Der 3. Bundesliga-Spieltag in Zahlen

Blumen, Schnaps und Pornokino

Von SPOX
Montag, 19.09.2016 | 18:00 Uhr
Christian Pulisic
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In Dortmund haben sie nach Lars Ricken und Nuri Sahin wieder einen jungen Superstar, dem sie zujubeln können - wenn auch etwas verfrüht. Viktor Skripnik und Markus Weinzierl schreiben beide Geschichte und Leverkusen hat die Hosen voll. Der 3. Spieltag in Zahlen.

40 Prozent: Keine Panik! Das ist NICHT das Wahlergebnis der AfD in Berlin. Auch die Zeiten, in denen die Volksparteien auf solche Werte gekommen sind, sind vorbei. Die CDU hat das in der Hauptstadt letztmals 1999 fertig gebracht. Solche Zahlen sind der Stoff, aus dem die feuchten Träume von Michael Müller und Co. bestehen. Leo Bittencourt muss da mal prüfen, ob seine Boxershorts schon kleben. Der bringt das nämlich aufs Papier, wenn auch die Disziplin ungewöhnlich ist: 40 Prozent all seiner Bundesliga-Tore schoss er nämlich gegen den SC Freiburg. Vier von zehn. Das nennt sich dann wohl Lieblingsgegner.

Die Krüge hoooooooch: O'zapft is! Zumindest auf der Münchner Wiesn. Die Fässer mit dem Zielwasser sind in Sinsheim aber offenbar noch verschlossen im Keller. Oder zumindest irgendwo, wo sie die Kicker von 1899 Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg nicht finden konnten. Das einzige 0:0 des Spieltags war nämlich die Partie mit den meisten aller Torschüsse. 40 Versuche, VIERZIG Versuche. Und keine Tore. Na, dann: Sauft, ihr Wölfe! Sauft, ihr Hoffis!

Offensivspekulatius: Und überhaupt, liebe Wölfe! Da ballert ihr in der Sommerpause für Gomez, Brekalo, Kuba, Mayoral und Co. Kohle raus, dass es selbst Prinz Marcus von Anhalt die Zigarre aus der Hand gehauen hat. Und in der Liga folgt nun ... nichts. Nur zwei der 27 Bundesligapartien in der Saison 2016/17 endeten bislang 0:0. Ihr habt es irgendwie geschafft, dabei jeweils auf dem Platz zu stehen. Glückwunsch!

Sechs macht Spaß: 6:0, 6:0 - ganz ehrlich: So akkurat kriegt das nicht mal Angie Kerber häufig hin. Und die ist immerhin die Nummer eins der Tenniswelt. Aber von Schmelle und dem BVB kann sich Uns Angie trotzdem noch etwas abschauen. Der schwarz-gelbe Partybus ist nämlich nur ein paar Tage nach der polnischen Demontage in Warschau auch über ziemlich welke Lilien hinweggewalzt. Ohne Erbarmen. Da gibt's diesen Verein schon 107 Jahre. Aber es hat den Passlack-Pulisic-Papa-Pogo gebraucht, bis es einmal in zwei Pflichtspiele nacheinander sechsmal klingelte.

Vorzeitiges Gratulieren bringt Unglück: A propos Pulisic. Dessen Aufstieg nimmt jetzt ein rapides Ende. Keine Frage! Dem haben nämlich am Samstag alle gratuliert - da waren sie aber einen Tag zu früh. Am Sonntag ist der US-Boy 18 geworden. Die Blumen, den harten Schnaps und den Pornokinobesuch gab es aber schon am Samstag. Porno war vor allem sein Treffer, mit dem er seine Galaleistung (Note 1) garnierte. Damit ist er erst der zweite Spieler in der glorreichen Geschichte, der vor seinem heiligen 18. dreimal in der Bundesliga einnetzte.

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Draufhauen: Irgendwie macht es keinen Spaß, auf dem Saisonstart des FC Schalke herumzuhacken. Obwohl... Wem machen wir was vor? Ab dafür! Seit elf Jahren hat keine Mannschaft nach drei Spielen null Punkte und null Tore auf dem Konto gehabt. Und für Markus Weinzierl kommt die Häme besonders dicke. Der ist jetzt nämlich der erste, seitdem der Mythos am Schalker Markt begann, der seine ersten drei BL-Partien als Schalke-Trainer verlor.

Er kann noch acht Spiele verlieren: Das Vertrauen in Viktor Skripniks Arbeit bei Werder Bremen war so groß, dass Sportdirektor Frank Baumann ihm im vorauseilenden Gehorsam eine Carte Blanche ausstellte und eine Schleife drum machte: "Er bleibt auch Trainer, wenn wir noch acht Spiele verlieren", sagte er nach dem ersten Spieltag. Ganz so lange dauerte es nicht, bis der Geduldsfaden am Osterdeich riss. Nach drei Spielen musste Skripnik mit der verheerenden Bilanz von null Punkten und 2:12 Toren die Koffer packen. Damit sichert sich der Skripnicker seinen Platz in den Greatest Hits der schnellsten Trainerentlassungen. Andere hatten es aber noch eiliger:

  • Rinus Michels musste 1982 nach dem zweiten Spieltag beim 1. FC Köln abdampfen.
  • Ach, geliebter Effzeh, du hast auch mit Morten Olsen keine Geduld gehabt. Der durfte 1986 ebenfalls nach zwei Spielen gehen.
  • Jaaaaa, der VfBeeeee! Rolf Fringer war im Sommer 1996 sogar vor dem ersten Spieltag weg. Genau wie...
  • Jörn Andersen 2009 bei Mainz. Na, dann lieber nichts zu Weihnachten!

Dünnschiss vom Punkt: Wir wollen jetzt in aller Einzelheit nicht erörtern, ob die Leverkusener in guter Paule-Breitner-Manier eher die Hosen voll haben oder es recht flüssig läuft, wenn sie zum Elfmeterpunkt schreiten. Aber wir können das Thema Elferphobie nicht mehr umschippern: Die Leverkusener haben Nerven aus Zahnseide, sobald sie am Punkt stehen. Von den letzten 16 Elfmetern im Oberhaus versenkte Leverkusen lediglich die Hälfte. Das ist ... mittelgut.

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