RB Leipzig: Transferziel Bruma im Porträt

(Fast) zu schnell für diese Welt

Donnerstag, 08.06.2017 | 10:40 Uhr
Bruma wechselt wahrscheinlich zu RB Leipzig
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Bruma von Galatasaray steht übereinstimmenden Medienberichten kurz vor einem Wechsel zu RB Leipzig. Der portugiesische Youngster stößt zwar aus einer schwächeren Liga zum Projekt RB, aufgrund seiner Stärke könnte er sich dennoch auf Anhieb ins Spielsystem der Leipziger einfügen. Sofern er sich an die Regeln hält.

Bruma ist schnell. Sehr schnell. Pfeilschnell sogar. So rasant, dass er in der türkischen Liga mitunter nicht nur die gegnerischen Spieler überfordert. Auch seine Teamkollegen hatten in der Vergangenheit ein ums andere Mal Probleme, Anschluss zu halten.

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Die Fans des türkischen Spitzen- und Traditionsklubs Galatsaray werden das bestätigen können. Weil der portugiesische Youngster mit Ball (zu) schnell sein kann, verpufften diese Saison regelmäßig gute Gelegenheiten, Tore zu erzielen. Weil er plötzlich allein auf weiter Flur war, umzingelt von jeder Menge Kontrahenten.

Genau diese Sprintqualität ist dennoch das Hauptargument, warum sich die Verantwortlichen von RB Leipzig um Olaf Mintzlaff und Ralf Rangnick auf den in Guinea geborenen Flügelspieler als Transferziel festgelegt haben und dafür einen Batzen Geld in die Hand genommen haben.

RB Leipzig: Bis zu 15 Millionen Euro werden fällig

Laut SPOX-Informationen wird RB zunächst 12,5 Millionen Euro in die Türkei überweisen. mit Bonuszahlungen soll sich das Geschäft aber bis auf 15 Millionen Euro erhöhen. Immer noch zu wenig, meinen zumindest die türkischen Fans in den sozialen Medien.

Denn der in Portugal aufgewachsene Flügelflitzer wechselte bereits vor vier Jahren für satte zwölf Millionen aus der renommierten Nachwuchsabteilung von Sporting zu den Löwen. Und die Verantwortlichen des türkischen Vorzeigeklubs sind - vorsichtig formuliert - in den vergangenen Jahren nicht gerade dafür bekannt gewesen, große Transferüberschüsse zu generieren.

Für den kommenden Champions-League-Teilnehmer aus Leipzig sind 15 Millionen nach den eigens auferlegten Maßstäben dennoch viel Geld. Bei Maximilian Philipp, der am Mittwoch offiziell nach Dortmund wechselte, waren fünf Millionen mehr schon ein Grund, den Wunschspieler nicht mehr weiter zu verfolgen.

Bruma: Wie nach eigenen Bedürfnissen zusammengestellt

"Bruma passt aufgrund seiner Fähigkeiten allerdings wunderbar in unser Spielkonzept", erklärte Rangnick bereits vor Wochenfrist, als auch Mintzlaff zu Verhandlungen in der türkischen Metropole weilte.

Und tatsächlich. Für das Umschaltspiel der Sachsen scheint der 22-Jährige wie nach eigenen Bedürfnissen zusammengestellt. Der Portugiese, der vergangen Sommer bei der EM nicht berücksichtigt wurde, verbindet mit der Schnelligkeit ebenfalls eine überdurchschnittliche Technik. In den vergangenen Jahren hat er sich bei Galatsaray beständig weiterentwickelt.

Bis er in die Gänge kam, dauerte es allerdings eine Weile. Da war nicht nur die kulturelle Umstellung - Bruma spricht weder Englisch und auch nach drei Jahren kein Türkisch - zu allem Überfluss riss er sich zu Beginn eines Leihgeschäfts im Winter 2014 das Kreuzband und fiel die komplette Rückrunde aus.

"Der Kreubandriss damals hat mich sehr tief getroffen. Es hat mich einiges an Zeit gekostet, die ich ohne tolle Mitmenschen und Mitspieler nicht so gut überstanden hätte", erklärte er bereits vergangenes Jahr in einem Vereins-Interview.

Bruma: Langwieriger Kreuzbandriss - lehrreiche Zeit in Spanien

Wiedergenesen und zurück bei "Gala" wurde sein Einfluss in der folgenden Saison deutlich größer. Er sammelte 20 Einsätze, ließ aber noch die nötige Effizienz vermissen. Etwas überraschend wurde er im Sommer 2015 in die Primera Division nach Sociedad verliehen. "Sowohl im Verein bei Sociedad als auch generell in der Liga in Spanien habe ich sehr viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die mir danach zu Gute kamen", erklärte der Rechtsfuß.

In der Tat war er bei den Basken unumstrittene Stammkraft. In die Statistiken schaffte er es aber auch in einer der Topligen noch nicht.

Der Durchbruch gelang ihm in der abgelaufenen Saison mit elf Treffern und sechs Vorlagen. Vor allem auswärts erzielte er einige für den Verein wichtige Tore und entwickelte sich zum Star seines Teams, das sich mit Ach und Krach für die Europa League qualifizierte. Die Fans lieben ihren nach außen hin extrovertierten, technisch versierten Flügelflitzer.

Unter dem neuen Trainer Igor Tudor gab es jedoch zunächst Misstöne: Unter dem kroatischen Ex-Profi wurde er direkt im ersten Spiel nicht für den Kader nominiert, nachdem er im Training unmotiviert gewirkt hatte und sich nicht an Anweisungen gehalten haben soll.

Bruma: Probleme unter Tudor

Im zweiten Spiel unter Tudor wurde er nach nicht mal 20 Minuten ausgewechselt, weil er taktische Weisungen ignoriert hatte. Auch in den Spielen danach kam es mitunter zu Differenzen zwischen Spieler und Trainer. Tudors Anweisung, von der linken auf die rechte Seite zu wechseln, überhörte der Youngster gekonnt. Weiterspielen durfte er dennoch.

"Ich kann sowohl auf dem linken als auch auf dem rechten Flügel spielen. Aber wenn Sie unbedingt wissen möchten, was ich bevorzuge... es ist die linke Seite", erklärte er relativ energisch bereits vergangenen Sommer.

Dinge, die ihm in der Türkei schnell verziehen wurden, darf er sich in Leipzig nicht mehr erlauben. Hier könnte die Sprachbarriere ebenfalls zum Problem werden. Während ihm in Istanbul ein Dolmetscher zur Seite gestellt wurde, sollte er sich in Deutschland selbst verständigen, um seine Integration zu beschleunigen.

Bruma und RBL: Win-Win-Situation

Trotz einiger Probleme wollen die Leipziger den Portugiesen unbedingt verpflichten und auch Bruma selbst möchte endlich den nächsten Schritt gehen. Alles deutet auf ein Engagement bei RB Leipzig hin. Ein nach SPOX-Informationen noch besseres Angebot als das des deutschen Vizemeisters schlug Bruma aus.

"Ich möchte unbedingt bei den kommenden Endrunden mit der Nationalmannschaft dabei sein. Ich bin immer noch ein junger Spieler und muss mich entwickeln", erklärte der 22-Jährige in einem Interview.

Leipzig scheint für ein entwicklungsfähiges und -williges Talent die ideale Bühne, vorausgesetzt das System von Trainer Ralph Hasenhüttl funktioniert ähnlich perfekt wie in der vergangenen Spielzeit. Umgekehrt bringt Bruma in der Theorie alles mit, was bei RBL gefordert ist.

Eine Win-Win-Situation also. Und endlich hat er Mitspieler, die mit ihm Schritt halten können.

Bruma im Steckbrief

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