Willkommen in der Notaufnahme

Mittwoch, 09.11.2016 | 16:45 Uhr
Der Hamburger SV steht in der Bundesliga auf Platz 18
Advertisement
Primera División
Espanyol -
Girona
Serie A
Lazio -
FC Turin
Championship
Reading -
Cardiff
Coupe de la Ligue
Toulouse -
Bordeaux
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
Eredivisie
Groningen -
PSV Eindhoven
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian – Glasgow Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo Funchal
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Napoli -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
Saint-Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Strasbourg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennaiyin -
Kerala Blasters
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheff Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
Roma
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

Der Hamburger SV steckt mitten im Abstiegskampf und droht, erstmals den Gang in die 2. Liga antreten zu müssen. Retten soll den HSV nun offenbar Christian Hochstätter als neuer Sportchef. Hat der 53-Jährige die Qualitäten, um den Chaos-Klub vor dem Absturz zu bewahren? Die Vorzeichen stehen schlecht.

Platz 18. Sieglos. Dürftige vier Buden in zehn Spielen, dafür happige 23 Gegentore. Kostspielige Neuzugänge, die nicht zünden. Trainerwechsel ohne Signalwirkung. Der HSV gleicht einem Trümmerhaufen und taumelt dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen.

Dabei kommen die Hamburger auch abseits des Rasens nicht zur Ruhe und das fleißige Stühlerücken nimmt in der Hansestadt kein Ende. So hat der ehemalige Mediendirektor Jörn Wolf am Dienstag auf eigenen Wunsch nach fast 14 Jahren seine Koffer gepackt.

"Ich bedaure Jörns Entscheidung, respektiere sie aber. Jörn hat sehr viel für unseren Klub geleistet", wurde Dietmar Beiersdorfer in der entsprechenden Mitteilung zitiert. Lange aufhalten kann sich der Vorstandsvorsitzende mit der Personalie aber nicht, denn er muss eine andere Baustelle stopfen. Neben der anhaltenden sportlichen Talfahrt bekam er auf der Suche nach einem neuen, starken Sportdirektor mächtig Gegenwind.

Hoogma schießt gegen Beiersdorfer

Erst verkündete Beiersdorfer, er habe Nico-Jan Hoogma abgesagt. Nur wenige Tage später schoss der Ex-Kapitän scharf zurück und stellte klar, dass er dem Verein einen Korb gegeben habe und nicht umgekehrt.

Es passt ins Bild, dass der HSV selbst die Suche nach einem Sportdirektor nicht geräuschlos über die Bühne bekommt. Zur Erinnerung: Der Posten ist seit einem halben Jahr vakant. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind nur die Spitze des Eisbergs, der Dino steckt in einem beispiellosen Chaos fest. Retten soll ihn nun Christian Hochstätter.

Dem Vernehmen nach hakt es nur noch an der Freigabe des VfL Bochum, bei dem er einen bis 2020 laufenden Vertrag ohne Ausstiegsklausel besitzt. Gerüchte, wonach der Zweitligist 1,6 Millionen Euro Ablöse ausgerufen haben soll, dementierte der Aufsichtsratboss Hans-Peter Villis. Eine Einigung steht aus.

Deal nur eine Frage der Zeit

Dennoch scheint der Deal nur eine Frage der Zeit. Aber bringt Hochstätter die nötige Qualität mit, um den HSV aus dem Sumpf zu ziehen? Bisher kann der 53-Jährige als Funktionär ein gemischtes Zeugnis einreichen.

Einerseits etablierte er Borussia Mönchengladbach nach dem Abstieg 1999 in seinen sechs Jahren wieder in der Bundesliga und war in seinen rund zwei Jahren bei 96 an Hannovers erstem einstelligen Tabellenplatz seit einer Ewigkeit wegweisend. Auch in Bochum, wo er 2013 anheuerte, genießt er hohes Ansehen - nicht zuletzt wegen des Glücksgriffs Gertjan Verbeek.

Hochstätter, der zwischenzeitlich in der Vermögensverwaltung, in einer Werbeagentur sowie als Spielerberater tätig war, ist in der Branche bestens vernetzt und hat in der Vergangenheit regelmäßig sein wirtschaftliches Geschick unter Beweis gestellt. Er beendete die vergangenen Spielzeiten in Bochum mit einem finanziellen Plus, ohne dabei einen sportlichen Einbruch hinnehmen zu müssen.

Simon Terodde etwa lotste er 2014 ablösefrei ins Ruhrgebiet, im Sommer überwies der VfB für den Stürmer drei Millionen Euro auf das Konto des VfL. Bei Leon Goretzka, dessen Wechsel nach Schalke ebenfalls rund drei Millionen Euro in die Kassen spülte, vereinbarte er eine Klausel, wonach sein Noch-Arbeitgeber bei einem Weiterverkauf mitverdient.

Hochstätter eine "linke Bazille"

Andererseits endeten die Engagements bei Gladbach und Hannover vorzeitig und zum Ende hin stand Hochstätter sinnbildlich für den jeweiligen Misserfolg. Neben unglücklichen Trainer-Entscheidungen griff er auch bei Spielertransfers daneben und überwarf sich mit einigen Weggefährten, was beim Abschiedsspiel von Uwe Kamps sogar in Pfiffen mündete.

Der ehemalige Gladbacher Marcelo Pletsch ließ kein gutes Haar an Hochstätter und bezeichnete ihn sogar als "linke Bazille". Auch Ewald Lienen wetterte nach seiner Freistellung gegen seinen ehemaligen Boss, denn sein Vertrauen "sei von Christian Hochstätter systematisch unterlaufen worden. Ich bin noch nie unter solchen Umständen entlassen worden".

Lienen fürchtete um seine Reputation als Trainer, da die wahren Hintergründe angeblich verschleiert wurden.

Ein Abenteuer beim HSV birgt für beide Seiten also sowohl Chancen als auch Risiken. Ist die Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt, hat der HSV seinen starken Sportdirektor und Hochstätter arbeitet wieder in der Bundesliga. Die Vorzeichen stehen aber schlecht, denn nirgends im deutschen Profifußball ist das Durcheinander so groß wie beim HSV und er soll zu einem undankbaren Zeitpunkt aufräumen.

Während er sich nach seiner Ankuft erst ein detailliertes Bild von Kader und Verein machen muss, sollte rund sechs Wochen vor Beginn der Winter-Transferphase das Scouting potentieller Heilsbringer bereits auf Hochtouren laufen. Natürlich wird er in seiner Funktion als Bochums Sportdirektor den Markt ununterbrochen sondiert haben, doch beim HSV unterliegt er anderen Anforderungen und Möglichkeiten.

Unzeit beim Unklub

Zudem hat seit wenigen Wochen ein Trainer das Zepter in der Hand, dessen größter Triumph in der Liga zwei erzielte Tore sind - im fünften Versuch. Im gleichen Zeitraum hagelte es 13 Gegentreffer. Mit zwei vergeigten Elfmetern schenkte Gladbach Markus Gisdol immerhin seinen Premierenpunkt als HSV-Coach.

Zu allem Überfluss ist Beiersdorfer seit Wochen angezählt. Der Vorstandsvorsitzende stand dem Abendblatt zufolge jüngst kurz vor einem Rücktritt. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, wurde Beiersdorfer bereits vom Aufsichtsrat zum Rapport gebeten. Denkbar also, dass Beiersodorfer einen neuen Sportchef installiert, selbst aber nicht mehr allzu lange im Amt bleibt.

Und genau darin liegt das wohl größte Übel beim HSV: Die Personalentscheidungen werden nicht vertikal von oben nach unten getroffen, sondern hektisch und ohne Konzept. Zunächst wird der Trainer ausgetauscht, dem dann ein neuer Sportdirektor vor die Nase gesetzt wird, der sich wiederum möglicherweise mit einem ungewünschten Coach herumärgern muss. Initiiert wird das Stühlerücken von einem Vorstandsvorsitzenden, dessen eigener Stuhl gewaltig wackelt. Ein Konstrukt, das zum Scheitern verurteilt ist.

Seit Jahren erinnert der Aktionismus beim HSV einer Operation am offenen Herzen auf der Suche nach dem passenden Arzt. Mit Hochstätter betritt ein weiterer Protagonist die Notaufnahme.

Alle Infos zum HSV

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung