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SID
Montag, 28.09.2015 | 14:39 Uhr
In Stuttgart ist man ratlos. Zurecht auch.
© getty
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Die Bundesliga hat einen neuen Binärcode erfunden. Der kommt dadurch zustande, dass kein Schwein dazu in der Lage zu sein scheint, ein simples Heimspiel zu gewinnen. Nicht mal Stuttgart! Sonst so in den Opta-Zahlen des Spieltags: Neue Torheiten von Robert Lewandowski, die Entdeckung der Ineffizienz und Hollywood in Ingolstadt.

Seltenheitswert: Erstmals seit Februar 2012 und überhaupt erst zum sechsten Mal in der Geschichte der Bundesliga gab es am vergangenen Spieltag keinen einzigen Heimsieg! Neben vier Punkteteilungen entführten fünf Gästeteams die vollen drei Zähler. Damals 2012 gab's sechs Unentschieden und drei Auswärtssiege durch Hannover, Köln und den späteren Meister Borussia Dortmund.

Ineffizienz in Vollendung: Die ungekrönten Könige des heimischen Misserfolgs sind zweifelsfrei die Stuttgarter. Deren Bilanz ist schon himmelschreiend unprima: Vier Spiele, vier Schlappen. Dabei - und das weiß ja inzwischen jedes Kind - macht der VfB immer mächtig Alarm. 91:34 lautet die Schussbilanz aus diesen vier Spielen, 3:11 die Tordifferenz. Wenn man mal grob kürzt, heißt das: Jeder dritte gegnerische Schuss ist drin - und nicht mal jeder 30. (DREISSIG!!!) eigene. Jetzt kann man gerne sagen, die Spieler seien schuld (Robin Dutt) und das Alexander-Zorniger-System alternativlos (Alexander Zorniger) und außerdem sei da ganz viel Pech dabei. Man kann aber auch einfach feststellen: Unsere Misserfolge und Fehler sind näher mit uns verwandt, als wir wahrhaben wollen (Ernst Ferstl).

Super-Schalke: Kommen wir zu angenehmeren Dingen. Schalke ist die Wucht und fast schon besser als Dortmund. Erstmals seit 2012 gelingen Königsblau fünf Pflichtspielsiege in Folge (4 x Buli, 1 x EL) - und nur fünf Gegentore nach sieben Spieltagen gab's überhaupt noch nie. Super ist Schalke auch dank Leroy Sane, der in Hamburg mal wieder gezeigt hat, was für ein Schlawiner er schon ist. Der 19-Jährige ist Topscorer bei S04 mit drei Treffern, also genauso vielen wie Huntelaar, di Santo und Choupo-Moting zusammen.

Super-Aubameyang: Der Gabuner ist der besten Torjäger im Jahr 2015. Mit seinen beiden Treffern beim 2:2 gegen Darmstadt stellte er seine Jahresausbeute auf 20 Treffer. Inzwischen hat er seinen eigenen Bundesliga-Startrekord auf sieben Spiele mit mindestens einem Tor ausgebaut.

Super-Lewandowski: Natürlich darf auch er nicht fehlen. Der Doppelpack gegen Mainz waren seine Saisontore neun und zehn. Zehn Tore nach sieben Spieltagen hatte zuvor nur Gerd Müller (2 x) geschafft. Er ist der erste Spieler seit Mario Gomez 2011, dem sieben Tore in zwei Bundesliga-Spielen gelingen. Er ist der Ausländer der Liga-Geschichte, der am schnellsten die 100-Tore-Marke knackte - in 168 Einsätzen.

Super-Bayern: Das 3:0 in Mainz markiert einen neuen Startrekord. 21 Punkte und +20 Tore gab es nach sieben Spieltagen noch nie. Sieben Siege zum Auftakt haben wir jetzt zum fünften Mal erlebt. Die Bayern haben das Kunststück zum dritten Mal geschafft, außerdem gelang es Kaiserlautern und Mainz unter Tuchel. Acht Siege sind bislang einmalig. Das haben - surprise, surprise - die Bayern 2012/2013 vollbracht. Neun Siege zum Saisonstart gab's noch nie. Die nächsten Bayern-Gegner: Dortmund (H), Bremen (A).

Zu schön: Solche Geschichten schreibt halt nur... Rosamunde Pilcher. Nein, im Ernst: Marvin Matip hat vergangenen Freitag für Ingolstadt in Köln sein zweites Bundesligator geschossen. An seinem 30. Geburtstag. In der Stadt, in der er auch sein erstes schoss. Gegen den Klub, für den er sein erstes schoss. Und jetzt kommt's: Neuneinhalb (!) Jahre, nachdem er sein erstes schoss. Ist das nicht total nett? Übrigens handelt es sich dabei nicht etwa um einen Rekord. Der gute Henning Bürger, früher fast überall, heute Co-Trainer in Braunschweig, legte über zehn Jahre Pause zwischen Tor eins und zwei ein.*

Kurz gemeldet:

  • Alex Meiers 1:0 beim 1:1 gegen Hertha war sein fünftes Tor in den letzten vier Spielen gegen die Berliner.
  • Warum's bei Schalke so gut läuft, liegt zu großen Stücken auch an Ralf Fährmann. An dem Mann führt derzeit kein Weg vorbei. Lässig war schon wieder seine Brust-Schulter-Parade in Hamburg. Bei dem Spiel, Schalke gewann 1:0, war Fährmann übrigens erstmals Kapitän der Königsblauen.
  • Von den letzten sechs Elfern gegen Loris Karius wurden nur zwei verwandelt. Drei hielt er, am Samstag schoss Thomas Müller volles Brett drüber.
  • Hannover 96 hat seit 25 Spielen nicht mehr zu null gespielt. Das ist Vereinsrekord. Yeah!
  • Auch suboptimal: Gladbach verursachte schon acht Elfer in neun Pflichtspielen. Letzte Saison waren's vier in 48 Partien. Daran kann man arbeiten.

*Es gibt immer Leute, die alles ganz genau wissen müssen, deshalb: Marvin Matip schoss sein erstes Bundesligator am 11. März 2006 für Köln gegen Nürnberg. Köln verlor damals aber 3:4. Henning Bürger erzielte sein erstes Bundesligator am 31. Oktober 1992 für den 1. FC Saarbrücken gegen Borussia Dortmund zum 2:0, Endstand: 3:1. Sein zweites und letztes Tor gelang ihm am 14. September 2003 für Eintracht Frankfurt zum 2:0-Endstand in Gladbach.

Ergebnisse, Tabelle, Torjäger

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