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Marcel Heller im Interview

"Das war kein Pappenverein"

Sonntag, 20.09.2015 | 16:09 Uhr
Darmstadts Marcel Heller (r.) erzielte in der noch jungen Saison schon zwei Tore
© getty
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Der SV Darmstadt 98 hat beim 0:3 gegen den FC Bayern die erste Niederlage in der Saison kassiert, dennoch ist Marcel Heller alles andere als gefrustet. Der Außenbahnspieler spricht über den Vergleich mit dem Rekordmeister, die Stimmung im Stadion und seine persönliche Rolle bei den Lilien.

Frage: Herr Heller, 0:3 verloren, die erste Niederlage in der Saison. Woran hat es heute gelegen, dass der Abwehrriegel nicht standhielt?

Marcel Heller: An Bayern München. Die sind individuell einfach so überragend besetzt, so dass die Ausfälle wie Lewandowski und Robben ganz einfach aufgefangen werden können.

Frage: Hatten Sie nicht gehofft, dass der große FCB die kleinen Lilien ein wenig unterschätzt?

Heller: Es war von der erste Minute an zu sehen, dass die Bayern konzentriert zu Werke gegangen sind. Somit haben Sie uns kaum eine Chance gelassen, unsere Stärken auszuspielen oder eigene Torchancen zu kreieren. Zwar hatten wir eine oder zwei ordentliche Gelegenheiten, aber das war's dann auch schon. Ansonsten hat der FC Bayern das komplette Spiel kontrolliert.

Frage: Wie haben Sie die Situation vor dem entscheidenden 0:2 gesehen?

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Heller: Das passiert gegen Bayern München, das haben sie dann klasse zu Ende gespielt. Man kann die Bayern einfach nicht 90 Minuten lang verteidigen. Ich denke, wir haben das lange Zeit gut gemacht, aber man kann nicht jeden Angriff gegen solch ein Team abwehren. Da will ich auch keinem Mannschaftsteil einen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil. Wir können erhobenen Hauptes das Stadion verlassen. Der FC Bayern ist nicht unsere Kragenweite, mit denen sollten wir uns auch nicht vergleichen. Das war heute für uns nur ein kleines Bonusspiel.

Frage: Wie war die Stimmung in der Kabine? Glauben Sie, dass die Niederlage einen Knacks hinterlässt?

Heller: Nein, gar nicht. Warum sollte uns das umwerfen? Die Bayern sind nicht unser Maßstab, von daher zweifeln wir jetzt auch nicht an uns. Das Spiel ist jetzt schon abgehakt, am Dienstag geht's ja schon wieder weiter.

Frage: Die Fans haben Euch sehr unterstützt, jede Aktion wurde frenetisch gefeiert. Hat man das auf dem Platz mitbekommen?

Heller: Es war einfach überragend, was die Fans hier heute abgeliefert haben. Bei uns ist zwar immer viel los und die Stimmung ist gut, aber heute war es noch ein Stück weit euphorischer. Wer hätte vor vier oder fünf Jahren geträumt, dass der SV Darmstadt 98 mal wieder ein Punktspiel gegen die Bayern bestreiten darf. Das war für alle Spieler heute eine schöne Sache, wir haben das sehr genossen.

Frage: Das komplette Team wurde nach dem Schlusspfiff trotz der Niederlage mit stehenden Ovationen verabschiedet. Haben Sie so etwas schon mal erlebt?

Heller: Wir haben uns für unsere Verhältnisse auch bestens geschlagen. Wie gesagt, das war heute Bayern München, das hier am Böllenfalltor zu Gast war und nicht irgendein Pappenverein. So ein Spiel darf man gerne mal verlieren und die Fans haben gesehen, dass wir uns 90 Minuten zerrissen haben, von daher haben sie uns nach Schlusspfiff gefeiert.

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Frage: Sie haben mit Ihren Aktionen die Bayern-Verteidiger einige Mal schlecht aussehen lassen. Was ist das für ein Gefühl, wenn man einen brasilianischen oder spanischen Nationalspieler mal einfach stehen lässt?

Heller: Ach, darum geht es mir gar nicht. Mir ist doch egal, wen ich stehen lasse. Es ist wichtig, dass wir mit der Mannschaft erfolgreich sind und uns einfach gut präsentieren. Natürlich versuche ich, mit meinem Spiel dem Team zu helfen. Dass das in der Bundesliga nicht so einfach ist, wissen wir inzwischen auch, zumal die Gegner uns auch analysieren und wissen, wo unsere Stärken liegen.

Frage: Hand auf Herz, war vielleicht nicht doch ein Punkt heute drin gewesen?

Heller: Nein, ich denke nicht. Bayern wollte den Dreier, hat das auch ganz deutlich gezeigt und wenn Sie das Spiel verfolgt haben, haben Sie auch gesehen, dass wir auch keinen Punkt verdient gehabt hätten. So ehrlich müssen wir dann auch sein. Wir hätten vielleicht ein Tor machen können, aber selbst dann hätte es nicht für ein Unentschieden gereicht, weil die Bayern einfach zu stark waren.

Frage: Was hat Trainer Dirk Schuster danach in der Kabine gesagt?

Heller: Dass wir uns nichts vorwerfen können, dass wir gut gekämpft haben, dass wir ordentlich gearbeitet und geackert haben und dass es die normalste Sache der Welt ist, dass Bayern München heute hier gegen uns gewinnt.

Darmstadt - Bayern: Die Statistik zum Spiel

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