Scheitern mit unterschiedlichen Mitteln

Von Raman Rooprail
Freitag, 24.02.2017 | 15:29 Uhr
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Am 22. Spieltag kommt es zum Abstiegsduell zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen (Fr., 20.30 Uhr im LIVETICKER). Dabei rücken vor allem die beiden in der Kritik stehenden Trainer Valerien Ismael und Alexander Nouri in den Fokus. Wohin führt der Weg der beiden Coaches?

Zwei Wochen ist es her, dass Wolfsburg gegen die TSG Hoffenheim endlich mal wieder einen Rückstand drehte - der erste Sieg dieser Art seit Dezember 2014. Im Hinblick auf das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund das so wichtige erste Erfolgserlebnis in der Rückrunde.

Der VfL witterte wieder seine Chance: Nach den Vorkommnissen vom Leipzig-Spiel war die Dortmunder Südtribüne gesperrt worden. Von einem "Vorteil", sprach auch Valerien Ismael. Eine Überraschung im Signal-Iduna-Park schien durchaus im Bereich des Möglichen.

Ganz so einfach ist es im Fußball dann aber doch nicht. Eine blutleere Vorstellung später ist der Erfolg gegen die TSG schnell wieder vergessen. Das Ergebnis beim BVB (0:3) ist eher zweitrangig, vielmehr war der Auftritt an sich das Problem - wieder einmal. "Mutlos. Eigentlich haben wir alles vermissen lassen, was wir letzte Woche gegen Hoffenheim gemacht haben. Wir haben wieder ein anderes Gesicht gezeigt", musste Ismael am vergangenen Wochenende eingestehen.

Erfrischend ehrliche Reaktion. Nur bringt das natürlich keine Punkte und nach wie vor droht dem VfL das Worst-Case-Szenario. Spätestens jetzt muss jeder Wolfsburger verstanden haben, was Mario Gomez schon nach der Niederlage am achten Spieltag in Darmstadt aussprach: "Wir befinden uns im Abstiegskampf." So richtig ernst hat ihn da wohl niemand genommen.

Leistungen stimmen

Jetzt treffen die Wölfe am Freitag auf einen Gegner, bei dem einige Parallelen erkennbar sind. Werder wechselte, wie auch der VfL, während der Saison bereits den Trainer und bekommt trotzdem keine Konstanz ins eigene Spiel. Alexander Nouri steht derzeit wöchentlich vor einem neuen Endspiel.

Was beide Teams aber unterscheidet: Die Bremer legten in diesem Jahr bis auf die Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach fast ausschließlich couragierte Auftritte hin. Lediglich der Erfolg blieb bis zum Auswärtssieg bei Mainz 05 aus.

Beim FSV belohnte sich Nouris Truppe erstmals in der Rückrunde. Die schlechteste Defensive der Liga hielt dank Keeper Felix Wiedwald die Null und bestach offensiv, vor allem in den ersten 45 Minuten, durch die individuelle Klasse der Neuzugänge. "Das war eine tolle Teamleistung. Wir haben einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht, viele weitere müssen folgen. Es ist noch ein weiter Weg", sagte der Werder-Coach.

Mannschaft steht hinter Nouri

Nach zuvor vier Niederlagen in Folge war aus Bremen ein kräftiges Aufatmen zu vernehmen. "Man kann der Mannschaft nicht die nötige Leidenschaft in den letzten Wochen absprechen, es haben immer nur die ein, zwei Prozent gefehlt. Heute war es eine absolute Teamleistung. Die Situation ist nach wie vor sehr heikel, das sollte uns bewusst sein", sagte Kapitän Clemens Fritz.

Seinem Trainer gab er derweil Rückendeckung. "Ich wurde gerade schon gefragt, ob das heute endlich ein Spiel für den Trainer war. Das würde ja bedeuten, dass wir in den letzten Wochen gegen den Trainer gespielt haben. Das ist völliger Blödsinn!"

Die Stimmung in der Bremer Mannschaft scheint zu stimmen. Nouri ist ein guter Motivator, er hat die Mannschaft auf seiner Seite. Entsprechend optimistisch blickt man dem Restprogramm entgegen, bei dem vor allem die Auftritte in den kommenden beiden Wochen wichtig werden: Auf das Spiel in Wolfsburg folgt ein Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht Darmstadt - für Werder vielleicht die sechs wichtigsten Punkte der Saison.

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VfL muss Charakter zeigen

In Wolfsburg sieht die Situation trotz der besseren Platzierung durchaus kritischer aus. Der kurze Aufschwung ist verpufft und auf den VfL warten gerade im Saisonendspurt drei Spiele gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Ismael, der seit Amtsbeginn ohnehin nie sattelfest saß, wackelt aktuell gewaltig - auch, wenn das Team das nicht wahrhaben will.

"Wir sind absolut von ihm, seiner Philosophie und seiner Art und Weise überzeugt, wie er sie uns aufzeigt. Wenn wir es auf den Platz kriegen, werden die Stimmen schnell verstummen", sagte Kapitän Diego Benaglio zuletzt und führte fort: "Es ist nicht richtig, ihn infrage zu stellen, weil er uns auf den richtigen Weg geführt hat".

Diesen Schluss lassen die bisherigen Ergebnisse nicht zu. Ismaels Aufgabe wird es sein, die Mannschaft an die eigenen Qualitäten zu erinnern und ihnen zum x-ten Mal das berühmte neue Leben einzuhauchen. Schafft die Mannschaft das nicht, zeichnet auch der Trainer dafür verantwortlich.

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Scheitern mit unterschiedlichen Mitteln

Werder hat den Abstiegskampf emotional zwar längst angenommen, aber den Bremern fehlt neben der Struktur auch die spielerische Klasse. Die hätte der VfL Wolfsburg zweifelsfrei. Die Wölfe laufen ihrem Potenzial aber ebenfalls hinterher - auch deshalb, weil genau das fehlt, was Bremen Hoffnung schenkt: die Einstellung.

Es sind zwei völlig verschiedene Baustellen, die die Trainer bis Mai bearbeiten müssen. Bislang hatten beide ihre Probleme bei der Bewerkstelligung. Damit in Wolfsburg und in Bremen nicht die Lichter ausgehen, müssen sich nicht nur die Teams entwickeln, sondern auch ihre Trainer. Denn bisher scheitern beide gleichermaßen. Nur mit unterschiedlichen Mitteln.

VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen: Die Statistik zum Spiel

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