Spieler im Fokus des 17. Spieltags: Andre Schürrle

Und wieder wird Götze überholt

Von SPOX
Montag, 23.01.2017 | 10:53 Uhr
Marco Reus überzeugte als Sturmspitze - Mario Götze spielte wieder nicht
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Andre Schürrle brachte Borussia Dortmund beim 2:1-Sieg in Bremen früh in Führung und wusste durch seine Umtriebigkeit zu überzeugen - alles in seiner neuen alten Rolle. Er erhielt die Note 2 - auch zum Leidwesen von Mario Götze.

"Jedes Spiel verändert sich, wenn der Top-Torjäger fehlt", lauteten Thomas Tuchels Worte am Freitag auf der Abschluss-Pressekonferenz vor dem Bremen-Spiel: "Wir hoffen, dass Auba früh wieder zurück ist."

Einen Plan hatte Tuchel zwar bereits, wie er Aubameyang (weilte bis Sonntag mit Gabun beim Afrika Cup) und auch den vor einem Wechsel stehenden Adrian Ramos in der Sturmspitze ersetzen würde: "Wir vertrauen auf Andre Schürrle. Er kann uns etwas geben, was unser Spiel verändert."

Dass die Automatismen zwischen Schürrle und seinen Offensivpartnern Reus und Pulisic gleich so gut greifen würden, war für den BVB-Coach aber wohl weniger berechnend als vielmehr eine Hoffnung.

Ständige Bedrohung für Werder

Schürrle bewies im Angriffszentrum bei seinem frühen Treffer Mittelstürmerqualitäten. Auch sonst war er der Motor der starken Dortmunder Anfangsphase und wirbelte dabei auch immer wieder über die Außen. Die Positionswechsel mit Reus funktionierten gleich blendend.

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Mit seinen Läufen und seinem Tempo war der Nationalspieler eine ständige Bedrohung für Werder, auch wenn er wie die gesamte Mannschaft nicht über 90 Minuten glänzte. Dennoch machte die Partie dem BVB Hoffnung, dass Tuchels Truppe Aubameyangs Abwesenheit ohne größere Probleme übersteht.

Andre Schürrles Leistungsnachweis gegen Bremen

Neue alte Rolle

Schürrle gefiel in seiner neuen Rolle beim BVB, die für ihn selbst überhaupt keine solche ist. Denn sein Weg in den Profifußball begann überwiegend als Mittelstürmer. In seiner Durchbruch-Saison 2010/11, als sich Schürrle mit 15 Toren für Bayer Leverkusen empfahl, agierte er immer wieder an vorderster Front der Bruchweg-Boys - wie schon häufig in den Spielzeiten zuvor und in der U19 der Mainzer.

Schürrle hatte damals seinen ganz eigenen Signature Move. Er machte am Sechzehner von halblinks immer wieder einen Haken nach rechts und jagte den Ball vom Strafraumrand unter die Latte. Ein Bild, das sich schnell in die Köpfe einbrannte und das in Leverkusen wohl zur Überzeugung führte, Schürrle sei als Linksaußen am besten aufgehoben. Von dort aus könne er seine Stärken am besten ausspielen, so der Glaube.

In zwei Jahren bei Bayer durfte der Nationalspieler in der Liga nur ein einziges Mal als Sturmspitze ran. Recht schnell fand so in der öffentlichen Wahrnehmung die Umschulung zum Außenspieler statt - ein Trend, der sich in der Folge auch bei Chelsea, in Wolfsburg und im DFB-Team fortsetzte.

Auch im DFB-Team vorne?

Jetzt ist es ausgerechnet Tuchel, der Trainer, unter dem Schürrle bei den Nullfünfern als Torjäger einen kometenhaften Aufstieg erlebte, der sich wieder daran erinnert fühlt, wie es früher war. In Bremen zahlte sich das aus. Gut möglich, dass Schürrle in der Zukunft auch trotz Aubameyang häufiger mal durch die Mitte kommt.

Und wie es eben so ist, wenn etwas erstaunlich gut funktioniert, war nach Spielschluss am Wochenende auch gleich wieder die Rede vom DFB-Team. Ob er es sich auch vorstellen könne, für Deutschland ganz vorne zu spielen, wurde Schürrle gefragt. Klar! "Die Rolle liegt mir, sie kommt mir entgegen", sprach der 26-Jährige, der erleichtert wirkte wie lange nicht mehr.

Die Krux mit Götze

Wenngleich das Thema Schürrle und Nationalmannschaft erst wieder im März aktuell wird, ist es zweifelsohne auch mit einer anderen BVB-Personalie verbunden. Denn gemäß Jogi Löw wäre eigentlich Mario Götze der erste Backup-Kandidat für die offensive Zentrale. Als falsche Neun.

Außerhalb des elitären DFB-Kreises hat Götze aber einen deutlich schwereren Stand. Weder Pep Guardiola noch Tuchel empfinden Götze in der Stürmer-Rolle als besonders effektiv. In Dortmund geht es mittlerweile schon so weit, dass man generell nicht so recht Verwendung für ihn hat. "Mario hat nicht gespielt, weil wir zwei echte Flügelstürmer auf dem Feld hatten. Er hat da zwar gegen Paderborn (im Testspiel, d. Red) gespielt, das ist aber nicht seine angestammte Position", sagte Tuchel trocken.

Selbst in der Zentrale zieht der BVB-Coach ihm nun auch Schürrle vor: "Andre interpretiert die Aufgabe vorne sehr ehrgeizig und auf eine eigene Art und Weise. Er fühlt sich da sehr wohl und hat normalerweise eine sehr saubere Abschlusstechnik." Sein Kumpel ist damit erst einmal deutlich an Götze vorbeigezogen.

Der Einsatz am Samstag hat Schürrle einen Boost in Sachen Selbstvertrauen gegeben, den er auch wieder auf den Flügel mitnehmen kann - und dem BVB eine neue Offensiv-Option.

Andre Schürrle im Steckbrief

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