Fussball

Eine Prise Poldi

Mario Götze wechselte 2013 von Borussia Dortmund zum FC Bayern

Borussia Dortmund geht mit dem Transfer von Mario Götze in Vorleistung. Trotzdem ist das Risiko für den BVB überschaubar, der ganze Druck lastet auf dem Spieler. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur Andreas Lehner.

Der verlorene Sohn kehrt nach Hause zurück. Zumindest ist das der Dreh, den Borussia Dortmund der Rückholaktion von Mario Götze zu geben versucht. Der Spin-Doctor an vorderster Front ist dabei Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der seit Monaten die Tür für eine Rückkehr Götzes immer weiter geöffnet hat.

Watzke hat mit vielen Aussagen in dieser Zeit Stimmungen ausgelotet und die vor drei Jahren doch sehr gekränkte BVB-Anhängerschaft auf diesen Transfer vorbereitet. Am Ende konnte er sich sicher sein, dass zwar der harte Kern Götze den Judas-Stempel weiterhin aufdrücken, der Großteil der Anhänger aber den im eigenen Stall ausgebildeten Spieler zumindest nicht ablehnen wird.

BVB geht in Vorleistung

Der BVB geht mit diesem Transfer in Vorleistung. Zum einen finanziell, weil die kolportierten 26 Millionen Euro viel Geld sind für einen Spieler, der zuletzt weder im Verein noch in der Nationalmannschaft in der ersten Elf stand und dessen Vertrag in München nur noch ein Jahr lief.

Zum zweiten emotional, weil sich trotz Watzkes Vorarbeit auf dieser Ebene nicht sagen lässt, wie sich die Stimmung entwickelt, falls Götze doch nicht funktionieren sollte. Und drittens sportlich, weil der BVB mit seinen Rückkehrern Nuri Sahin und Shinji Kagawa bisher nicht allzu gut gefahren ist und das Spiel unter Thomas Tuchel ein anderes ist, als damals unter Jürgen Klopp.

Trotzdem ist das Risiko für den BVB überschaubar, weil der Verein seinen guten Willen schon unter Beweis gestellt hat und Götze eine Chance bietet, seine eingedellte Karriere wieder auszubeulen.

Götze wie einst Poldi?

Der Druck liegt aber ab sofort alleine bei Götze. Er muss sportlich beweisen, dass seine drei schweren Jahre in München nicht nur an ihm lagen, sondern dass ihn der FC Bayern nur nicht richtig einzusetzen wusste.

Götze steht an einem ähnlichen Punkt wie Lukas Podolski 2009, der damals ebenfalls als 24-Jähriger nach drei Jahren seine Zelte in München abbrach und sich seinem Heimatverein anschloss. Götzes Schritt zurück ist in Dortmund bei Weitem nicht so groß wie bei Podolski in Köln.

Aber kann er in Dortmund nicht den Weg zum Superstar einschlagen, der ihm vor drei Jahren prophezeit wurde, wird es heißen: In München gescheitert, beim BVB stagniert, vielleicht als Talent zu früh zu hoch geschossen. Es liegt an Götze, der Welt zu zeigen, was er kann.

Mario Götze im Steckbrief

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