Fakten-Vorschau: Borussia Dortmund - FC Bayern

Wer dominiert hier wen?

Von Johannes Raif
Freitag, 18.11.2016 | 12:30 Uhr
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Der Tabellenfünfte empfängt den Tabellenführer - auf dem Papier ist der "deutsche Clasico" zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (Samstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) nicht das Spitzenspiel der vergangenen Jahre. Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber, dass sich zwei absolute Topmannschaften gegenüberstehen und letztendlich Nuancen entscheidend sein werden.

Kommt die späte Rache des BVB?

Die Bundesliga ohne die Bayern an der Spitze war lange Zeit nicht vorstellbar, nun könnte der BVB dabei mithelfen, die Münchner nach 39 Spieltagen als Tabellenführer wieder abzulösen. Ob die Dortmunder Fans nun ausgerechnet den Emporkömmling aus Leipzig lieber oben sehen, sei mal dahingestellt. Doch etwas späte Genugtuung könnte bei den BVB-Profis schon dabei sein: Letzter Tabellenführer vor den Bayern war Borussia Dortmund im Spätsommer 2015, ehe sie am 6. Spieltag der Vorsaison von den Münchnern vom Thron gestoßen wurden.

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Findet Bayern die Sicherheit vor dem Tor wieder?

Mit Dortmund (25 Tore) und den Bayern (24) treffen die besten Offensivreihen der Bundesliga aufeinander. Doch nicht nur nach Toren sind die beiden Kontrahenten führend: Bei der Zahl der Schüsse auf das gegnerische Tor (BVB: 63, FCB: 62), der Anzahl unterschiedlicher Torschützen (BVB: 9, FCB: 10) und auch der Anzahl an Großchancen (BVB: 32, FCB: 33) liegen Dortmund und Bayern ligaweit ganz vorne.

Bei letzterem Wert gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied: Während der BVB 62,5% seiner Großchancen auch im Tor unterbrachte (Platz 2 hinter Hertha BSC), gingen die Bayern bei einer Großchancenverwertung von nur 42,4% (Platz 12 in der Bundesliga) doch eher sorglos mit ihren Möglichkeiten um. Stellvertretend hierfür stehen auch die zehn Aluminiumtreffer der Münchner in dieser Saison (Liga-Höchstwert), allein zwei davon stammen aus der Schlussphase beim 1:1 gegen Hoffenheim zuletzt. Geht der Rekordmeister erneut so schludrig mit seinen Chancen um, ist etwas für die Schwarzgelben drin.

Wer macht das Spiel?

Dortmund gegen Bayern ist wohl auch das Duell der derzeit spielstärksten deutschen Teams. Mit Passquoten von 87,2% bzw. 85,6% kann den Bayern und Dortmund ligaweit keine andere Mannschaft das Wasser reichen. Dabei haben die Dortmunder den Bayern in der Post-Guardiola-Ära in Sachen Tiki-Taka sogar den Rang abgelaufen: 92,6% der Pässe beim BVB in dieser Saison sind kurze Pässe, beim FCB sind es mit 91,5% anteilig nur noch die zweitmeisten. Die Zweikampfquoten der Bayern (53,7%) und der Dortmunder (53,3%) sind ebenfalls die besten und nicht zuletzt liegen die beiden Teams auch beim Ballbesitz an der Spitze (FCB: 65,0%, BVB: 64.9%).

Wer wird das Spielgeschehen also in die Hand nehmen? Der FC Bayern hatte in dieser Saison noch nie weniger als 60% Ballbesitz, der BVB lag nur beim 5:1 in Wolfsburg (50,6%) und beim 5:2 beim HSV zuletzt (56,1%) unter diese Marke. In beiden Partien konnten die Dortmunder dem Gegner aber nach einer komfortablen Pausenführung mehr Spielanteile überlassen. Einer der beiden wird nun also zurückstecken müssen.

Kontert Bayern den BVB aus?

A propos Ballbesitz: Überlassen die Münchner den Hausherren das Feld, könnten sie eine ihrer neuen Stärken ausspielen. Die Münchner spielen unter Carlo Ancelotti schneller nach vorne und erzielten an den ersten zehn Spieltagen vier Kontertore. Das ist Liga-Höchstwert mit dem Tabellennachbarn aus Leipzig. In der Saison 2015/16 hatte es der FCB in der kompletten Spielzeit nur auf ein Kontertor in der Bundesliga gebracht. Gegen den BVB könnte Bayerns Kontertaktik aufgehen - die Dortmunder ließen in dieser Saison ligaweit die meisten gegnerischen Torschüsse nach Kontersituationen zu. Zumal die junge Dortmunder Mannschaft immer wieder mal für Ballverluste gut ist: Kein anderes Team ging in dieser Saison so häufig ins Dribbling, doch auch kein anderes Team kommt auf so viele erfolglose Alleingänge (164).

Bekommt der BVB seine Defensive in den Griff?

Dortmund kassierte in der laufenden Saison zwölf Gegentore und damit doppelt so viele wie der FC Bayern. Sogar beim Tabellenletzten Hamburger SV, der zuvor sieben Bundesligaspiele ohne Treffer geblieben war, musste Schlussmann Roman Bürki zweimal hinter sich greifen. Mehr Gegentore nach zehn Spieltagen hatte der BVB in den vergangenen sieben Jahren nur in der "Horror-Hinrunde" 2014/15 auf dem Konto, als es sogar 17 waren. Mit ein Grund ist wohl, dass der jahrelange Abwehrchef Mats Hummels seit dieser Saison wieder das Trikot des Kontrahenten trägt.

Letztlich ist Verteidigen aber Sache der ganzen Mannschaft und hier hat der BVB vor dem Duell mit den Bayern noch Nachholbedarf: 46 Torschüsse kamen in dieser Saison bereits auf den Kasten der Dortmunder, fast doppelt so viele wie auf den des FC Bayern (24, nur Leipzig weniger mit 21). Und Bayern kann ja nicht ewig am Pfosten scheitern...

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Wird die Gelbe Wand zum Faktor?

Die Heimstärke ist der große Trumpf der Borussia seit der Amtsübernahme von Thomas Tuchel. Unter ihm ist Dortmund in der Bundesliga zu Hause noch ungeschlagen. In den vergangenen 26 BVB-Heimspielen im Oberhaus entführte keine Gastmannschaft drei Punkte, das ist sogar Dortmunder Vereinsrekord. Die letzte Heimniederlage in der Bundesliga - wie soll es anderes sein - kassierte Dortmund aber am 4. April 2015 beim 0:1 gegen den FC Bayern. Denn gegen den Rekordmeister konnte Dortmund in den vergangenen Partien nur selten an die überzeugenden Heimauftritte anknüpfen. Seit 298 Pflichtspielminuten sind die Schwarzgelben im heimischen Stadion sogar torlos gegen die Bayern.

Schlägt Dortmunds torgefährlichste Bank der Liga zu?

Vor dem Champions-League-Spiel in Rostow wird Bayern-Trainer Carlo Ancelotti kaum den Zwang haben, seine besten Spieler zu schonen. Zumal der Bayern-Kader ohnehin zu stark besetzt ist und allein der Marktwert der Bayern-Reservebank immer wieder den kompletten Kader anderer Bundesligisten in den Schatten stellt. Im Vergleich mit den Dortmunder Bankangestellten brachten die Bayern-Joker aber deutlich weniger Zählbares zustande: Nur Leipzig (sieben) schoss in dieser Saison mehr Jokertore als der BVB (fünf). Dazu wurden vier weitere Dortmunder Treffer von Einwechselspielern vorbereitet. Das macht neun Saisontore, an denen mindestens ein Joker beteiligt war. Ligahöchstwert.

Bayern bringt es dagegen nur auf zwei Tore durch Einwechselspieler, was nicht zuletzt auch an der Formkrise von Thomas Müller liegt, der bei vier seiner letzten fünf Bundesliga-Einsätze nur von der Bank kam. Dazu bereitete Franck Ribery das 1:0 gegen den HSV am 5. Spieltag als Joker vor. Sollte es lange unentschieden stehen, hätte der BVB also zumindest auf dem Papier mehr Potenzial, um noch nachzulegen

Auba vs. Lewy: Wer entscheidet das Torjägerduell für sich?

Durch seinen Viererpack in Hamburg zuletzt zog Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang mit Kölns Anthony Modeste auf Rang eins der aktuellen Top-Torschützen gleich (je elf Tore). Bayerns bester Stürmer Robert Lewandowski liegt mit sieben Saisontoren dahinter. Ein Trend lässt sich daraus aber noch lange nicht ablesen für das Duell der besten Bundesliga-Torjäger der letzten Jahre. Im Schnitt sind Lewandowski und Aubameyang alle 124 bzw. 122 Bundesliga-Minuten erfolgreich. Es wird spannend zu sehen, wer sich dieses Mal treffsicherer zeigt.

Abschlusstabelle, Torjäger, alle Ergebnisse

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