Francisco Copado im Interview

"Musste im Bayern-Hotel aufs Piano"

Von Interview: Sebastian Schuch
Samstag, 16.07.2016 | 13:48 Uhr
Francisco Copado war ein Jahr Co-Trainer bei der SpVgg Unterhaching
© getty
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Francisco Copado kennt aus seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim, Eintracht Frankfurt und der SpVgg Unterhaching jede Facette des Fußballs. Dabei war er ein Profi mit Ecken und Kanten. Im Interview spricht der 41-Jährige über seine Trainertätigkeit, nächtliche Ausflüge und seine Beziehung zu Hasan Salihamidzic.

SPOX: Herr Copado, Sie begannen Ihre Trainertätigkeit bei der SpVgg Unterhaching als Co-Trainer und übernahmen dann den TSV Moosach, wo Sie sich auf die weitere Karriere vorbereiten wollten. Nun der Wechsel zum Bayernliga-Aufsteiger FC Gundelfingen. Hätten Sie sich das noch vor einem Jahr anders vorgestellt?

Francisco Copado: Ich wollte nach Moosach zwei, drei Ligen höher trainieren. Mit meinem A-Lizenz-Trainerschein darf ich bis zur Regionalliga trainieren. Für eine höhere Liga fehlt mir noch der Fußballlehrer, den ich demnächst machen möchte. Deshalb war das Angebot von Gundelfingen genau das Richtige. So kann ich meine Erfahrungen in der Bayernliga weitergeben und gleichzeitig weiter lernen, was es heißt, Trainer zu sein. Ich hätte mir auch durchaus die Regionalliga zugetraut, aber die Trainerstellen sind aktuell alle vergeben.

SPOX: Sind Sie hauptberuflich Trainer in der fünften Liga?

Copado: Wir trainieren in der Vorbereitung fünf Mal pro Woche und am Wochenende kommt noch das Spiel dazu. Mein primäres Ziel war es, den nächsten Schritt in meiner Trainerkarriere zu machen. Natürlich verdiene ich ein paar Euro, das ist meiner Meinung nach auch eine Anerkennung für die geleistete Arbeit. Ich mache es aber nicht wegen des Finanziellen, ich war ja auch ein paar Jahre Profi.

SPOX: Ihr Ziel ist der Profifußball. Wäre es da nicht möglich gewesen, bei einem höherklassigen Verein als Co-Trainer zu arbeiten?

Copado: Ich möchte gerne meine Erfahrungen und meine Vorstellungen vom Fußball an die Jungs vermitteln. Als Co-Trainer ist man eher der Zuarbeiter und hat nicht wirklich die Möglichkeit, seine Vorstellungen umzusetzen. Man steht eher zwischen Mannschaft und Trainer und hat nur wenig Verantwortung. Ich will für Erfolg und Misserfolg geradestehen. Deshalb war Co-Trainer keine Option mehr für mich.

SPOX: Wann sehen wir Sie an der Seitenlinie eines Profi-Vereins?

Copado: Das ist schwer zu sagen. Dafür braucht man immer das nötige Glück und muss auch eine Chance bekommen. Ich will nächstes Jahr mit dem Fußballlehrer anfangen. Dann hoffe ich, so schnell wie möglich wieder dahin zu kommen, wo ich schon als Spieler war. Sobald ich den Trainerschein in der Tasche habe, gebe ich mir noch ein, zwei Jahre, um im Profibereich anzukommen.

SPOX: Im vergangenen Sommer haben Sie beim TSV Moosach Ihr Debüt als Cheftrainer gegeben. Warum haben Sie sich dazu entschieden, im Amateurbereich anzufangen und warum genau Moosach?

Copado: Ich habe mir überlegt, was ich eigentlich möchte und dabei hat sich sehr schnell der Posten als Cheftrainer herauskristallisiert. Es sind auch im Amateurbereich viele Trainerstellen zu vergeben. Ein paar meiner Freunde haben dann den Kontakt zu Moosach hergestellt. So erhielt ich die Chance, bei einem Bezirksliga-Aufsteiger herauszufinden, ob mir das überhaupt liegt. Ich bin auch froh, dass ich das gemacht habe. Dabei ist es, wenn man Taktik und Tempo etwas vernachlässigt, egal, ob Kreisliga oder Bundesliga. Es wird überall elf gegen elf gespielt.

SPOX: Aufgrund einiger Verletzungen gaben Sie für einige Spiele ihr Comeback. Ihre Bilanz war mit fünf Toren in zehn Spielen ja wie zu besten Zeiten ...

Copado: Als ich kam, hatten wir vier Punkte nach vier Spielen und waren noch nicht richtig in der Bezirksliga angekommen. Die Auftritte waren okay, aber es war eigentlich nicht mein Vorhaben, noch einmal auf dem Platz zu stehen. Zum Ende der Hinrunde habe ich dann auch klar gesagt, dass ich nur noch Trainer sein werde. In der Rückrunde waren wir auch ohne mich auf dem Platz die beste Mannschaft.

SPOX: 2015 wurden Sie gemeinsam mit Christian Ziege als Trainer beim spanischen Drittligsten Atletico Baleares gehandelt. Seit November trainiert Ziege den Klub. Warum Sie nicht?

Copado: Ein Engagement als Co-Trainer war für mich keine Option. Der Schritt ins Ausland wäre nicht der richtige gewesen, auch wenn ich sprachlich keine Probleme gehabt hätte. Ich habe zwei Söhne, die ich nur noch selten gesehen hätte und das hätte mich nicht glücklich gemacht.

Seite 1: Copado als Trainer im Amateur-Bereich

Seite 2: Verzögertes Karriere-Ende und sein Schwager Brazzo

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