Lorenz-Günther Köstner im Interview

"Für Felix war ich zu bescheiden"

Dienstag, 15.09.2015 | 11:25 Uhr
Lorenz-Günther Köstner war bis 2013 Trainer beim VfL Wolfsburg
© getty
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Lorenz-Günther Köstner trainierte die Bundesliga-Mannschaft des VfL Wolfsburg zweimal interimsweise, ehe er die Verantwortung bei Fortuna Düsseldorf übernahm. Mit SPOX sprach er über seine krankheitsbedingte Vertragsauflösung, eine Rückkehr in den Profifußball, Felix Magaths Lehren und Allofs neuen Weg bei den Wölfen.

SPOX: Herr Köstner, es ist schon über ein Jahr her, dass Sie das letzte Mal auf einer Trainerbank saßen. Wie sehr vermissen Sie den Profifußball?

Lorenz-Günther Köstner: Die aktive Rolle vermisse ich selbstverständlich sehr. Ich bin jedoch laufend dabei und schaue mir im Profibereich viele Spiele und Trainingseinheiten an, was ich in der Zeit meiner Krankheit überhaupt nicht getan habe. Jetzt, da ich wieder gesund bin, möchte ich aber wieder eingreifen. Die Lust ist zurück und wenn ich gebraucht werde, bin ich da. Das ist auch gut so, denn mit einer Krankheit wollte ich meine Karriere nicht beenden. Dass ich aufgrund eines bakteriellen Infekts meinen Job in Düsseldorf aufgeben musste, war ohnehin schon schwer genug.

SPOX: Die Ärzte benötigten fast fünf Monate, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Befürchteten Sie zuweilen Schlimmeres?

Köstner: Gerade in der Anfangszeit waren viele besorgt. So eingeschränkt und hilflos kannte mich zuvor keiner. Ich selbst am wenigsten. Warum auch immer musste ich 62 Jahre alt werden, um mir erstmals solch eine Infektion einzufangen. Demut und Geduld waren angesagt.

SPOX: Sie beschlossen während Ihrer Krankheit, nicht viel darüber zu reden.

Köstner: Ich wollte nicht jedem erklären müssen, was los war. Denn erzählst Du es dem Einen, dann rufen direkt danach die nächsten Leute an und wollen mit dir sprechen. Ich weiß, dass es gut gemeint ist, jedoch war die Ruhe einfach nur Selbstschutz.

SPOX: Da so fast nichts an die Öffentlichkeit gelang, wurde viel spekuliert.

Köstner: Das war leider die Kehrseite der Medaille. Leute haben gestreut, es wäre ein Herzinfarkt oder Schlaganfall gewesen. Jedoch habe ich mich an dem orientiert, was mir die Ärzte rieten: Mich zurückzuhalten und die Krankheit geduldig auszukurieren. In dieser Zeit waren mir meine Familie und Freunde immer sehr wichtig. Man wusste, dass ich wieder gesund würde - nur der Zeitpunkt war lange ungewiss.

SPOX: Wurden Sie beim Gedanken, die Fortuna könne sich bereits nach einer Alternative umsehen, nicht nervös?

Köstner: Ich wusste damals nicht mit der Krankheit umzugehen. In dieser Zeit habe ich natürlich einen falschen Ehrgeiz entwickelt. Als ich erfuhr, dass die Ärzte mich länger krankschreiben wollten, winkte ich dankend ab. Schließlich war mir vorher bis auf kleine Operationen am Knie oder Fuß nie etwas Dramatisches zugestoßen. Selbst eine Grippe hat mich nie aus der Bahn geworfen. Wenn es sein musste, habe ich auch mal mit 40 oder 41 Grad Fieber auf der Bank gesessen. Deshalb wollte ich mich auch in Düsseldorf nie länger als zehn Tage krankschreiben lassen. Ich habe allen Beteiligten aber immer kommuniziert, dass ich erst wieder auf den Platz zurückkehre, wenn ich wieder vollständig hergestellt bin. Das war von Anfang an klar.

SPOX: Es war eine verzwickte Situation. Auf der einen Seite wollten Sie den Fußball um keinen Preis aufgeben, auf der anderen konnten Sie körperlich einfach nicht mehr. Wie gesteht man sich ein, dass man vorübergehend loslassen muss?

Köstner: Anfangs dachte ich, zum Trainingsbeginn der neuen Saison wieder fit zu sein, sodass ich erst einmal keinen Gedanken an eine Vertragsauflösung verschwendete. Als mir die medizinische Seite nach mehreren Wochen jedoch sagte, dass ich bis Mitte Juni 2014 auf keinen Fall wieder auf dem Platz stehen könne, blieb mir keine andere Wahl. Da ich mit mir selbst aber im Reinen war, sagte ich mir: Du erhältst irgendwann noch einmal eine Gelegenheit. So kam ich mit der Situation klar.

SPOX: Hat sich seither etwas an Ihrer Sicht auf die Dinge verändert?

Köstner: Seitdem ich nicht mehr als Spieler auf dem Platz stehe, sondern als Trainer an der Seitenlinie, sehe ich den gesundheitlichen Aspekt ohnehin aus einer anderen Verantwortung heraus. Ich war bei diesem Thema schon sehr früh sensibilisiert, sodass sich durch meine Krankheit nicht viel verändert hat. Sobald ein Spieler im Training Fieber hatte, habe ich ihn rausgenommen und den Ärzten übergeben. Früher hätte man den Infekt durch lockere Läufe rausschwitzen lassen. Da war man nicht so verantwortungsvoll.

SPOX: Ihr Nachfolger in Düsseldorf war Oliver Reck, von dem sich der Verein schon im Februar dieses Jahres wieder trennte. Hofften Sie auf eine Rückkehr?

Köstner: Nein, das war nach der Vertragsauflösung kein Thema mehr, wenngleich der Kontakt zur Fortuna nicht abgerissen ist. Wir schätzen uns noch sehr.

SPOX: Sie betonten Anfang des Jahres, dass es den Trainer Lorenz-Günther Köstner weiterhin geben werde. Hatten Sie in diesem Sommer keine Anfragen?

Köstner: Konkrete Anfragen aus dem deutschen Profifußball gab es nicht, jedoch kontaktierten mich Vermittler bezüglich Vereinen aus Ägypten. Auch Hapoel Tel Aviv zeigte Interesse. Das sind Geschichten, die einen zwar durchaus reizen, jedoch nicht hundertprozentig passen. Ich will es lieber hier noch einmal allen zeigen, dass ich wieder fit bin.

SPOX: Also liebäugeln Sie mit einer Rückkehr ins deutsche Profigeschäft?

Köstner: Ich wäre in jedem Fall dafür gewappnet, jedoch kann ich nicht den Anspruch stellen, nur Angebote aus der ersten oder zweiten Liga anzunehmen. Ich habe aber bewiesen, dass ich einen Verein mit meiner Erfahrung und Leidenschaft in einer Notsituation übernehmen kann. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich weiterhelfen kann, springe ich gerne ein. In Wolfsburg hatte ich großen Spaß an der Arbeit und ich habe mir selbst gezeigt, dass ich auch in der Bundesliga erfolgreich sein kann.

Seite 1: Köstner über falschen Ehrgeiz und eine Rückkehr auf die Trainerbank

Seite 2: Köstner über Magaths Lehren, einen gefestigten VfL und De Bruyne

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