Eintracht: Bobic voller Euphorie

SID
Mittwoch, 01.06.2016 | 13:59 Uhr
Fredi Bobic spielte als Aktiver für Hertha BSC
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Fredi Bobic konnte es nicht mehr abwarten. Um 10.55 Uhr, fünf Minuten früher als erwartet, betrat der 44-Jährige den Raum Gold des Lindner Hotels, "voller Tatendrang und Euphorie" nahm er den Job als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt in Angriff - jedoch ohne konkretes Ziel.

"Was soll ich jetzt groß davon reden?", fragte der Europameister von 1996 bei seiner offiziellen Vorstellung am Mittwoch. Bestandteil der Bundesliga zu sein, sei ja schließlich auch schon ein Erfolg und etwas "ganz, ganz Besonderes. Darauf werden wir aufbauen und langsam versuchen, uns nach vorne zu arbeiten", sagte Bobic und stellte immerhin klar: "Wir sind auf einem guten Weg."

Im dunkelblauen Maßanzug skizzierte der frühere Stürmer, der am Main nach 13 Jahren die Nachfolge von Heribert Bruchhagen antreten wird, seine künftige Arbeit. Er sprach von einer Aufgabe, die ihn "mit Stolz" erfülle, von Herausforderungen, die er wie zu seiner aktiven Zeit "offensiv, mutig und zielstrebig" angehen werde. Wohl auch deshalb ging er direkt auf die Fans zu, die seine Verpflichtung bis zum 30. Juni 2019 teilweise scharf kritisiert hatten.

"Ich habe das mitbekommen und werde die Kommunikation suchen", sagte Bobic. Dass sich an seiner Inthronisierung die Geister scheiden, könne man auch als positives Zeichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit interpretieren. "Die Eintracht polarisiert, ich polarisiere - das passt also", meinte Bobic, der in der Bundesliga 285 Partien betritten hatte und zuletzt beim Ligarivalen VfB Stuttgart als Vorstand Sport unter Vertrag stand.

"Virus hat mich gepackt"

Sein Gastspiel im Ländle war nicht unumstritten. Nachfolger Robin Dutt, inzwischen beim VfB gescheitert, hatte die vielen Stuttgarter Misserfolge der jüngsten Vergangenheit in einer Generalabrechnung auch Bobic angelastet.

"Wir haben uns Infos eingeholt, auch Heribert Bruchhagen gab ein positives Feedback", sagte Frankfurts Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Steubing. Und weil Bobic "ein schlüssiges Konzept vorgelegt hat und sein Netzwerk nicht an den Grenzen Europas endet, war der Aufsichtsrat geschlossen der Meinung, dass er der richtige Mann am richtigen Ort ist."

Erstmals übrigens wird der in Slowenien geborene Bobic für die Hessen arbeiten, während seiner aktiven Karriere trug er nie das Trikot der Eintracht. Angst, dass ihn ein Traditionsklub mit all seinen Gegebenheiten überfordern könnte, hat Bobic nicht.

"Ich habe bislang nur für solche Vereine gearbeitet. Die Eintracht hat mich fasziniert, selbst vor dem Fernseher habe ich den Reiz gespürt", sagte er: "Der Virus hat mich schon gepackt."

"Werden genau hinschauen"

Während die Frankfurter Spieler nach dem Klassenerhalt in letzter Minute im Urlaub Kraft für die neue Saison tanken, geht die Arbeit von Bobic jetzt erst richtig los. Die Planung des in der vergangenen Spielzeit oft überforderten Kaders wird umgehend beginnen. "Wir werden sehr genau hinschauen. Wer hat uns enttäuscht, wer hat uns in die Erfolgsspur geführt", sagte Sportdirektor Bruno Hübner.

Zusammen mit Trainer Niko Kovac sollen Entscheidungen getroffen werden. Aber letztlich ist sich Bobic bewusst, "dass ich der Ball sein werde, gegen den getreten wird, wenn es nicht gelingt".

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