Der weitgereiste Pete

Von Raman Rooprail
Donnerstag, 23.02.2017 | 16:34 Uhr
Peter Gulacsi spielt seit 2015 bei RB Leipzig
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RB Leipzig absolviert eine äußerst erfolgreiche erste Bundesligasaison. Zurückzuführen ist sie nicht nur auf die glänzenden Offensivspieler, sondern auch auf den ruhigen Rückhalt. Peter Gulacsi besticht Woche für Woche mit konstanten Leistungen.

MTK Budapest, FC Liverpool, Hereford United, Tranmere Rovers, Hull City, Red Bull Salzburg. Peter Gulacsi ist in seiner Laufbahn bereits viel herum gekommen. Das große Abenteuer begann im Sommer 2007. Gulacsi war 17 Jahre alt und brach auf nach Liverpool, um die Premier League zu erobern.

In England angekommen kam Gulacsi aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei Liverpool spielte er zunächst nur bei der Reservemannschaft und musste diverse Leihen in die dritte und zweite englische Liga mitmachen. So absolvierte er in sechs Jahren letztlich keinen einzigen Profieinsatz für die Reds.

Es war keine leichte Zeit für den heutigen Nationalkeeper Ungarns. Ein fremdes Land, eine neue Sprache und immer wieder wechselnde Wohnorte, Mitspieler und Trainer. Trotzdem blickt er positiv zurück: "Heute weiß ich, dass es für meine persönliche Entwicklung notwendig war, auch mal Niederlagen einzustecken und Enttäuschungen zu erleben. Wenn alles immer leicht gegangen wäre, wäre ich vermutlich nicht so weit gekommen", erinnert Gulacsibei redbulls.com.

Gulacsi stand in seiner noch jungen Laufbahn früh vor einer schwierigen Entscheidung. Sollte er auf die Chance in Liverpool hoffen und dafür weitere Ausleihen in Kauf nehmen oder den Traum Premier League zumindest vorerst begraben und einen neuen Weg in einer neuen Liga gehen? Im Alter von 23 Jahren entschied er sich für Zweiteres, ablösefrei wechselte er zu Red Bull Salzburg

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Aufblühen in Salzburg

In seinen zwei Jahren in Österreich war Gulacsi erstmals in seiner Karriere unumstrittener Stammtorhüter und bestritt insgesamt 100 Pflichtspiele. Dabei feierte er jeweils zwei Meisterschaften und Pokalsiege und wurde 2014 sogar zum besten Torwart der österreichischen Bundesliga gewählt. Es war der Durchbruch für Pete, wie er von seinen Teamkollegen nur genannt wird.

Nach der erfolgreichen Zeit in Salzburg suchte der ehrgeizige Torhüter eine neue Herausforderung, es bot sich ein Wechsel zum Schwesterverein aus Leipzig an. "Ich bin überzeugt von dem sportlichen Konzept und der Philosophie von Red Bull und möchte weiterhin ein Teil davon sein."

In Leipzig musste er aber zunächst dem Platzhalter Fabio Coltorti den Vorrang lassen und fand sich in seiner alten Rolle als Backup-Torhüter wieder. Aber nicht lange: Coltorti verletzte sich zu Beginn der Rückrunde und dementsprechend war der Weg für Gulacsi geebnet.

In 14 Spielen in der zweiten Liga war der Ungar ein sicherer Rückhalt und spielte im zurückliegenden Aufstiegsjahr der Leipziger nahezu fehlerfrei. Gulacsi blieb deshalb auch nach Coltortis Rückkehr die Nummer 1 im Kasten und hatte nach den Höhen und Tiefen seines Fußballerlebens einen Meilenstein erreicht: Stammtorwart bei einem Bundesligisten.

"Solides Gesamptpaket"

Sein neuer Trainer bei RB, Ralph Hasenhüttl, weiß die Qualitäten des 26-Jährigen zu schätzen. "Ich glaube, dass wir mit Pete einen Torwart haben, der nicht immer glänzt, sondern einfach ein solides Gesamtpaket ist. Ich glaube auch, dass seine Leistung besser ist, als die Wahrnehmung dieser", sagte er dem kicker.

Was er damit meint? Gulacsi vereitelte 45 Prozent aller Großchancen und hat bislang die viertwenigsten Gegentore aller Bundesliga-Keeper hinnehmen müssen. Zudem kassiert er nur alle 90 Minuten einen Treffer und befindet sich damit in den Top fünf der Liga.

Hasenhüttl interessieren aber nicht nur die Werte. Für ihn ist das Auftreten seines Torhüters entscheidend. "Genau das schätze ich an ihm: Dass er solide und ruhig ist, seinen Job sehr souverän und leise absolviert. Ein Torwart, der viel rumbrüllt, ist nicht mehr up to date."

Gulacsis Torwartspiel entspricht dem einer neuen Generation. Neben seinem sicheren Spiel auf der Linie und der guten Strafraumbeherrschung besticht er außerdem mit seinen fußballerischen Qualitäten. "Ich will aber noch schneller sein, noch explosiver, noch besser mit meinem Fuß. Ich bin so ein Typ, der immer mehr und mehr will", sagte er der MZ.

Mit diesen Leistungen und seiner ruhigen Ausstrahlung machte Gulacsi auch Ungarns Nationaltrainer Bernd Storck auf sich aufmerksam. Mittlerweile ist Leipzigs Nummer eins auch Stammkeeper im Nationalteam - und damit Nachfolger von Ungarns Torwart-Legende Gabor Kiraly.

Peter Gulacsi im Steckbrief

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