Donnerstag, 04.02.2016

"No Single Buyer Rule"

Kartellamt hält sich weiter bedeckt

Die rechtlichen Voraussetzungen für den Poker um die Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga und der 2. Liga sind immer noch unklar. Das Bundeskartellamt will sich mit dem Verweis auf das "laufende Verfahren" nach wie vor nicht dazu äußern, ob der DFL die sogenannte "No Single Buyer Rule" vorgeschrieben wird.

Die DFL-Spitze peilt beim neuen Vertrag zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro pro Spielzeit an
© getty
Die DFL-Spitze peilt beim neuen Vertrag zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro pro Spielzeit an

"Wir stehen nach wie vor in einem konstruktiven Dialog mit der DFL", ließ die Bonner Behörde am Donnerstag auf SID-Anfrage verlauten. Zuletzt waren Spekulationen laut geworden, wonach das Kartellamt auf der neuen Regelung beharren will. Sollte dies der Fall sein, wird es ab der Saison 2017/18 in jedem Fall zu einer veränderten Situation bei der Bundesliga-Berichterstattung im TV kommen.

Derzeit ist die Lage übersichtlich: Der Pay-TV-Sender Sky zeigt alle Partien der Bundesliga und der 2. Liga live. Die ARD ist unter anderem mit der Sportschau der Erstverwerter im frei empfangbaren Fernsehen.

Sollte die "No Single Buyer Rule" künftig greifen, kann Sky oder einer anderer Interessent nicht mehr die Exklusivrechte an allen Spielen erwerben. Ob diese verordnete Konkurrenzsituation auf dem TV-Markt auch tatsächlich zu mehr Einnahmen für die Klubs führt, ist umstritten.

Für die DFL würde die neue Regelung in jedem Fall bedeuten, dass sie kein "Komplettpaket" für einen Interessenten ausschreiben darf. DFL-Boss Christian Seifert hatte zuletzt erklärt, dass der neue Vertrag vor der EM in Frankreich unterschrieben sein soll.

Das Thema ist vor allem mit Blick auf die englische Premier League brisant. Die Engländer kassieren ab der kommenden Saison 3,2 Milliarden Euro pro Spielzeit für die nationalen und internationalen Medienrechte. Die 36 deutschen Profiklubs müssen sich in der kommenden Saison mit 835 Millionen Euro zufrieden geben. Die DFL-Spitze peilt beim neuen Vertrag zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro pro Spielzeit an.

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