Der Beweis: Carlo > Pep, Auba > Lewy

Von SPOX
Donnerstag, 22.09.2016 | 18:30 Uhr
Sieben Pflichtspiele, sieben Siege - das schaffte zum Start noch kein Bayern-Trainer vor Ancelotti
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Jetzt steht's endgültig fest: Pep kann nix, Ancelotti dagegen bester Mann. Ribery zieht mit Hoeneß gleich und Aubameyang versägt Lewandowski. Von Mkhitaryan kann man alles wieder vergessen, stattdessen lohnt sich ein Blick auf den 1. FC Leicester City. Der 4. Spieltag in Zahlen.

Carlo > Pep: Es ist ja alles offensichtlich. Ancelotti gibt permanent Interviews, schreibt Autogramme in der Halbzeit und wird's auf der Wiesn zünftig krachen lassen. Alles viel cooler und besser als Guardiola, der einfach nur jedes Spiel gewann und sonst nix drauf hatte - fragen Sie in Manchester nach. Wie überlegen Carlo dem Pep ist, beweisen natürlich auch die Zahlen. Der Italiener ist der erste Bayern-Trainer, der jedes seiner ersten sieben Pflichtspiele gewonnen hat. Das hat's bei den Bayern seit 2012 nicht mehr gegeben. Aber da war ja Jupp Heynckes am Werk und der steht eh über allen.

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Franck = Uli: Ribery ist ja gottfroh, dass sich Guardiola endlich vom Acker gemacht hat, weil der ja wie besagt nix drauf hatte. Nun macht dem Franck das Kicken wieder Spaß, nicht umsonst hat er nach vier Spieltagen in der Liga jetzt schon so viele Tore geschossen wie im Vorjahr unter Pep - nämlich zwei. Viel wichtiger: Er ist damit mit seinem guten Kumpel Ulrich Hoeneß gleichgezogen. Nicht nach Toren, aber nach Einsätzen. 328 Mal trugen Franck und Uli das Bayern-Trikot. Bei den Buden, da liegt der Ex-und-bald-schon-wieder-Präsident noch mit 110 zu 107 vorne.

Auba > Lewy: Borussia Dortmund verkauft ja jedes Jahr Minimum einen Schlüsselspieler, um dann eben erfolgreichere Nachfolger zu verpflichten. Das hat bei Mkhitaryan zum Beispiel wunderbar funktioniert, der hat nur läppische zwei Jahre gebraucht, um mehr Einfluss aufs Dortmunder Spiel zu haben als Götze. Gleiches gilt natürlich auch im Fall Aubameyang und Lewandowski. Die trugen zwar eine gewisse Zeit noch zusammen dieselben Farben, doch nun zeigt sich: Auba besser, Punkt. Denn: Der Gabuner erzielte in Wolfsburg in seinem 99. Bundesligaspiel bereits das 57. Tor (später ließ er noch Nummer 58 folgen) für den BVB - Lewandowski benötigte dazu erbärmliche 103 Partien.

Miki-Wer? Apropos Mkhitaryan. Der hat bei seinem Wechsel natürlich alles richtig gemacht. Wie eigentlich alle, die Dortmund frühzeitig verlassen haben. Gut, Manchester ist jetzt vielleicht nicht die schönste Stadt der Welt, aber hey: Bisschen Training, nie Kicken, der Trainer stört dich auch nicht - für die Kohle durchaus ein Plan. Wie schon besagt hat die Borussia natürlich auch in diesem Fall einen erfolgreicheren Mann im eigenen Kader platziert, der im Vorjahr noch so nett war und Mkhitaryan den Vortritt gelassen hat. Nun aber isser weg, also kann Gonzalo Castro endlich aufblühen: Der Ex-Leverkusener hatte in sieben Pflichtspielen nun schon bei acht Toren seine Füße im Spiel (drei Treffer, fünf Assists). So viel wie kein anderer vom BVB. Und jetzt kann man sich's ja ausrechnen...

Müller regiert Berlin: Die Hertha. Man weiß immer noch nicht, ob man die jetzt für größere Aufgaben auf dem Zettel haben soll oder nicht. Zugegeben: Der Twitter-Account ist ganz nett und dreht regelmäßig durch. Über diesen Kanal ließ man auch verlauten, nach der 0:3-Pleite in München Stolz zu verspüren. Muss letztlich jeder selbst wissen und Berlin war ja schon immer anders. Für Thomas Müller allerdings nicht. Da passiert immer dasselbe, wenn der Nationalspieler auf die Alte Dame trifft. In Zahlen: 3:0, 2:0, 2:0, 1:0, 1:0, 3:1, 3:2, 6:0, 4:0, 3:1, 5:2. Elf Spiele, elf Siege, immer mit Müller auf dem Feld. Eine solche Serie gab's noch für keinen Bundesligakicker zuvor.

1. FC Leicester City: Köln spielt ja nächstes Jahr in der Champions League, wahrscheinlich mit Lukas Podolski im Sturm oder als Verantwortlichem für den Twitter-Account. Es sieht auch schwer nach der Meisterschaft für den FC aus, denn schließlich kassierte die Stöger-Truppe als letztes Team in den Top-5-Ligen Europas einen Gegentreffer. Und das gegen Schalke. Wohl aus Mitleid. Das hielt aber nicht lange, denn nur Sekunden später folgte das 1000. Kölner Auswärtstor in der Bundesliga. Das schafften zuvor nur sechs andere Klubs (FCB, BVB, SVW, VFB, HSV, BMG). Und wer hat die erste FC-Auswärtsbude gemacht? Na klar, Wolle Overath 1963 in Saarbrücken.

Tippen!!! Leverkusen gegen Augsburg an einem Mittwochabend. Klingt sehr mittelmäßig, war's dann auch. Doch genau das sind die Kicks, auf die man Geld setzen muss. Klar, für die Quote eines Hertha-Siegs gegen die Bayern könnte man sich bei 10 Euro Einsatz eine Penthousewohnung in Prenzlauer Berg rauslassen. Bevor das aber eintrifft, muss ja erst Thomas Müller seine Karriere beenden. Daher: Lev gegen Aux = Remis. Eigentlich immer. Zumindest die letzten vier Male (0:0, 1:1, 2:2, 3:3). Vielleicht beim nächsten Mal einen Ergebnistipp machen und auf 4:4 gehen.

Feuerwehrmann Kovac: Jörg Berger muss jedem, der den Fußball geliebt hat, bevor er zu einem überassimilierten Marketingkonstrukt verkümmerte, ein Begriff sein. Bedauerlicherweise viel zu früh verstorben, als Trainer aber die Inkarnation des Feuerwehrmanns. Und warum? Weil Berger immer die Defensive in den Griff bekam und wer keins kassiert, kann zumindest schon mal nicht verlieren. So lief's beispielsweise auch 1990/1991. Damals war die Eintracht noch ein Spitzenklub der Bundesliga und überragende Kerle wie Heinz Gründel, Ralf Falkenmayer oder Stefan Studer haben für die Adler gekickt. Und einen Rekord aufgestellt, der erst jetzt, wo die Eintracht kein Spitzenklub mehr ist, eingestellt wurde. Und zwar von Kovacs Mannen, die in den ersten vier Partien nur zwei Gegentore kassierten. Aus Kölner Sicht natürlich albern.

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