Tomislav Maric im Interview

Gladbach wird Spaß an Benes haben"

Samstag, 25.06.2016 | 12:00 Uhr
Laszlo Benes wechselt von MSK Zilina zu Borussia Möchengladbach
© getty
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Tomislav Maric kennt Fohlen-Neuzugang Laszlo Benes aus seiner Zeit als Trainer von Dunajska Streda bestens. Im Interview schwärmt Maric von den Fähigkeiten des Slowaken und analysiert Stärken und Schwächen des deutschen EM-Achtelfinal-Gegners. Außerdem spricht er über die Euphorie in seinem Heimatland Kroatien.

SPOX: Herr Maric, Borussia Mönchengladbach hat Laszlo Benes bis 2021 verpflichtet. Was ist er für ein Spielertyp?

Tomislav Maric: Ich kann Gladbach nur gratulieren, er ist ein absolutes Top-Talent in der Slowakei. Benes ist ein Fußballer mit einer sehr großen Spielintelligenz, der im Mittelfeld auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist. Er wird sicherlich eine Zeit lang brauchen, bis er sich an das Tempo und die Physis in der Bundesliga gewöhnt hat, aber in naher Zukunft wird Gladbach viel Spaß an ihm haben. Wichtig ist einfach, dass man dem Jungen eine gewisse Zeit einräumt. Das ist ein Prozess, den Benes durchleben muss.

SPOX: Mit Andre Schubert ist ein Trainer in Gladbach, der aus der Jugendarbeit kommt. Ein Vorteil für den Bundesliga-Einstieg?

Maric: Es ist immer von Vorteil, wenn ein Trainer in der Jugend oder der zweiten Mannschaft eines Vereins gearbeitet hat. Für die Spieler ist der Weg zu den Profis dann manchmal kürzer, als es der Fall ist, wenn ein Externer kommt.

SPOX: Er hat eine Vergangenheit bei Ihrem Klub, er war in der Jugend von DAC Dunajska Streda. Der Klub hat sich auf die Fahne geschrieben, Talente auszubilden. Sind bei seinem Abschied Freudentränen ausgebrochen?

Maric: Laszlo Benes ist nach seiner Zeit in Streda nach Zilina gewechselt. Gerade in diesem speziellen Fall haben es die Verantwortlichen verpasst, Benes zurückzuholen. Die Verantwortlichen von Zilina sind bekannt dafür, dass sie ein Auge auf junge Spieler haben und eine sehr gute Ausbildung bieten und jedes Jahr sehr viele junge Spieler in die A-Mannschaft bringen. Benes ist ein Produkt davon. Wenn er gesund bleibt, kann er den nächsten Schritt packen.

SPOX: Im EM-Kader der Slowaken ist Benes allerdings noch nicht. Die Mannschaft macht es aber bisher dennoch mehr als ordentlich. Wie sehen Sie die bisherigen Turnierleistungen?

Maric: Da muss man differenzieren. Zum einen gibt es das Ziel: Das haben sie erreicht und stehen im Achtelfinale. Damit sind alle zufrieden. Zum anderen sind da aber die Auftritte: Da habe ich mehr von den Slowaken erwartet. Das war teilweise schon sehr defensiv, auch wenn das ihre Spielidee ist und die Slowakei der Underdog sein will. Sie haben ihre Probleme, wenn sie das Spiel selbst gestalten müssen, aber sie lieben es, wenn sie aus einer gut organisierten Abwehr kontern können. Mir war das aber zu sehr auf zerstören ausgelegt - besonders gegen England. Da haben sie offensiv eigentlich gar nichts gemacht und das, obwohl sie Spieler wie Marek Hamsik im Kader haben.

SPOX: Sie sprechen den Star des Teams an. Die Slowakei hat aber gezeigt, dass Sie nicht nur aus Hamsik besteht. Hat der slowakische Fußball jetzt schon seine Visitenkarte in Europa abgegeben?

Maric: Die Slowakei hat Fußballer in den Reihen, die mehr zeigen können als bisher. Deshalb muss man immer vor ihr auf der Hut sein. Besonders Vladimir Weiss ist ein Spieler, der Eins-gegen-Eins-Situationen gut lösen kann. Daneben gibt es noch Martin Skrtel, der eine Führungsrolle hat. Skrtel hadert ein bisschen damit, dass er relativ wenig Spielpraxis hat.

SPOX: Worauf muss sich die deutsche Mannschaft am Sonntag einstellen?

Maric: Die Slowakei wird ihre Spielweise nicht ändern, Deutschland wird viel Ballbesitz haben und geduldig spielen. Die Slowaken haben gegen England auf den Außen Schwächen gezeigt, das könnte am Sonntag ein Mittel sein. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man - auch wenn man sie dominiert und in Führung geht - sich nicht sicher fühlt, sondern auf das 2:0 spielt.

SPOX: Im Testspiel vor der EM hat die Slowakei unter widrigen Verhältnissen gewonnen. Ist diesmal wieder etwas drin?

Maric: Es gibt einen Favoriten und Deutschland bringt eben mehr Qualität mit, aber in so einem Spiel kann viel passieren. Schiedsrichterentscheidungen, Rote Karte, Verletzungen - das sind Nuancen, die das Spiel entscheiden können. Wenn Deutschland hochkonzentriert in das Spiel geht und seine Chancen besser nutzt als im letzten Spiel wird Deutschland klar weiterkommen.

SPOX: Ihr Heimatland ist ebenfalls in der K.o.-Phase. In der wohl schwierigsten Gruppe der EM hat Kroatien Platz 1 erreicht. Haben Sie das erwartet?

Maric: Kroatien wird von der Euphorie getragen. Die Auftritte der Nationalmannschaft beeindrucken nicht nur spielerisch: Man hat einfach das Gefühl, dass da nicht nur elf Mann auf dem Platz stehen, sondern alle 23 Spieler ein Ziel verfolgen - vielleicht geht es auch bis ins Finale. In die Gruppenphase sind wir mit den Spaniern als Favorit gestartet. Dass wir jetzt den Gruppensieg eingefahren haben ist schön und viele Experten hatten vielleicht Spanien als Ersten erwartet.

SPOX: Was macht die Mannschaft aus?

Maric: Kroatien hat eine hohe individuelle Qualität in den eigenen Reihen. Rakitic, Modric, Corluca oder Mandzukic - sie alle spielen bei Top-Klubs in Europa und bringen sehr viel Erfahrung mit. Diese Nationalmannschaft braucht sich vor keinem Gegner verstecken. Dazu kommen sehr viele junge Spieler nach, die mit den Hufen scharren und in die Mannschaft drängen, aber trotzdem eine positive Stimmung verbreiten. Die Führungsspieler interpretieren ihre Rolle sehr positiv und nehmen alle mit. Das alles gepaart mit der hohen individuellen Qualität sorgt für solche Spiele wie gegen Spanien.

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SPOX: Mit Andrej Kramaric ist auch ein Hoffenheimer dabei. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Maric: Ich bin positiv von Kramaric beeindruckt - vor allem in Hoffenheim. Er ist ein hochtalentierter Spieler, der Situationen gut erkennt und schnell den Abschluss sucht. Das Umfeld in Hoffenheim hat Kramaric sehr gut getan: Ihm wurde eine gewisse Zeit und auch Wärme gegeben. In Hoffenheim kann er seine Qualitäten optimal einbringen. Es ist für ihn ein absoluter Gewinn, aber auch für Hoffenheim.

SPOX: Jetzt kommt mit Portugal und Cristiano Ronaldo wieder ein schwerer Gegner. Ist Kroatien aufgrund der Form favorisiert?

Maric: Ich denke das ist ein 50:50-Spiel. Wenn man die portugiesischen Spiele detaillierter analysiert, sieht man, dass sie eine Vielzahl von Chancen und sehr viel Ballbesitz hatten - gefühlt waren sie bei jeder Statistik besser. Wir gehen nach den gezeigten Leistungen sicherlich mit einem anderen Selbstvertrauen in die Partie, aber das wird alles andere als ein leichtes Spiel. Wir haben noch nie einen Sieg gegen Portugal eingefahren - diese Serie gilt es zu brechen. Ich bin durchaus positiv gestimmt, dass wir das Spiel nach Hause schaukeln.

SPOX: Wer ist für Sie der EM-Favorit?

Maric: Wenn wir nur die EM-Leistungen betrachten, haben Island und Wales im Rahmen ihrer Möglichkeiten Top-Leistungen abgerufen. Ich glaube aber, dass sich am Ende des Tages eine der Nationen mit der großen individuellen Qualität wie Deutschland oder Spanien durchsetzen wird. Wenn Kroatien Portugal auf die Seite schiebt, haben sie auch gute Möglichkeiten, vielleicht sogar bis ins Finale zu kommen. Aber im K.o.-Modus entscheiden Kleinigkeiten und es ist wirklich schwierig, da eine Prognose abzugeben. Alleine das Beispiel Italien gegen Spanien. Da sieht man so viele geniale Fußballer auf beiden Seiten, die eine verschiedene Philosophie vertreten. Da kann man nicht vorhersagen, wer weiter kommt.

SPOX: Ganz Großbritannien ist noch dabei und hat noch Chancen auf den Titel. Ist das eine grundsätzliche Tendenz oder ist das Zufall?

Maric: Schwierig zu beantworten. Ich würde da gar nicht groß in die Analyse gehen. Der Modus und die Gegebenheiten haben dazu geführt, dass so viele Mannschaften aus Großbritannien dabei sind. Das kann auch Zufall sein.

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