Markus Schupp im Interview

"Bedenklich, wie sich der HSV darstellt"

Donnerstag, 24.11.2016 | 19:00 Uhr
Markus Schupp (l.) hatte in Kaiserslautern hin und wieder Meinungsverschiedenheiten mit Stefan Kuntz
Advertisement
Bundesliga
MiJetzt
Alle Highlights der englischen Woche
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
Primera División
Villarreal -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Getafe
Primera División
Levante -
Real Sociedad
Copa Libertadores
River Plate -
Jorge Wilstermann
Copa Libertadores
Lanus -
San Lorenzo
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheff Wed -
Sheff Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk -
Lokomotiva
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille

Markus Schupp war bis vor einem Jahr Sportdirektor beim 1. FC Kaiserslautern. Im Interview spricht der 50-Jährige über die Schwierigkeiten in der Kaderplanung bei einem Traditionsklub, die Möglichkeiten von RB Leipzig und die Entwicklungen beim Hamburger SV.

SPOX: Herr Schupp, seit November 2015 sind Sie nicht mehr als Sportdirektor beim 1. FC Kaiserslautern im Amt. Wie haben Sie die Zeit seitdem verbracht?

Markus Schupp: Zunächst einmal habe ich meine Zeit in Kaiserslautern aufgearbeitet und reflektiert. Dabei ging es um die Fragen, was gut gelaufen ist und welche Optimierungen für weitere Tätigkeiten in der Funktion als Sportdirektor denkbar sind. Darüber hinaus habe ich Führungsseminare besucht, meine Englischkenntnisse verfeinert und viel Fußball im In- und Ausland gesehen. Natürlich habe ich auch die Zeit mit meiner Familie genossen. Das kommt im Laufe der Jahre zu kurz, aber so ist unser Beruf.

SPOX: Gab es in dieser Zeit Angebote?

Schupp: Im Sommer gab es zwei konkrete Möglichkeiten aus der deutschen 3. Liga. Ich habe mich jedoch nach vielen Gesprächen dagegen entschieden. Die mittelfristige Perspektive hat mir gefehlt.

SPOX: Sehen Sie sich zu 100 Prozent als Sportdirektor oder könnten Sie sich vorstellen, wieder einen Trainerjob anzunehmen?

Schupp: Für mich ist es klar, dass meine berufliche Priorität weiter im Bereich Kaderplanung und Scouting aus der Position eines Sportdirektors liegt. Die Jahre als Co- und Cheftrainer kommen mir dafür aber zugute.

SPOX: Sie haben die Aufarbeitung Ihrer Zeit beim FCK angesprochen. Sie spielten dort die ersten sieben Jahre Ihrer Profikarriere, wurden 1990 Pokalsieger und 1991 Meister. Reflektiert man ein Engagement bei so einem Klub anders?

Schupp: Man betrachtet die Dinge auf jeden Fall emotionaler. Ich komme aus der Region, durfte dort meine ersten Schritte machen und war erfolgreich. Deshalb hat es nach meiner Tätigkeit etwas gedauert, das zu verarbeiten.

SPOX: Wie sah das Ergebnis dieses Verarbeitungsprozesses aus?

Schupp: Der FCK ist ein Traditionsverein mit großer Geschichte und einer emotionalen Fankultur. Dort herrschen andere Voraussetzungen als bei Werksvereinen. Als Sportdirektor muss man da bei der Kaderplanung geschickt und manchmal risikoreich agieren. Aufgrund der finanziellen Strukturen muss man frühzeitiger als andere Vereine auf dem Plan sein.

SPOX: Welche Schwierigkeiten traten dabei auf?

Schupp: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren nicht immer so, wie die Öffentlichkeit geglaubt hat. Wir hatten klare Vorgaben, das Budget herunterzufahren. Dann ist es umso schwerer, gestandene Spieler zu holen - trotz Stadion, Fankultur, Tradition. Da muss man mit Beratern und Spielern in persönlichen Gesprächen viel Zeit aufwenden und sie menschlich und konzeptionell überzeugen.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol Dir jetzt Deinen Gratismonat

SPOX: Welche Argumente haben Sie in diesen Gesprächen vorgebracht?

Schupp: Für mich war die Aufgabe so interessant, weil der Verein die Philosophie ändern wollte. Damals waren noch viele ältere Spieler wie Idrissou oder Bunjaku im Kader. Dann hat es ein Umdenken gegeben. Wir wollten eine junge, spielstarke Mannschaft entwickeln, um uns langfristig zu verbessern. Wir haben aufgezeigt, dass es ein guter Schritt ist, zu uns zu wechseln, und wir auch ein Sprungbrett sein können.

SPOX: In dieser Hinsicht hatten Sie beim VfR Aalen bereits Erfahrungen gesammelt.

Schupp: So ist es. Dort haben wir Kevin Kampl für eine geringe Ablösesumme aus Osnabrück verpflichtet und ihn nur zehn Wochen später gewinnbringend nach Salzburg transferiert. Oder Benjamin Hübner, der bei uns einen wichtigen Schritt gemacht hat und über Ingolstadt jetzt Stammspieler bei Hoffenheim ist. Es gab noch zahlreiche andere Beispiele.

SPOX: Und diese Erfahrung sollten Sie auf den FCK übertragen.

Schupp: Genau. Es ging darum, Spieler zu finden, die man weiterentwickeln kann, um sie dann entweder mit einem Transfergewinn abzugeben oder zu etablierten Kräften zu machen. Wir hatten etwa mit Demirbay, Hofmann oder Younes einige Spieler im Kader, die sich seitdem überragend entwickelt haben. Bödvarsson habe ich mir persönlich mit unserem Chefscout Boris Notzon in Stavanger angesehen. Wir haben ihn als Nationalspieler Islands ablösefrei verpflichtet und nach nur sechs Monaten beim FCK wechselte er, wie zu lesen war, für mehr als 3 Mio. nach England. Mit Lukas Görtler wurde von uns ein junger talentierter Spieler verpflichtet, der sich nachweislich positiv wertschöpfend entwickelt.

SPOX: Aber die meisten blieben nicht lange.

Schupp: Wir mussten regelmäßig innerhalb kürzester Zeit Spieler wieder abgeben, um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen. Das war mir vorher in dieser Dimension nicht bewusst und ist mir so auch nicht kommuniziert worden.

SPOX: Ermüdet es einen, Jahr um Jahr wichtige Leistungsträger nicht halten zu können? Mit Willi Orban wechselte eine Identifikationsfigur als Kapitän zu RB Leipzig.

Schupp: Nein, das ist ein anderer Fall. Bei Willi Orban und auch Dominique Heintz war es so, dass die Verträge ausliefen. Man hätte diese frühzeitiger verlängern müssen. Letztlich war es dann so, dass Angebote von Vereinen kamen, die für uns andere Dimensionen darstellten. Etablierte Bundesligisten und Werksvereine sind bei Vertragsverhandlungen für den FCK unerreichbar. Die beiden Spieler abzugeben, war zu diesem Zeitpunkt alternativlos. Die Defizite sind vorher gemacht worden.

SPOX: Inwiefern?

Schupp: Hätte man sich intensiver um sie bemüht, hätten sie frühzeitig verlängert und wären zu Säulen des FCK geworden. Wenn man solche Säulen mittelfristig nicht hält, wird das zum Problem. Man muss aufpassen, dass man die Fans nicht verliert, die an gewissen Werten festhalten.

SPOX: Welche sind das?

Schupp: Der FCK ist ein bodenständiger, menschennaher Verein in einer kleinen Stadt mit 90.000 Einwohnern. Da ist es wichtig, dass man Spieler hat, die auf die Fans zugehen. Und man muss Neuzugängen Zeit geben, dass sich die Zuschauer mit ihnen identifizieren können. Zuletzt wurden immer wieder Spieler nach nur einem halben Jahr abgegeben. Wenn man das von vorn herein weiß, kann man sich darauf einstellen. Das kristallisierte sich erst im Laufe meiner Tätigkeit heraus.

SPOX: War diese Fehlkommunikation der Auslöser Ihrer Trennung?

Schupp: Der von mir eben beschriebene Sachverhalt führte zu Missverständnissen und Streitpunkten. Unter dem Strich bin ich aber mit den Transfers, die ich beim FCK getätigt habe, zufrieden.

Seite 1: Schupp über seine Zeit in Kaiserslautern und Kaderplanung bei Traditionsklubs

Seite 2: Schupp über den HSV, RB Leipzig und seine Zukunft

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung