Umbruch vorne, Experimente hinten

Von Adrian Franke
Mitchell Weiser (2.v.r.) ist ebenso neu in Herthas Mauer wie Aushilfsverteidiger Thomas Kraft (M.)
© getty

Die Hertha will nach dem knappen Klassenerhalt in der Vorsaison die kommende Spielzeit mit frischem Offensivgeist angehen - muss bei den Torhütern aber noch kürzen. Das Überangebot zwischen den Pfosten sorgte bereits für Experimente, während in der Innenverteidigung weiter an der Routinier-Strategie festgehalten wird. Im Angriff gibt es derweil einen kleinen Umbruch.

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Tor

Das Personal: Thomas Kraft, Rune Jarstein, Marius Gersbeck, Nils Körber, Sascha Burchert

Abgänge: Keine

Zugänge: Keine

Offene Positionen: Eventuell die Nummer zwei

Kandidaten: Denes Dibusz (Ferencvaros Budapest)

Auf der Torwart-Position hat die Hertha ein klares Überangebot. Da Körber einen Profivertrag erhielt, verfügen die Berliner inzwischen über fünf Keeper. Jarstein soll wohl noch abgegeben werden, gleichzeitig nutzt die Hertha die Situation kreativ: Beim jüngsten Test in Lübars (7:2) durften Kraft und Burchert, auf eigenen Wunsch, je eine Hälfte in der Verteidigung ran.

"Die Torhüter haben heutzutage viel mehr Ballkontakte. Da ist es wichtig, auch fußballerisch gut zu sein. Außerdem bringt so ein Spiel im Feld körperliche Fitness", erklärte Pal Dardai, der vom Interimstrainer zum Chefcoach befördert wurde, der Bild.

Als Nummer eins ist Kraft gesetzt. Spannend werden könnte es hier wohl nur, sollte Ungarns Nationaltorhüter Denes Dibusz tatsächlich, wie zuletzt kolportiert, ein Thema werden. Dem müssten aber wohl mindestens Abgänge von Jarstein und Burchert vorausgehen.

Die größte Veränderung fand für die Berliner Torhüter ohnehin bereits Ende Juni statt: Die Hertha trennte sich von Torwart-Trainer Richard Golz, der Ungar Zsolt Petry beerbt ihn und unterschrieb bis 2017. Petry kam ablösefrei aus Hoffenheim.

Für Kraft ist es seit 2011 bereits der dritte Torwarttrainer, gegenüber der BZ stellte er klar: "Das kenne ich nicht anders, und das kann ich eh nicht beeinflussen. Auf der einen Seite ergeben sich durch einen Wechsel immer wieder neue Impulse, neue Ideen. Auf der anderen Seite wäre natürlich auch eine gewisse Konstanz und Kontinuität gut."

Der erste Eindruck von Petry war aber positiv: "Er hat uns Torhütern schon vor dem Trainingsstart erläutert, was er erwartet, was er vorhat. Zsolt will uns alle noch besser machen, wird in erster Linie das offensive Spiel ausbauen. Der Trend geht eindeutig dahin, dass wir Keeper noch mehr mitspielen, noch mehr eingebunden werden. Auch wenn da inzwischen ein gewisses Limit erreicht ist."

Seite 1: Tor - Überangebot und neuer Coach

Seite 2: Abwehr - Experiment vor Neuauflage?

Seite 3: Mittelfeld - Allrounder Weiser und ein Wunschspieler

Seite 4: Sturm - Offene Planstelle trotz Rückkehrer

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