Rudi rennt immer

Donnerstag, 18.02.2016 | 15:43 Uhr
Artjoms Rudnevs feierte nach dem Sieg gegen Gladbach mit den Fans auf dem Zaun
© getty
Advertisement
League Cup
Di23.01.
Die Entscheidung: Bristol-ManCity & Chelsea-Arsenal
Copa del Rey
Do25.01.
Derby mit Druck: Dreht Barca den Rückstand?
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
FC Turin -
Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Primera División
Real Sociedad -
La Coruna
Primera División
Eibar -
FC Sevilla
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Primera División
Real Betis -
Villarreal
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Primera División
Alaves -
Celta Vigo
Premier League
Man United -
Huddersfield
Primera División
Levante -
Real Madrid
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Brom -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)
Primera División
Getafe -
Leganes
Serie A
Hellas Verona -
AS Rom
Serie A
Atalanta -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Florenz
Serie A
Udinese -
AC Mailand
Serie A
Juventus -
Sassuolo
Serie A
Cagliari -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Barcelona
Premier League
Liverpool -
Tottenham
Primera División
Girona -
Bilbao
Primera División
Atletico Madrid -
Valencia
Serie A
Benevento -
Neapel
Ligue 1
Monaco -
Lyon
Serie A
Lazio -
CFC Genoa

Vor der Saison hätte Artjoms Rudnevs fast in Griechenland angeheuert, im Winter stand er vor einem Wechsel zum FC St. Pauli. Nur wenige Wochen später ist der einst perspektivlose Stürmer wieder mittendrin in der Mannschaft und schürt die Hoffnungen auf eine sorgenfreie Saison. Keine Seltenheit beim Hamburger SV.

Artjoms Rudnevs ist ein einfacher Kerl. Ein Faible für knallbunte Schuhe, eine aufwendig gestaltete Homepage oder professionell betriebene Social-Media-Kanäle sind ihm ebenso fremd wie das Bedürfnis, im Mittelpunkt zu stehen.

Als die HSV-Fans seinen Namen nach dem 3:2-Sieg über Mönchengladbach skandierten und ihn auf dem Zaun forderten, zögerte Rudnevs zunächst, ließ sich dann aber doch darauf ein und feierte verhalten mit den Anhängern.

Via Twitter bedankte sich der 28-Jährige zwar noch am selben Abend für die Unterstützung, ergänzte aber gleichzeitig demütig: "Mehr möchte ich im Moment nicht sagen, ich möchte erst meine Leistung bestätigen."

Die Fans feiern ihn ohnehin seit seiner Premieren-Saison, in der er zwölf Tore erzielte. Egal ob auf dem Platz oder beim Aufwärmen, Rudnevs-Sprechchöre hallen stets durch das Volksparkstadion. "Dass mein Standing bei den Fans ganz gut ist, habe ich schon mitbekommen. Das war ja in der ersten Saison schon so. Vielleicht bietet sich mein Name aber auch einfach ganz gut an, um daraus ein Lied zu machen", sagte er in einem Interview mit Goal.

Ein Mann fürs Einfache

Seine Beliebtheit bei den Anhängern beruht allerdings nicht auf besonderen technischen Fertigkeiten oder außergewöhnlichem Talent wie etwa bei Rafael van der Vaart. Rudnevs ist ein Kampfschwein, ein ehrgeiziger Arbeiter, der Vollgas gibt, völlig egal ob er zehn, 30 oder 90 Minuten auf dem Platz steht.

Rudi, wie er von den Fans und seinen Mannschaftskollegen genannt wird, rennt immer.

Nur seinem Willen und seinem Durchhaltevermögen ist es auch zu verdanken, dass er aktuell wieder eine Rolle in Hamburg spielt. Wirklich gesetzt war der Lette nur in seiner ersten Saison, als der damalige Sportvorstand Frank Arnesen ihn für 3,5 Millionen Euro vom polnischen Erstligisten Lech Posen an die Elbe lockte.

Nachdem Arnesen sich an internen Machtkämpfen mit Investor Klaus-Michael Kühne, Trainer Thorsten Fink und dem Vorstand aufgerieben hatte und den Verein schließlich verließ, verschlechterte sich Rudnevs Standing konstant.

Nie wirklich gefragt

Ob unter Mirko Slomka, Joe Zinnbauer, Peter Knäbel oder schließlich Bruno Labbadia, der 28-Jährige pendelte stets zwischen Bank und Tribüne, war als vierter oder fünfter Stürmer häufiger Streichkandidat.

Im Winter 2013/14 verlieh ihn der HSV an Hannover 96, wo Rudnevs mit je einem Treffer in den ersten beiden Spielen zwar einen guten Einstand feierte, anschließend aber auch bei 96 seinen Stammplatz verlor. Hannover zog die Kaufoption nicht und der Angreifer kehrte zurück zum HSV.

Vor der laufenden Saison standen beide Seiten vor der Frage, wie es nun weitergehe mit dem Publikumsliebling und den Hanseaten. Obwohl Rudnevs Vertrag noch ein weiteres Jahr lief, teilte man ihm mit, dass er keine Perspektive mehr beim HSV habe.

Das rief Entdecker und Förderer Arnsesen wieder auf den Plan, der inzwischen beim griechischen Erstligisten PAOK Thessaloniki tätig ist.

Rudnevs will einfach nicht weg

Während alle Zeichen auf Wechsel standen und auch der HSV hoffte, die gebeutelte Kasse um Rudnevs' Gehalt zu erleichtern, überraschte dieser: "Ich werde nicht gehen, sondern meine Chance beim HSV suchen. Es wird schwer, aber ich werde um meinen Platz kämpfen."

Aus dem Umfeld des Letten hieß es zudem, dass seine Familie sehr glücklich in der Hansestadt sei und somit ihren Teil zum Verbleib beitrug.

Nachdem Rudnevs trotz guter Vorsätze in der Hinrunde kein einziges Mal im Kader der Profis stand, beschäftigte man sich im Winter mit einer Leihe zum FC St. Pauli. Scheinbar ein guter Kompromiss.

Der Zweitligist suchte dringend Verstärkung im Sturm, Rudnevs Spielpraxis und der HSV einen potentiellen Abnehmer, weshalb der Bundesliga-Dino sogar bereit gewesen sei, einen Teil von Rudnevs Gehalt weiter zu zahlen. Rudnevs aber blieb erneut und kündigte einen wiederholten Angriff in der Winterpause an.

Plötzlich wieder angesagt

Dass dieser von Erfolg gekrönt sein könnte, daran glaubten wohl die Wenigsten im Lager des HSV, wenngleich Trainer Labbadia nach der Partie gegen Gladbach beteuerte, "Rudi niemals aufgegeben zu haben". Tatsächlich gelang es Rudnevs, im Wintertrainingslager im türkischen Belek auf sich aufmerksam zu machen. Zwar nicht im ganz großen Stil, aber zumindest mit einer klaren Verbesserung: Er arbeitete sich an Ivica Olic in der Stürmer-Rangfolge vorbei und saß am 18. Spieltag erstmals wieder auf der Bank.

Drei Kurzeinsätze mit einem Treffer und einer Vorlage später fand er sich in der Startelf gegen Borussia Mönchengladbach wieder - und erzielte das wichtigste Tor des Abends, als er den HSV nach 0:1-Rückstand zur Führung schoss.

Es gilt als sicher, dass er auch beim heutigen Spiel gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr im LIVETICKER) von Beginn an auflaufen wird. Weil er sich im Winter nicht hängen ließ und seinen ordentlich dotierten Vertrag aussaß, sondern in einer scheinbar ausweglosen Situation nicht den Glauben an sich selbst verlor und sich zurück in die Mannschaft biss.

Kein Einzelfall

Dabei ist Rudnevs keinesfalls der erste Hamburg-Spieler, der als einst abgeschriebener Tribünengast wieder zum Stammspieler und Leistungsträger avanciert. Labbadia hat ein Talent dafür, vermeintlich aussortierten Spielern zu altem beziehungsweise neuem Glanz zu verhelfen.

Ivo Ilicevic und Gojko Kacar, die beide bereits Stammgäste in Hamburgs zweiter Mannschaft waren und kurz vor einem Verkauf standen, sind die prominentesten Kandidaten. Ähnliches gilt aber auch für Nicolai Müller oder Lewis Holtby, die unter Labbadias Vorgängern in keiner Weise an die Leistungen anknüpfen konnten, die sie bei ihren Ex-Vereinen gezeigt hatten.

"Rudi ist ein schönes Beispiel für alle, die sich nicht beachtet fühlen. Bei uns ist nie jemand abgeschrieben. Es gilt allein das Leistungsprinzip", beschrieb der Coach gegenüber Kicker.

Zukunft weiter ungewiss

Was sein jetziges Hoch für Rudnevs Zukunft bedeutet, ist dennoch ungewiss. Potentielle Abnehmer soll es in Griechenland, England und der Türkei geben. Durch seinen auslaufenden Vertrag ist er zudem ablösefrei zu haben, was seine Attraktivität für andere Vereine ebenso steigert wie seine Leistungen in der Rückrunde.

Ob diese genügen, um auch beim HSV ein Umdenken zu erreichen, bleibt abzuwarten.

Mit seinen 28 Jahren ist Rudnevs zwar noch lange nicht so weit, sich Gedanken über sein Leben nach der aktiven Karriere zu machen, wo ihm sein abgeschlossenes Studium zum Sportlehrer helfen wird.

Um sich erneut fast drei Jahre hintenanzustellen, ist er aber zu alt - und sich selber wohl auch zu schade.

Alles zu Artjoms Rudnevs

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung