FC Bayern: Timothy Tillman im Porträt

Bayerns größte Nachwuchshoffnung

Montag, 03.04.2017 | 11:15 Uhr
Timothy Tillman wechselte 2015 von der SpVgg Greuther Fürth zum FC Bayern München
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Timothy Tillman gilt als herausragendes Talent im Nachwuchs des FC Bayern. Der Youngster soll bei Real Madrid, dem FC Barcelona und Manchester City Interesse geweckt haben. Das Interesse der großen Namen ist zum einen gute Arbeit seines Beraters, aber auch die neuen Dimensionen, in die der 18-Jährige extrem schnell vorgedrungen ist.

Uli Hoeneß hat einen Traum. Und wenn Uli Hoeneß von etwas träumt, dann tun alle Mitarbeiter des FC Bayern gut daran, dem Präsidenten seine Wunschvorstellung auch zu erfüllen. Wenn im Sommer das neue, sündhaft teure Nachwuchsleistungszentrum des Klubs im Norden der Stadt eröffnet wird, wünscht sich Hoeneß, dass dieses "Luxusgebäude" alle drei Jahre einen Spieler für die Profimannschaft herausbringt.

2020 wäre dann also das erste Talent fällig. Aber nicht nur Hoeneß, sondern auch alle anderen im Klub wären nicht abgeneigt, wenn es schon früher einer schaffen würde, in den Kreis der ersten Mannschaft aufzusteigen - auch wenn das mit dem Invest in das neue NLZ kaum etwas zu tun hätte.

Als einer der heißesten Kandidaten für diesen Schritt gilt Timothy Tillman. Der 18-Jährige ist als jüngerer Jahrgang fester Bestandteil der U19, die aktuell die Bundesliga Süd/Südwest anführt.

Produkt des aggressiven Auftretens

Drei Tore und vier Assists stehen für den Offensiv-Allrounder bei 19 Einsätzen zu Buche. Ordentliche Statistiken, aber er ist weit davon entfernt, die Bundesligastaffel im Süden so zu dominieren wie es beispielsweise Borussia Dortmunds Sturmtalent Jacob-Bruun Larsen im Westen tut.

Aber Tillman ist Thema. Und das nicht erst seit ihn Carlo Ancelotti im Sommer mit auf die USA-Reise des FC Bayern nahm und ihm dort zu seinem ersten Einsatz bei den Profis gegen Inter Mailand verhalf, sondern schon seit seinem Wechsel 2015 von der SpVgg Greuther Fürth an die Säbener Straße.

500.000 Euro plus Bonuszahlungen haben sich die Bayern das damals 16-jährige Talent kosten lassen. Tillman war eines der ersten Talente, das Abteilungsleiter Wolfgang Dremmler im SPOX-Interview dem aggressiveren Auftreten der Bayern auf dem Markt der Jugendspieler zurechnete.

Tillman: Ein Spieler, der den Unterschied machen kann

Sechs Jahre spielte der gebürtige Nürnberger beim Kleeblatt, wo er sich in der beschaulichen, familiären Atmosphäre in Fürth sportlich wie menschlich gut entwickelte. Sein damaliger Trainer in der U15, Bastian Huber, und der sportliche Leiter des NLZ in Fürth, Mario Himsl, schätzten die Qualitäten des Deutsch-Amerikaners.

Beim direkten Duell mit den Münchnern hatte sich die komplette Führungsriege des FCB-Nachwuchses um Dremmler, den damaligen Scout Jürgen Jung und den sportlichen Leiter Michael Tarnat versammelt, um Tillman zu sichten. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Zu Tillmans Stärken zählen neben seiner sehr guten Spieltechnik seine stark ausgeprägten Wahrnehmungs- und Orientierungsfähigkeit sowie seine Handlungsschnelligkeit, was ihm die heutzutage elementare Fähigkeit einbringt, enge Situationen mit Ruhe und technischer Klasse lösen zu können. Er ist ein Mann fürs Eins-gegen-eins, ein Spieler, der den Unterschied machen kann.

Wechsel nach München "einschneidende Maßnahme"

Tillman folgte dem Lockruf des FC Bayern, was ihm zum ersten Mal groß in die Schlagzeilen brachte. Da war zum einen die hohe Ablöse, aber auch der Ärger von Fürths Präsident Helmut Hack, der sich über die Konkurrenz aus München und den Spieler ärgerte: "Wenn Bayern kommt, setzt bei vielen der Verstand aus."

Mit dem Wechsel trat Tillman in eine neue Welt ein. Vom familiären, behüteten Fürth ging es ins aufgeregte, erfolgsgetriebene München. Ein solcher Schritt ist für Jugendliche dieses Alters nicht immer leicht zu verkraften, noch dazu wenn eine finanzielle Komponente dazukommt. Beim FC Bayern hat halt alles eine andere Dimension.

Als "einschneidende Maßnahme" bezeichnet auch Tillmans Berater, Rechtsanwalt Christian Rößner, im Gespräch mit SPOX den Umzug nach München. Schließlich ging es nicht nur um Timothy Tillman, sondern einen Neustart für die ganze Familie. Mit ihm kamen seine Mutter und sein dreieinhalb Jahre jüngere Bruder Malik (aktuell FCB U16) nach München.

Nach intensiven Diskussionen im Familienkreis fiel der einstimmige Beschluss, den Wechsel durchzuziehen, weil "Timi bereit war für den nächsten Schritt", wie Rößner sagt.

Eingewöhnung im Hause des Beraters

In der Übergangsphase wohnte Tillman sogar bei Rößners zuhause, was das nicht ganz gewöhnliche Berater-Spieler-Verhältnis von Rößner zu seinen Klienten zeigt. "Ich pflege sehr enge Kontakte zu meinen Spielern und zu den Eltern", sagt Rößner. Aufgrund meiner Anwaltskanzlei bin ich finanziell nicht auf die Spielerberatung angewiesen. Bei mir stehen der Mensch und der Spieler im Mittelpunkt, die Jungs sollen sich auf Fußball konzentrieren."

Neben Tillman zählt Rößner unter anderem auch Bayerns Torwarthoffnung Christian Früchtl zu seinen Klienten.

Dieses familiäre Umfeld habe Tillman den Start in München deutlich erleichtert. Dazu kommt, dass "Timi ein offener, intelligenter junger Mann ist, der ganz schnell Freunde gefunden hat". Denn eines ist auch klar. Ein guter Berater muss in dieser Zeit auch mal gegensteuern, wenn das öffentliche Interesse zu viel wird oder das aufgebaute Selbstbewusstsein in Überheblichkeit abzudriften droht.

Tillman: Interesse von Real, Atletico und Barca

Ein "junger Mann oder ein großes Kind" (Rößner) kann bei all den Einflüssen schnell den Überblick verlieren. Bei Tillman blieb es schließlich nicht bei einer hohen Ablöse und einem bösen Zitat aus Fürth, es kamen nach und nach noch das Interesse von Real und Atletico Madrid sowie des FC Barcelona dazu. Kein geringer als Uli Hoeneß habe sein Veto eingelegt und einen Wechsel verhindert, hieß es.

Der Einspruch wäre laut Rößner gar nicht nötig gewesen. "Timi will sich beim FC Bayern durchsetzen und der Verein setzt großes Vertrauen in ihn. Im Klub sind sich alle einig, dass er einer ist, der den Sprung schaffen kann." Das haben Hoeneß und der Technische Direktor Michael Reschke, der für die Kaderplanung zuständig ist, deutlich gemacht.

Beim FC Bayern lechzen sie danach, dass es wieder einer aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft schafft. Zuletzt ist dies David Alaba gelungen und mit Philipp Lahm verabschiedet sich nach Bastian Schweinsteiger bald das nächste über Jahre prägende Aushängeschild aus dem eigenen Nachwuchs. Es braucht also neue Gesichter.

Tillman als Nachfolger von Ribery oder Robben?

Auch diese Erwartungshaltung bedeutet Druck, den es zu moderieren gilt. Aber das Ziel ist klar formuliert. "Wir wollen einen Profivertrag, je schneller desto besser", sagt Rößner, schiebt aber gleich hinterher. "Dazu müssen auch die Leistungen stimmen." Der knallharte Profibereich mit dem enormen Leistungsdruck im Weltstarensemble ist die dritte Welt, die nach Fürth und Bayerns Juniorteam auf Tillman wartet.

Der Plan: Tillman soll noch ein Jahr in der U19 spielen, aber regelmäßig mit den Profis trainieren und schauen, was darüber hinaus noch geht.

Der Zeitpunkt für den Sprung nach oben könnte günstig sein. Mit Franck Ribery und Arjen Robben stehen zwei Leistungsträger auf den offensiven Flügeln vor ihrem Karriereende. Im Windschatten teurere Neuzugänge oder der dann schon etablierten Douglas Costa und Kingsley Coman könnte ein Eigengewächs nach oben kommen. Wobei sich Rößner auch eine Leihe zum Sammeln von Spielpraxis sehr gut vorstellen könnte. Auch die Bayern haben bei Alaba, Lahm oder Toni Kroos gute Erfahrungen gemacht.

Tillmans härteste Prüfung steht kurz bevor

Mit seinem Team plant Rößner im Hintergrund schon für die Zeit, falls es für Tillman zum Profi reichen sollte. Seine Berateragentur firmiert unter dem Motto "Mensch. Spieler. Marke."

Tillman ist aktuell nur bei Facebook vertreten, ein eigenes Logo ist in der Mache. "In dem Stadium muss ich mir mit meinem Team auch über die Marke Gedanken machen, aber sie hat aktuell nicht die zentrale Bedeutung. Den Spieler halte ich da komplett raus, er soll sich auf Fußball konzentrieren und sonst nichts", sagt Rösner.

Wobei dieses sonst nichts aktuell nicht ganz stimmt. Denn zuletzt hat auch die sportliche Leistung etwas unter den äußeren Einflüssen gelitten. In diesem Fall haben aber sowohl Berater, Mutter als auch Verein Verständnis.

Tillman steht nämlich in den kommenden Wochen vor den bisher schwersten Prüfungen seiner Laufbahn. Er stellt sich im Mai dem bayerischen Abitur.

Timothy Tillman im Steckbrief

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