Darmstadt-Präsident Rüdiger Fritsch im Interview

"Darmstadt gab es schon vor Schuster"

Dienstag, 21.06.2016 | 11:38 Uhr
Die sportliche Leitung der Lilien um Rüdiger Fritsch (2.v.r.) blickt gut gelaunt in die Zukunft
© getty
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Der SV Darmstadt 98 wird gerade zum Opfer seines Erfolgs. Die Spieler sind heiß begehrt, der Trainer ist schon weg. Und trotzdem verfällt man am Böllenfalltor nicht in Panik. Das merkt man, wenn man sich mit Rüdiger Fritsch unterhält. Der ehrenamtliche Präsident der Lilien spricht im Interview über die Zeit nach Dirk Schuster, dessen Nachfolger Norbert Meier und Strukturen wie bei einem Kegelverein.

SPOX: Herr Fritsch, als Anwalt muss man sich bekanntlich häufig auf Deals und Kompromisse einlassen. Wie sehr haben Sie mit den Zähnen geknirscht, als es um die Freigabe von Dirk Schuster ging?

Rüdiger Fritsch: Die Akte ist für uns geschlossen, wir richten unseren Blick ausschließlich nach vorne und möchten uns dahingehend nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen. Mit dem FC Augsburg lief alles fair ab. Ein üblicher Ablauf im Profifußball.

SPOX: Die Erfolgsgeschichte des SV Darmstadt 98 ist dennoch untrennbar mit dem Namen Schuster verbunden. Beginnt nun eine neue Zeitrechnung am Böllenfalltor?

Fritsch: Im Fußball gibt es keine Erfolgsautomatismen. Wer hätte uns denn versichert, dass wir unter Dirk Schuster das vierte Wunder schaffen? Die nächste Saison wird egal unter welchem Trainer wieder extrem schwierig. Das Wohl des Vereins ist nicht abhängig von einzelnen Personen Die Ausgangslage hat sich ja nicht verändert. Für uns ist die Bundesliga weiterhin purer Überlebenskampf und eine schwierige Mission.

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SPOX: Besteht die Gefahr, dass die Lilien ein Stück weit ihre Identität verlieren? Immerhin stand Schuster wie kein Zweiter für den Darmstädter Weg...

Fritsch: Nein. Normalerweise spricht man im Fußball immer vom Tagesgeschäft und denkt nur von Spiel zu Spiel. Nun soll es auf einmal ein großes Thema sein, wenn ein Trainer nach dreieinhalb Jahren einen Verein verlässt? Dieser Zeitraum ist in der Fußballzeitrechnung eigentlich eine halbe Ewigkeit. Dirk Schuster wollte sich verändern und suchte eine neue Herausforderung. Dadurch bietet sich aber auch für uns die Möglichkeit, ein neues Set-up aufzubauen. Wir sehen das Ganze also auch als Chance. In Darmstadt ist die Welt ja nicht untergegangen. Unsere Ziele bleiben gleich, nur eben unter anderen Vorzeichen. Das muss ja nichts Schlechtes sein.

SPOX: Das klingt alles sehr rational, dabei verbindet man Darmstadt unweigerlich mit Fußballromantik...

Fritsch: Nur, weil sich die sportliche Führung verändert hat, verändert sich ja nichts an unseren grundsätzlichen Werten. Soweit ich weiß, gab es den Verein SV Darmstadt 98 schon vor Dirk Schuster. Natürlich war es sportlich eine unfassbar erfolgreiche Zeit, aber unsere Werte und Normen für die wir stehen, kommen doch eher aus der Vergangenheit, der Tradition, der Verbundenheit und aus dem Managen von schwierigen Bedingungen.

SPOX: Der Neue heißt jetzt Norbert Meier. Für viele war die Entscheidung für ihn überraschend. Wieso fiel die Wahl ausgerechnet auf ihn?

Fritsch: Wir haben uns natürlich intensiv Gedanken gemacht, als absehbar war, dass uns Dirk Schuster verlassen wird. Aber Norbert Meier war sofort einer der Wunschkandidaten. Am Ende stand er letztlich auf unserer "Short List" und gemeinsam mit Holger Fach haben wir uns mit voller Überzeugung für Norbert Meier entschieden. Für uns war es wichtig, dass wir einen Trainer verpflichten, der Darmstadt 98 nicht nur als Durchgangsjob, sondern als Projekt und Herausforderung begreift. Norbert Meier möchte nun nochmal allen zeigen, dass er ein Erstligatrainer ist. Ein Engagement bei uns sollte für beide Seiten auch immer eine Win-Win-Situation sein, ähnlich wie es auch bei vielen Spielern bei uns der Fall ist. Neben den genannten Parametern war uns auch wichtig, dass wir einen erfahrenen Mann verpflichten, der sich mit den Gegebenheiten im Profifußball auskennt. Es hätte doch keinen Sinn ergeben, wenn gerade wir einen jungen und talentierten Trainer geholt hätten, der zwar fachlich gut ist, aber mit den Anforderungen des Geschäfts noch gar nicht zurechtkommt. Darmstadt 98 ist ja selbst noch ein absoluter Newcomer im bezahlten Fußballgeschäft. Hier gibt es keine fertigen Strukturen wie bei einem etablierten Verein. Insofern schätzen wir die Erfolgsaussichten mit einem routinierten Mann an der Seitenlinie höher ein.

SPOX: Nicht nur Meier ist neu, auch die Position von Holger Fach in seiner Funktion als sportlicher Leiter gab es davor so noch nicht bei den Lilien. Was erwarten Sie sich von ihm?

Fritsch: Dass er uns durch seinen großen Erfahrungsschatz, den er während seiner langjährigen Tätigkeiten im Profigeschäft erworben hat, weiterbringt. Er kennt als Spieler und Trainer alle Unebenheiten des Geschäfts und weiß, wie man in der einen oder anderen Situation handeln muss. Einem Holger Fach macht keiner ein X für ein U vor.

SPOX: Fach war zuletzt Chef-Scout bei den Lilien, zu dieser Abteilung gehörten auch die Väter von Schuster und Co-Trainer Sascha Franz. Wie stellt sich das Scoutingteam nun zusammen?

Fritsch: Beide Väter sind nun natürlich nicht mehr für uns tätig. Aber keine Sorge, wir sind dahingehend ordentlich aufgestellt, da Holger Fach in den letzten Monaten die Leitung hatte und dort begonnen hat, gute Strukturen zu schaffen. Dennoch sitzen jetzt keine Scouts von uns mit vollen Geldkoffern bei der Europameisterschaft in Frankreich und versuchen, die besten Spieler zu uns zu locken. Das ist ja für uns gar nicht. Es gibt genügend Spieler auf dem Markt, die unseren Anforderungen entsprechen. Wir suchen wieder nach den Jungs, die Bock haben und auch mal ein paar Prozent mehr aus sich rauszuholen, damit wir wieder eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz haben.

Seite 1: Fritsch über Schusters Abschied und die Wahl Meier

Seite 2: Fritsch über einen vermeintlichen Ausverkauf und mögliche Transfers

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