Wie belastbar ist die neue Liebe?

Donnerstag, 25.08.2016 | 11:08 Uhr
Bayern und Dortmund standen sich zuletzt im Spiel um den Supercup gegenüber
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Die Bundesliga (Fr. 20.30 Uhr im LIVETICKER) steuert an der Spitze auch in dieser Saison auf ein Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund zu. Das Verhältnis beider deutscher Aushängeschilder hat sich aber deutlich entspannt. Würde diese traute Zweisamkeit auch eine Dortmunder Meisterschaft überstehen?

Es war ein durchaus grotesker Beginn für den "Gipfel der Bosse", wie die Bild ihr Interview vor dem DFB-Pokalfinale im Mai dieses Jahres mit Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke betitelte.

Da bot der eine, Rummenigge, dem anderen, Watzke, doch ganz unvermittelt das Du an. "Ich bin der Kalle." - "Aki, freut mich." Es war die offizielle Verbrüderung zweier Erzrivalen, die sich im Wettstreit ihrer Vereine in den Jahren zuvor nicht gerade grün waren, auch wenn Watzke noch meinte: "Ein echtes Problem hatten Kalle und ich nie..."

Seitdem herrscht außerhalb des sportlichen Wettkampfs eine sehr entspannte Stimmung zwischen den beiden besten deutschen Fußballklubs. Kalle und Aki, Aki und Kalle. Wo früher ein eiskalter Händedruck ohne Blickkontakt war, sind heute zwei Kumpels, die ihre gemeinsame Herkunft aus Westfalen betonen. Watzke bezeichnete das Verhältnis beider Klubs deshalb gar als "so gut wie schon ewig nicht mehr".

Die eine oder andere Spitze von den nach Dortmund gewechselten Mario Götze ("Ich würde die Entscheidung heute so nicht mehr treffen") und Sebastian Rode ("Ich war schon als Kind BVB-Fan") oder Watzke selbst ("Götze wurde die Unwahrheit gesagt") waren im Vergleich zu früheren Zeiten doch eher stumpf oder Kalkül, um den eigenen Anhang zu besänftigen.

Bayern und Dortmund im Saison-Vergleich 2015/16

Entschleunigung beim FC Bayern

Wobei auch unter den Fans auf beiden Seiten große Heiterkeit herrscht. Dortmunder und Münchner haben einen angenehmen Sommer erlebt. Bayern ist ohnehin schon seit einigen Jahren nicht mehr gezwungen, zentrale Spieler oder Publikumslieblinge an größere Klubs abzugeben, dafür kamen mit Mats Hummels und Renato Sanches zwei Hochkaräter.

Moderiert wird neuerdings alles vom italienischen Entschleunigungsguru und Rotweinliebhaber Carlo Ancelotti, der von vielen Beobachtern schon als Gegenpol zu Pep Guardiola gezeichnet wird. Die Vorbereitung verlief abgesehen von Franck Riberys Flegeleien recht geräuschlos. Die vielen Verletzungen? Geschenkt! Die späte Rückkehr der vielen EM-Fahrer? Das muss der Kader aushalten!

BVB: Riskant oder ambitioniert?

Der BVB-Anhang hat die Abgänge seiner Leistungsträger Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan gut verdaut, auch weil Watzke und Sportdirektor Michael Zorc auf dem Transfermarkt in Sachen Verpflichtungen sehr umtriebig waren und sich neben den deutschen Nationalspielern Götze und Andre Schürrle auch hochgehandelte Talente wie Ousmane Dembele und Emre Mor in den Kader holten.

Trainer Thomas Tuchel sprach zwischenzeitlich von einem "riskanten Weg", den der BVB da gehe. Man habe sich für viel Talent und das Leuchten in den Augen der Spieler entschieden, aber man könne nicht davon ausgehen, dass alles sofort funktionieren werde. Mittlerweile hat Tuchel aber ein gutes Gefühl, und "wenn wir jetzt bald komplett sind, kann zusammenwachsen, was zusammengehört".

Damit ist er auch auf der Linie von Watzke, der von einer riskanten Transferpolitik bei Sport 1 nichts wissen wollte: "Sie ist auf gar keinen Fall riskant. Riskant ist etwas, was dich vielleicht anschließend die Existenz kostet. Ich würde sagen: ambitioniert. Ambitioniert, aber alternativlos war das Vorgehen."

Neue Aufgaben für Tuchel

Die Verantwortlichen haben ihrem Trainer im zweiten Jahr einen Kader zusammengestellt, der in Sachen Motivation, Intensität, Bereitschaft zur Arbeit gegen den Ball und spielerischer Klasse seinen Wünschen entspricht.

Damit verbunden sind aber auch zwei knifflige Aufgabenstellungen. Zum einen konnte Tuchel in der Vorbereitung viele Spieler erst später ins Training integrieren, einige Leistungsträger wie Marco Reus waren oder sind noch immer verletzt, andere kamen nach der EM erst spät zum Team. Zum anderen ist der Kader der Dortmunder deutlich angewachsen. Es wird also eine größere Herausforderung als in der letzten Saison, die Interessen der Einzelnen zu moderieren und alle bei Laune zu halten.

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Zu viele Kandidaten für die Offensvie?

Insgesamt 25 Feldspieler mit Ambitionen auf die Startelf oder mindestens den 18er-Kader hat der BVB aktuell auf der Liste. Vor allem für die vier bis fünf Positionen in der Offensive hat Dortmund zehn Kandidaten, von denen sich keiner gerne längere Zeit auf die Bank setzen wird.

Tuchel ist zwar als Anhänger der Guardiola-Schule ein Freund vieler taktischer Varianten und diverser Aufstellungsmöglichkeiten, aber bei dieser Anzahl an Spielern dürfte es Härtefälle und damit verbundene Diskussionen in der Öffentlichkeit geben.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Zorc knapp eine Woche vor Transferschluss weitere Abgänge nicht ausschließen will und sich Gerüchte um Spieler wie Christian Pulisic halten, der im Supercup nicht berücksichtigt wurde und dem mit Dembele und Mor zwei etwa gleichaltrige Offensivspieler vor die Nase gesetzt wurden.

Was passiert, wenn Dortmund Meister wird?

Für schlechte Stimmung ist in Zeiten der Vorbereitung aber nur selten Platz. Wie gut die Atmosphäre beim BVB derzeit zu sein scheint, zeigten Tuchel und Schürrle am Montagabend in Trier, als sich die beiden bei Schürrles Auswechslung derart krumm lachten, als hätten sie zu viel vom hiesigen Wein genascht.

So weinselig es in beiden Lagern derzeit zugeht und so entspannt das Verhältnis zwischen den Großkopferten von Bayern und Dortmund sein mag, auf dem Platz hat es zuletzt regelmäßig gekracht. Der BVB sah sich dabei nicht immer fair behandelt und um Titel gebracht.

Das soll sich nun endlich wieder ändern. Die Dortmunder sind heiß, die Münchner Dominanz nach vier Meistertiteln in Folge endlich zu beenden. Das würde dann auch die neu gewonnene Harmonie auf die Probe stellen. Denn eines mögen die Bayern ganz sicher nicht: verlieren. Egal, ob der Gegner nun Borussia Dortmund, Herr Watzke oder Aki heißt.

Der Spielplan der Bundesliga 2016/17

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