganz genau verstanden hätten, würde mich das wundern. (lacht) Nach all den Jahren ist meine Erfahrung eben die, dass das nach zwei, drei Wochen kaum möglich ist. Ich sehe aber, dass die Spieler Schritte machen - jedes Mal, wenn wir trainieren oder miteinander reden, machen wir es besser. Auch in den Spielen."

...den Zustand von Mario Götze: "Ich sage das als Fußballliebhaber: Es macht großen Spaß, ihn bei der Arbeit zu sehen. Er ist ein sehr guter Spieler, das sieht man sofort. Wir müssen mit ihm vorsichtig sein. Er hat so lange nicht mit der Mannschaft trainiert. Wenn man fünf Monate nicht da ist, dann lässt sich das nicht innerhalb von nur fünf Wochen aufholen. Andere Spieler haben nach Saisonende drei, vier Wochen Urlaub und benötigen dann sechs Wochen, um alles wieder aufzubauen. Daher kann das Mario nicht schaffen, nachdem er fünf Monate nicht da war. Wir sehen aber auch bei ihm, dass er Fortschritte macht. Ich bin vorsichtig, da es theoretisch sein kann, dass er nochmal einen Rückfall erleidet. Bis jetzt geht alles wirklich sehr gut. Er hat erst 30 Minuten gespielt, dann zwei Mal 45 Minuten und am Dienstag gegen Bergamo wird er auch wieder Minuten bekommen."

...die Rückkehr von Kapitän Marcel Schmelzer: "Ich hatte diese Probleme mit dem Sprunggelenk früher auch oft selbst. Da muss man einfach Geduld haben. Er ist hier wieder ins Lauftraining eingestiegen, das macht Hoffnung. Normalerweise muss man sechs Wochen Trainingspause einlegen. Vielleicht geht es bei ihm etwas schneller. Wir schauen uns das von Tag zu Tag an."

...die Situation in der Innenverteidigung um Sokratis, Toprak und Bartra: "Es ist niemand gesetzt. Wir haben noch Neven Subotic und Dan-Axel Zagadou, der ein sehr junger Spieler ist und aktuell auf der linken Seite aushelfen muss. Für Zagadou ist es wichtig, dass er Minuten macht, aber seine Position ist nicht die des Linksverteidigers. Er ist ein Innenverteidiger, so dass wir da mehrere Möglichkeiten haben."

...die Mütze von Pierre-Emerick Aubameyang, die dieser beim Training trägt: "Als ich noch gespielt habe, sind wir nur mit schwarzen Fußballschuhen herumgerannt. Die Zeiten ändern sich eben, das ist aber kein Problem für mich."

...die Rolle von Nuri Sahin: "Für mich sind alle Spieler wichtig. Ich spreche mit allen, nicht nur mit Nuri. Ihn kenne ich noch ein bisschen von Feyenoord, als er damals dort gespielt hat und ich dort gearbeitet habe. Er ist ein intelligenter Spieler. Die Sechserposition ist eine wichtige Position für unsere Mannschaft, weil er in der Mitte des Spielfelds agiert. Deshalb ist es wichtig, dass er genau versteht, was wir von ihm wollen und erwarten."

...die fehlende "Quäl-Einheit" im Trainingslager: "Das hieße ja, dass ich meine Spieler nicht gut behandeln würde. (lacht) Das möchte ich nicht, denn sie sollen sich nicht verletzen. Der Aufbau geht weiter gut voran. Ich lasse meine Spieler im Training ein Vier-gegen-Vier spielen. Das ist die schwerste Übung, die wir haben. Das haben wir vor dem Spiel gegen Espanyol mit den Spielern gemacht, die bei dieser Partie nicht im Kader waren. Das ist wirklich eine sehr anstrengende Übung. Wir haben zwölf Einheiten über eineinhalb Minuten gemacht. Dasselbe machen wir am Ende der Saison, nur dann über drei Minuten. Jetzt lagen die Spieler am Boden, weil es echt sehr schwer ist. Am Saisonende werden sie wieder auf dem Boden liegen, aber keinen Muskelkater haben. Ich versuche, Kondition aufzubauen, ohne das Risiko einzugehen, dass sich die Spieler verletzen. Als ich noch selbst spielte, war es oft der Fall, dass nach einem Trainingslager neun oder zehn Spieler verletzt waren und das letzte Vorbereitungsspiel nicht mitmachen konnten, weil so intensiv trainiert wurde."

...über den Supercup gegen den FC Bayern: "Das ist ein wichtiges Spiel, weil man dabei einen Titel holen kann. Wenn man einen Titel gewinnen kann, muss man es versuchen."

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