Fussball

"Zustand, der zufriedenstellend ist"

Von SPOX
Mittwoch, 13.07.2016 | 11:27 Uhr
Günter Netzer (r.) hat die EM von der Couch aus verfolgt
© getty

Nach seiner Herz-Operation befindet sich Günter Netzer auf dem Weg der Besserung. Die 100 Prozent sind zwar noch nicht wiederhergestellt, doch dafür macht das Training endlich wieder Spaß. Die EM verfolgte Netzer von der Couch aus - und überanspruchte sein geschwächtes Herz keinesfalls.

"Ich hatte außerordentliches Glück", berichtet Netzer im Interview mit der Sport Bild über seine Herzschwäche. Seiner Frau Elvira hat er wahrscheinlich sein Leben zu verdanken. Sie war es, die Netzer dazu überredete, ins Krankenhaus zu fahren: "Dank meiner wunderbaren Frau wurde das Schlimmste verhindert. Ich habe ihr und den Ärzten viel zu verdanken und bin jetzt in einem Zustand, der zufriedenstellend ist."

Trotzdem ist noch etwas Luft nach oben: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber es ist sehr akzeptabel." Für seine Gesundheit trainiert der 71-Jährige wie noch nie zuvor: "Ich hätte mein Leben lang nicht gedacht, dass ich das Konditionstraining lieben würde - das ist eigentlich der pure Hohn für mich, da ich fast 30 Jahre nicht trainiert habe. Jetzt bin ich fast schon süchtig, weil ich sehe, wie das Training mich voranbringt."

"Diese EM hat mein Herz nicht berührt."

Die EM, die "kein gutes Niveau" hatte, hat Netzer nicht wirklich mitgerissen: "Diese EM hat mein Herz nicht berührt." Dafür war auch der Turniermodus verantwortlich: "Vor allem die Vorrunde war schwer akzeptabel, unansehnlich, wenig interessant, geschweige denn spektakulär. Ich führe das auf den neuen Modus mit 24 Mannschaften zurück, der keine gute Idee war."

Das führte dazu, dass Netzer das ein oder andere Spiel sogar ausließ. Ein Novum im Leben des Ex-Nationalspielers: "Ich muss gestehen, dass ich viele Spiele nicht gesehen habe. Sie haben mich von vornherein nicht interessiert, und das war bisher bei keiner Welt- und Europmeisterschaft in meinem Leben zuvor der Fall. Ich hätte sonst niemals ausgeschlossen, mir ein Spiel nicht anzusehen. Dieses Mal ja."

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