Montag, 04.04.2016

Nach Kaugummi-Wurf

DFB ermittelt gegen Schmadtke

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nimmt Ermittlungen gegen Manager Jörg Schmadtke vom Bundesligisten 1. FC Köln auf.

Jörg Schmadtke wird zu einer Stellungnahme aufgefordert
© getty
Jörg Schmadtke wird zu einer Stellungnahme aufgefordert

Jörg Schmadtke war schwer angefressen, im hohen Bogen flog sein Kaugummi in Richtung der Mannschaftsbank von 1899 Hoffenheim. Die unsportliche Aktion des Managers des 1. FC Köln, der sich dafür später bei seinem Kollegen Alexander Rosen telefonisch entschuldigte, war der Höhepunkt der hektischen Schlussphase, in der die Geißböcke den Kraichgauern vorwarfen, unfair gehandelt und nur so den 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit erzielt zu haben.

"A sehe ich da ein Foul und B muss ich sagen, dass wir in dieser Woche in der Liga den Fair-Play-Gedanken beerdigen", wetterte Schmadtke bei Sky, "so leid es mir tut. Wir haben es am Freitag gesehen und jetzt wieder. Man kann sagen, dass der Existenzkampf groß ist, aber ich würde mir wünschen, dass es anders abgeht." Schon am Freitag hatten sich die Wolfsburger beklagt, dass Bayer Leverkusen nach einem vermeintlichen Foulspiel von Javier Chicharito Hernandez an Dante weitergespielt hatte, bevor der Mexikaner das vorentscheidende 2:0 erzielte.

Gegen Schmadtke ermittelt wegen des Kaugummi-Wurfs der DFB-Kontrollausschuss, der FC-Manager wurde zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Ihm droht eine Bestrafung durch das DFB-Sportgericht. Was war in Sinsheim passiert? Nach einem Duell mit dem Hoffenheimer Eduardo Vargas, das von Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) nicht abgepfiffen wurde, blieb der eingewechselte Kölner Debütant Lukas Klünter liegen. Hoffenheim spielte weiter, aus der Szene entwickelte sich der Ausgleich durch Kevin Volland.

Während die Hoffenheimer ausgelassen feierten, regten sich die Kölner um Trainer Peter Stöger ("Wir spielen den Ball immer raus, vielleicht sollten wir das ändern") mächtig auf. Die Kölner reagierten empfindlich, weil sie in dieser Saison bereits von zahlreichen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen betroffen waren. Diese kosteten den FC schon etliche Punkte.


"Werden die Bälle nicht mehr ins Aus spielen"

Stöger äußerte nach dem Abpfiff zornig: "Vielleicht ist das gut. Damit ist klar, dass ich das meinen Jungs und auch dem Gegner vor dem Spiel sagen werde. Wir werden die Bälle nicht mehr ins Aus spielen. Der Einzige, der das Spiel unterbricht, ist eben dann der Schiedsrichter. Dann gibt es eben die Kategorie Fair Play von den Mannschaften nicht mehr."

Torschütze Volland meinte indes: "Wenn ein Spieler wirklich schwer verletzt ist, sind wir die Letzten, die den Ball nicht ins Aus spielen. Da gehört auch viel Show dazu. Mit Fair Play hat das nichts zu tun."

Sowohl in Leverkusen, als auch in Sinsheim lag jedenfalls kein Fehlverhalten der Unparteiischen vor. "Die internationale und nationale Regelauslegung ist diesbezüglich ganz klar. Der Schiedsrichter soll das laufende Spiel nur dann unterbrechen, wenn zwei Spieler mit den Köpfen zusammengestoßen sind oder anderweitig der Verdacht auf eine sehr schwere Verletzung vorliegt", sagte Herbert Fandel, der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), auf SID-Anfrage.

Handlungsbedarf sieht der Konzertpianist aus Kyllburg allerdings generell im Fair Play von Spielern, Trainern und Funktionären. Fandel: "Ich habe schon vor geraumer Zeit darauf hingewiesen, dass der Umgang aller Beteiligten im Fußball respektloser geworden ist. Es müssen Verhaltensänderungen her, dringend. "Wir müssen wieder mehr für unsere Werte einstehen, und dabei sind Respekt, Fair Play und Anstand ganz zentral. Alle Akteure im Fußball müssen dahin wirken, dass der Profifußball seiner Vorbildrolle wieder mehr gerecht wird. Sonst zerstören wir unsere Fußballkultur."

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