Dienstag, 15.11.2016

Frankfurt-Sportdirektor Fredi Bobic denkt, dass es die 50+1 Regel irgendwann nicht mehr gibt

Bobic: "Kann sein, dass 50+1 fällt"

Bei Eintracht Frankfurt macht Fredi Bobic aus kleinen Mitteln derzeit viel. Dennoch ist er sich gewiss, dass vieles auf Zeit aufgebaut ist. Er vertraut auf Trainer Niko Kovac.

Das Duell zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt gab dem Weser Kurier Anlass, mit Eintracht-Sportdirektor Fredi Bobic über die finanziellen Mittel der beiden Klubs zu sprechen. "In Frankfurt hatten wir wirtschaftlich keine andere Wahl, als den Weg zu beschreiten, den wir gegangen sind", ordnet dieser ein.

Die Mittel in Frankfurt waren gering, die ungewisse Situation aufgrund der Relegationsspiele machte eine Planung schwer. Doch Bobic fand Spieler und konnte Trainer Niko Kovac so einen Kader stellen, der inzwischen 18 Punkte nach zehn Spieltagen gesammelt hat.

"Kritik gab es, weil jeder zuerst nach Namen giert. Und Namen wecken Erwartungen, untermauern Ansprüche", verteidige Bobic manchen bisher unbekannten Neuzugang. Für ihn ist klar: "Aber die Erfahrung zeigt, dass diese willensfähigen, jungen Spieler leichter zu führen sind, um eine Einheit zu formen."

Bobic: Kovac entscheidend für Frankfurt

Leihspieler wie Jesus Vallejo sind jedoch nur zeitweise in Frankfurt. "So ist das Geschäft. Aber aktuell hilft uns seine sportliche Qualität", ordnet Bobic ein. Die Kontakte wären entscheidend, um langfristig erfolgreich zu sein: "Als ich beim VfB Stuttgart aus dem operativen Geschäft raus bin, habe ich ja nicht nur zu Hause rumgelegen oder bei Sport1 meine Kommentare abgegeben."

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Entscheidend würde auch Kovac werden. "Er hat eine klare Idee, wie er Fußball spielen lassen möchte, orientiert sich aber an dem, was er in Frankfurt vorfindet", erfreut sich Bobic am Coach. Dennoch weiß er: "Er ist sehr motiviert und strebt sicherlich danach, irgendwann einen ganz großen Verein zu trainieren. Er weiß aber, dass hier die Basis gelegt wird."

Der Bundesliga könnten Änderungen bevorstehen

Früher oder später könnte es größere Änderungen in der Bundesliga geben, so Bobic. "Wir sind ja nicht blind, und es kann doch passieren, dass in drei, vier Jahren die 50+1-Regel fällt. Dann muss man sich öffnen", erklärt er. Es sei jedoch entscheidend, "den Fans die Angst zu nehmen."

"Wenn ein Investor käme, würde hier nicht der Adler aus dem Wappen verschwinden oder unsere Mannschaft zu Hause in gelben Trikots auflaufen", verspricht Bobic. Er zieht den Vergleich zu Werder, die mit zwei Einkäufen 25 Millionen Euro einnahmen.

"Finanzielle Mittel schaden nie! Damit kann man ruhiger agieren, aber sie können auch verleiten. Ich hätte auch einige Spieler lieber fest verpflichtet als geliehen", so Bobic. Insgesamt attestiert er Kollege Frank Baumann, "gute Transfer getätigt" zu haben.

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Ben Barthmann

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