Tuchel und der BVB vor dem Start 2017

Prozess im Innern

Donnerstag, 19.01.2017 | 09:00 Uhr
Thomas Tuchel durchlebte als Trainer von Borussia Dortmund zuletzt auch unruhige Zeiten
Advertisement
Primera Division
Sa20:45
Atletico - Real: Wer siegt im Derbi madrileño?
Serie A
Sa18:00
Derby della Capitale: AS Roma - Lazio
A-League
Brisbane -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
Kalkutta
Ligue 1
Lille -
St. Etienne
Ligue 1
Amiens -
Monaco
Championship
Preston -
Bolton
Primera División
Girona -
Real Sociedad
J1 League
Kobe -
Hiroshima
Primera División
Getafe -
Alaves
Premier League
Arsenal -
Tottenham
Premiership
Ross County -
Celtic
Premier League
Liverpool -
Southampton
Championship
Reading -
Wolverhampton
Primera División
Leganes -
Barcelona
Ligue 1
PSG -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Lazio
Premier League
Man United -
Newcastle
Primera División
Sevilla -
Celta Vigo
Championship
Fulham -
Derby County
Ligue 1
Dijon -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Rennes
Ligue 1
Toulouse -
Metz
Premier League
Leicester -
Man City (DELAYED)
Eredivisie
Breda -
Ajax
Primera División
Atletico Madrid -
Real Madrid
Serie A
Neapel -
AC Mailand
Premier League
West Bromwich -
Chelsea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Everton (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Malaga -
La Coruna
Serie A
Crotone -
Genua
Super Liga
Ivanjica -
Partizan
Championship
Leeds -
Middlesbrough
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Lokomotiva Zagreb
Ligue 1
Caen -
Nizza
Serie A
Benevento -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Juventus
Serie A
SPAL -
Florenz
Serie A
FC Turin -
Chievo Verona
Serie A
Udinese -
Cagliari
Primera División
Espanyol -
Valencia
Premier League
Zenit -
Tosno
Ligue 1
Lyon -
Montpellier
Premier League
Watford -
West Ham
First Division A
Brügge -
Waasland-Beveren
Superliga
Bröndby -
Nordsjaelland
Primera División
Las Palmas -
Levante
Serie A
Flamengo -
Corinthians
Primera División
Bilbao -
Villarreal
Serie A
Inter Mailand -
Atalanta
Ligue 1
Bordeaux -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Racing
Ligue 1
Amiens -
Lille
Serie A
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Brighton -
Stoke
Primera División
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Sampdoria
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)

Die Bundesliga-Saison von Borussia Dortmund verläuft bislang holprig. Dies hatte der Klub im Sommer auch für möglich gehalten. An Thomas Tuchel entzündeten sich während der Hinrunde jedoch einige Debatten. Wie für den BVB ist auch für den Trainer eine Zeit des Umbruchs im Gange.

Kürzlich hat Pep Guardiola zum Telefonhörer gegriffen und seinen Kumpel Thomas Tuchel angerufen. Dortmunds Trainer wurde davon überrascht, wie intensiv Guardiola bei diesem Anruf vom Fleck weg auf ihn einredete. Es sei sehr schwer gewesen, seinen Gedanken zu folgen, verriet Tuchel in einem auf erstaunlich einwandfreiem Englisch geführten Interview mit ESPN.

Es erscheint schlüssig, dass sich die beiden nicht nur dann austauschen, wenn sie sich irgendwo zufällig über den Weg laufen. Den ehemaligen Coach der Bayern und seinen deutschen Bewunderer verbindet aktuell nämlich einiges.

Guardiola befindet sich bei Manchester City mitten in einer der größten Herausforderungen seiner Trainerlaufbahn. Der Spanier muss mit einer neuen Mannschaft arbeiten, sie nach seinen Vorstellungen formen und sich dazu noch an eine neue Liga gewöhnen. Das bereitet ihm größere Schwierigkeiten als angenommen, zumal der Start der Citizens noch grandios verlief.

Neue Dimensionen für Tuchel

Tuchel ergeht es in dieser Saison bei Borussia Dortmund sehr ähnlich. Die Auswirkungen des personellen Umbruchs sind noch längst nicht verhallt und wie bei Guardiola fand auch Tuchels BVB sehr gut in die Spielzeit.

Die neue Liga, das stellen für Tuchel in erster Linie die Dimensionen eines Vereins der Strahlkraft der Borussia dar. Das gilt gleich in mehrfacher Hinsicht: wirtschaftlich, medial oder bezogen auf Anspruch und Außenwirkung.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf Abruf auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

Während die Auftritte in der Champions League tadellos vonstattengingen, hat man sich bei den Dortmunder Vereinsoberen darauf geeinigt, dem Geschehen in der Bundesliga "vier bis fünf Punkte" (Sportdirektor Michael Zorc/Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke) hinterher zu hinken.

Tuchels Charakter im Fokus

Es liegt trotzdem ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit in der Luft - und das berührte auch immer wieder die Arbeit von Tuchel, der im Verlaufe der Hinrunde gleich mehrere Male im Blickpunkt stand.

Tuchels Bilanz beim BVB liest sich zunächst einmal weiter hervorragend. Mit nur zwölf Niederlagen in 81 Pflichtspielen (bei 204 Toren) und einem Punkteschnitt von 2,16 ist er der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte. Doch wie zu Guardiolas Zeit in München entzünden sich bei Tuchel die Diskussionen nicht an seiner Fachkompetenz, sondern am vermeintlich eigenwilligen Charakter.

Tuchel gilt als schlechter Verlierer, als verkopft und stur. Er wird häufig auf den humor- und empathielosen Taktik-Tüftler reduziert. Tuchel erscheint nicht wenigen im Dortmunder Umfeld als zu wenig emotional und nicht echt genug, womit er gewissermaßen konträr zum in der Ära von Vorgänger Jürgen Klopp formulierten Markenversprechen des Klubs steht.

Klopp ist Geschichte

Tuchel wird auch medial wie unter den Anhängern vielen Vergleichen mit Klopp unterzogen. Dies mutet bisweilen durchaus befremdlich an. Ottmar Hitzfeld beispielsweise wird in Dortmund aufgrund seiner Erfolge in den 1990er Jahren bis heute als Trainergott gefeiert, trat aber nie als emotionaler Vulkan wie Klopp auf.

Es dient in der Gegenwart kaum einem sinnvollen Zweck, sich an solchen Vergleichen abzuarbeiten. Klopp ist endgültig Geschichte, das unter ihm geschriebene Märchen passe. Es ginge an der Realität im Profifußball vorbei, würde man in Dortmund darüber zu diskutieren meinen, ob der Trainer des BVB zunächst nicht lieber besonders emotional und erst im zweiten Schritt inhaltlich überzeugend sein sollte.

Das Bild von Tuchel ist weiterhin jenes, das bereits zu seiner Zeit beim 1. FSV Mainz 05 gezeichnet wurde. Der 43-Jährige ist niemand, der von seinen Prinzipien abrückt. Das bewies allein schon die Episode um Chefscout Sven Mislintat, mit dem sich Tuchel vor einem Jahr wegen des gescheiterten Transfers von Oliver Torres überwarf. Seitdem herrscht Eiszeit zwischen den beiden, obwohl Mislintat zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc die gute Transferpolitik der letzten Jahre verantwortet.

Perfektion statt Emotionalität

Es ist zudem nicht so, als wäre sich Tuchel seiner Charaktereigenschaften und deren Außenwirkung nicht bewusst. Er weiß, dass er als Fußball-Intellektueller durchgeht. Daran stört er sich auch nicht. Da stört ihn viel eher, dass ein Fußball-Intellektueller offenbar kritischer beäugt wird als handelsüblichere Vertreter dieser Branche.

Tuchel ist verliebt in die Details seiner Arbeit und deren Wirkungsweise. Er befindet sich noch am Anfang seiner Trainerkarriere und innerhalb einer intensiven Lernphase. Auch für ihn standen beim BVB beispielsweise die ersten Europapokalpartien an. Mehrfach schon erzählte Tuchel auf Pressekonferenzen mit leuchtenden Augen Anekdoten aus seiner Jugend über die kommenden internationalen Gegner.

Es würde nicht überraschen, sollte Tuchel eine Art Plan im Kopf haben, wie es für ihn als Trainer kurz- und langfristig weitergehen könne. Er dürstet nach inhaltlicher Weiterentwicklung, nach neuen Einflüssen und Impulsen und womöglich auch der Auseinandersetzung mit neuen Fußballstilen. Dies lehnt sich stark an Guardiolas Vita und Denkweise an. Überspitzt formuliert jagt Tuchel viel eher der Perfektion im Fußball hinterher als einer lang anhaltenden emotionalen Bindung an einen Klub.

Tuchel und die Debatten

In dieser Saison in Dortmund lernt Tuchel neue Seiten seiner Arbeit kennen. Manche davon haben ihn sicherlich überrascht, manche trat er jedoch selbst los. Die öffentliche Kritik am scheidenden Mats Hummels im Anschluss an das vergangene DFB-Pokalfinale, die Diskussion um Foulspiele gegen sein Team, zuletzt die schwelende Frage nach dem Kapitänsamt - all dies mag teils zu sehr überhöht worden sein, doch Tuchel kann diese Debatten nicht ausschließlich auf eine fragwürdige mediale Verwertung schieben.

Sein Umgang mit solchen Widrigkeiten mag weder populär, noch analog zur üblichen Verfahrensweise sein. Es ist ihm jedoch nicht vorzuwerfen, sie nicht richtig einordnen zu können. Tuchels Analysen sind stets ausführlich und klar, er legt seine Sichtweise glaubwürdig wie authentisch dar. Dass er seine mediale Erscheinung grundsätzlich auf Sparflamme hält, hat weniger damit zu tun, er würde seine Ansichten nur ungern öffentlich teilen. Tuchel sieht eher eine Gefahr darin, unbeabsichtigt Schlagzeilen zu produzieren, die ihn möglicherweise wochenlang begleiten.

So tobt in Dortmunds Coach derzeit ein Prozess im Innern. Seine Aussagen haben nun eine Tragweite, die nicht mehr wie noch in Mainz lediglich regional für Aufmerksamkeit sorgen.

Er moderiert nun einen Umbruch unter diffizilen Bedingungen und hoher Spielbelastung an. Auf diesem Weg sah er sich zwischenzeitlich mit seiner Mannschaft schon weiter, als sie letztlich war und ist. Es wird eine Aufgabe für ihn, dies für sich vernünftig zu kanalisieren. Erst Recht, wenn man wie Tuchel schnell zur Ungeduld neigt.

Seite 1: Neue Dimensionen und Tuchels Charakter im Blickpunkt

Seite 2: Holpriger Saisonverlauf und Umbruch für Tuchel und den BVB

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung