Der, der (noch) nicht zu Bayern geht

Von Sebastian Schuch
Montag, 27.02.2017 | 11:12 Uhr
Serge Gnabry wird mehr und mehr zur Bremer Lebensversicherung
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Mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack schoss Serge Gnabry Werder Bremen zu einem 2:1-Sieg beim VfL Wolfsburg und sorgte dafür, dass die Werderaner den Relegationsplatz vorerst wieder verlassen konnten. Seine Tore werden immer wichtiger, er ist die Hoffnung im Abstiegskampf. Für seine Leistung erhielt er die Note 2.

Die Gerüchte reißen einfach nicht ab. Werder-Manager Frank Baumann sah sich deshalb zwei Tage nach dem Sieg in Wolfsburg zu einer Stellungnahme gezwungen. "Er bleibt noch einige Zeit. Wir sind überzeugt, dass wir Serge Gnabry über den Sommer hinaus von Werder überzeugen können", sagte er gegenüber Sport 1 und schob die Antwort auf die Frage aller Fragen hinterher: "Es gibt keine Absprache mit den Bayern."

Seit Bekanntwerden des Wechsels des 21-Jährigen in die Hansestadt halten sich die Meldungen über eine Vertragsklausel für den deutschen Branchenprimus wacker. Aller Dementi zum Trotz.

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Dass Baumann sich zu dieser Antwort genötigt sah, lag vor allem an Gnabrys Leistung in Wolfsburg. Seine zwei Tore stellten die Wölfe an diesem Freitag vor eine unbezwingbare Herausforderung und sorgten für den ersten Werder-Sieg in der Autostadt seit knapp sieben Jahren und waren damit indirekt auch an der Entlassung von Valerien Ismael beteiligt.

Mann für die besonderen Momente

Dabei machte Gnabry - wie nahezu alle Bremer - kein herausragendes Spiel und fiel rein statistisch sogar noch ab. Mit 35 hatte der Angreifer die drittwenigsten Ballaktionen der Werder-Startelf, zudem gewann er nur 25 Prozent seiner 16 Zweikämpfe. Das war der schlechteste Wert aller 20 Feldspieler, die von Beginn an auf dem Rasen standen.

Dass die Defensivarbeit nicht gerade zu seinen Stärken zählt, ist dabei wenig verwunderlich. Aber sie ist auch nicht seine Hauptaufgabe. Gnabry ist der Spieler für die besonderen Momente in der Offensive und mutiert damit mehr und mehr zur Lebensversicherung der Grün-Weißen.

Im entscheidenden Moment zur Stelle

Waren seine ersten sieben Tore gerade einmal vier Unentschieden wert, vervielfachte sich dieser Wert durch drei Treffer in den vergangenen beiden Spielen. Gegen Mainz und Wolfsburg konnten drei Punkte eingefahren und so die Hoffnung auf den Klassenerhalt neu geweckt werden.

"Er fühlt sich sehr, sehr gut aufgehoben und muss sich ohnehin noch entwickeln, bevor er sich mit einen Wechsel zu einem Top-Klub beschäftigen kann", ordnet Baumann die Situation des Nationalspielers aktuell ein. Dabei nimmt Gnabry eine Hürde nach der anderen, es scheint eine Frage der Zeit, bis er vom Schlüssel- auch zum Führungsspieler der Bremer wird.

Gegen Wolfsburg nahm er nur erstere Rolle ein, in den entscheidenden Momenten war er zur Stelle. Mit einem der nur vier gewonnenen Zweikämpfe eroberte Gnabry am Wolfsburger Strafraum den Ball und versenkte diesen zur Führung, Minuten später reagierte er gedankenschnell und drosch das Spielgerät in die Maschen. Der Abschluss war in beiden Situation absolute Spitzenklasse.

Fixpunkt im Offensivspiel

"Mit jedem Sieg werden wir stabiler. Das schweißt uns alle zusammen und gibt uns Kraft für die nächsten Spiele", sagte Gnabry nach dem Spiel und traf damit voll ins Schwarze.

Die Stabilität holt sich Gnabry durch die einfachen Dinge. 24 Pässe spielte er gegen die Wölfe, 16 davon in der gegnerischen Hälfte - es waren ausschließlich Kurzpässe. Starke 75 Prozent davon fanden auch den Weg zu einem Mitspieler.

Doch Gnabrys Rolle im Werder-Spiel lässt sich mit Passstatistiken alleine nicht ausreichend beschreiben. Als zweite Sturmspitze neben Max Kruse im 4-4-2 der Bremer ist der 21-Jährige mittlerweile der Fixpunkt im Angriffsspiel. Dabei ist er zwar nicht ganz so intensiv in das Spiel eingebunden, dafür aber umso wichtiger.

Ohne Gnabry nix los

Drei Torschüsse gab Gnabry gegen die Wölfe ab, zwei davon gingen auf den Kasten von Diego Benaglio und fanden auch den Weg ins Ziel.

Insgesamt hatten die Bremer nur sieben Schüsse aufs Tor, knapp die Hälfte davon ging auf das Konto von Gnabry. Zum Vergleich: Kruse, der 90 Minuten durchspielte, konnte als zweite Spitze keinen einzigen Abschluss verbuchen.

Durch seine Zielstrebigkeit und seinen Spielwitz, der in Bremen Seinesgleichen sucht, gelang es Gnabry gar eine Vereinslegende wie Claudio Pizarro dauerhaft auf die Bank zu verdrängen.

Bei Bayern auf dem Zettel

Mit zehn Toren und einer Vorlage war er an knapp 40 Prozent aller Bremer Tore beteiligt. Keiner seiner Teamkollegen kann einen ähnlich hohen Wert aufweisen. Kruse (vier) und Fin Bartels (drei) sind nach Gnabry noch am torgefährlichsten.

Kein Wunder also, dass die Hoffnungen an der Weser auf den Schultern des 1,73 Meter großen gelernten Flügelspielers liegen.

Noch ist Gnabry "ein Talent und braucht eine gewisse Konstanz", wie es Baumann ausdrückt. Schließlich war er schon bei einem Top-Klub und "saß dort lange auf der Bank". Ausschließen sollte man einen Wechsel aber natürlich nicht.

Vorerst wird Gnabry aber alles daran setzen, die Bremer mit seinen Toren zum Klassenerhalt zu schießen. Dann dürfte auch der FC Bayern wieder auf den Plan kommen. "Natürlich werden wir deutsche Nationalspieler immer beobachten, aber ob wir darüber hinaus etwas machen, weiß ich nicht", sagte Karl-Heinz Rummenigge erst vor wenigen Wochen in der Bild.

Serge Gnabry im Steckbrief

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