BVB-Pressekonferenz mit Kevin Kampl und Gonzalo Castro

Kampl: "War sehr schwierig für mich"

Donnerstag, 23.07.2015 | 14:34 Uhr
Kampl hatte in Dortmund keinen Start nach Maß
© getty
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Am Donnerstag standen im Trainingslager von Borussia Dortmund in Bad Ragaz Kevin Kampl und Neuzugang Gonzalo Castro den Journalisten Rede und Antwort. Kampl blickte zurück auf sein kompliziertes letztes Halbjahr, Castro sprach über die Gründe für seinen Wechsel sowie den Konkurrenzkampf mit Ilkay Gündogan.

Gonzalo Castro über...

...seine ersten Eindrücke vom BVB: In den ersten Wochen war vieles noch neu, aber die Jungs haben mich sehr gut aufgenommen. Es ist alles sehr positiv. Wir haben auch sehr schnell begriffen, was der Trainer von uns will. Das hat uns geholfen, uns besser kennen zu lernen. Es wird von Tag zu Tag immer besser.

...Tuchels Ausstrahlung: Er war ja ein Jahr lang weg von der Bildfläche, so dass keiner genau wusste, wie er arbeiten werde. Es macht es uns natürlich leichter, wenn er mit einem Lächeln und mit Freude auf den Platz kommt. Man merkt, dass er sehr viel Arbeit mit seinem Co-Trainer hineinsteckt. Der Wille, etwas Neues zu lernen, ist in der in ganzen Mannschaft spürbar.

...seinen Führungsanspruch: Wir haben sehr viele Führungsspieler. Ich habe erst einmal versucht, hier anzukommen. Ich habe ein gewisses Alter und versuche, mit meiner Erfahrung beizutragen, voranzugehen und der Mannschaft zu helfen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da.

...die Gründe für seinen Wechsel: Ich wollte einen neuen Reiz in meiner Karriere setzen. Es war keine Entscheidung gegen Leverkusen. Ich hatte dort sehr schöne Jahre und habe fast jeden gekannt. Bei Dortmund hat mir das Gesamtpaket gepasst. Ich hatte mit dem neuem Trainer sehr gute Gespräche. Er hat mir sein Konzept vorgestellt, da war ich sehr positiv überrascht. Man darf auch nicht vergessen, dass der BVB in den letzten Jahren sehr guten Fußball gespielt und Titel geholt hat. Man sollte es jetzt nicht an die große Glocke hängen, wenn es eine Saison einmal schwächer war.

...den Konkurrenzkampf mit Ilkay Gündogan: Letztlich entscheidet der Trainer. Konkurrenzkampf ist immer gut. Ich freue mich, dass Ilkay hier geblieben ist, er hilft der Mannschaft weiter. Wir sind im Mittelfeld sehr gut aufgestellt und können dort zu den Besten in Deutschland werden. Wir werden in den nächsten Wochen jeden Mann gebrauchen können.

...Kontakt zu Jürgen Klopp: Vor Thomas Tuchels Unterschrift gab es keinen Kontakt. Das kam erst relativ spät, ging dann aber schnell über die Bühne.

...das Lob von Tuchel: Ich muss das Spiel nochmal sehen, währenddessen passieren so viele Sachen. Ich bekomme momentan viele Eindrücke. Es ist schön, wenn der Trainer mich lobt und zufrieden ist. Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. In den ersten Wochen war es vielleicht etwas schwierig, aber es wird besser.

...neue Trainingsformen unter Tuchel: Das System ist etwas anderes, in Leverkusen wurde 4-4-2 mit zwei flachen Sechsern gespielt. Wir wissen genau, wie das Gegenpressing geht und haben das jahrelang gespielt. Auch die Mannschaft hat es drin. Es wird jetzt wieder neu aufgefrischt, damit wir sehr schnell unseren Ballbesitz bekommen und guten Fußball spielen können.

Kevin Kampl über...

...Unterschiede zwischen Klopp und Tuchel: Die Dinge sind nicht so großartig neu. Wir versuchen die Dinge, die wir letztes Jahr nicht so gut gemacht haben, wieder besser zu trainieren und auf dem Platz zu zeigen. Vor allem dieses Gegenpressing und damit extrem schwer ausrechenbar zu sein. Wir wollen nach den ersten Sekunden des Ballverlusts sofort Gegenpressing spielen. Ich war das in Salzburg gewohnt, das macht mir sehr viel Spaß.

...die Stimmung, als er im Winter zum BVB kam: Es war sehr schwierig für mich die erste Zeit. Ich kam aus Österreich, wir waren zehn Punkte vor dem Zweiten und stark in der Europa League. Dann zu einem solch großen Verein zu wechseln ist generell nicht einfach - zumal in dieser Situation. Es war schon schwer für mich, mit dieser neuen Situation klarzukommen. Ich habe versucht, mich einzuleben, aber habe lange gebraucht, bis ich in Dortmund ein Haus gefunden habe. Ich wohnte lange im Hotel, das war nicht so schön. Es war wichtig, dieses halbe Jahr rumzukriegen und wirklich anzukommen. Durch den Trainerwechsel möchte ich die Chance wahrnehmen und versuchen, mir einen Stammplatz zu erkämpfen.

...den Trainerwechsel: Natürlich habe ich Jürgen Klopp nur fünf Monate gekannt. Ich bin froh, dass ich ihn kennenlernen durfte, er ist ein super Trainer und Mensch. Ich habe jetzt auch einen tollen Eindruck von Thomas Tuchel. Es macht viel Spaß im Training, gerade diese engen Spielformen. Das kenne ich in der Art aus Salzburg. Wir haben eine sehr gute Truppe und einen sehr starken Kader. Die Sachen, die wir letztes Jahr nicht so gut gemacht haben, müssen wir jetzt wieder auffrischen und in den Kopf kriegen. Dann sind wir eine Mannschaft, die jeden schlagen kann. Wir müssen jetzt einfach Gas geben und versuchen, einen guten Start hinzulegen.

...die Ziele im nächsten Jahr: Wenn man beim BVB spielt, sind die Ansprüche hoch - auch an sich selbst. Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, um in Top-Form zu kommen und gut in die Saison hinein zu starten. Das ist immer sehr wichtig. Wir wollen versuchen, die Champions-League-Plätze anzugreifen und konkurrenzfähig zu den ersten Drei, Vier zu werden. Ich bin mir sicher, dass wir mit der Qualität in der Mannschaft dort hin kommen können.

Borussia Dortmund im Überblick

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