Aus Liebe zu München

Montag, 06.07.2015 | 19:34 Uhr
Claudio Pizarro ist mit 176 Toren der erfolgreichste Torschütze der Bundesligageschichte
© getty
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Claudio Pizarro will weiter Fußballspielen, aber wo? Beim FC Bayern haben sie keine Verwendung mehr für den treffsichersten Ausländer der Bundesligageschichte. Das lässt die Liga aufhorchen, könnte der Peruaner doch fast jeder Mannschaft noch weiterhelfen. Zwei Teams scheinen prädestiniert für den 36-Jährigen.

Dirk Dufner hat am Wochenende das ausgesprochen, was die meisten Sportdirektoren dieser Liga denken. Claudio Pizarro sei ein "Klasse-Stürmer". Deshalb sei es auch klar, "dass man sich mit Claudio beschäftigt".

Via Kicker bekam Dufner dann aber am Montag von seinem Präsidenten bei Hannover 96 mitgeteilt, dass er sich seine Gedanken rund um einen Verpflichtung des Peruaners sparen könne.

Pizarro erfüllt viele Kriterien, die ein Stürmer haben muss, aber der Jüngste ist er halt nicht mehr. Im Oktober wird Pizarro 37 Jahre alt. Sein Vertrag beim FC Bayern ist vergangenen Dienstag ausgelaufen.

Bis zum Schluss hat sich der Peruaner noch Hoffnungen auf eine erneute Verlängerung um ein Jahr gemacht. "Weil ich sehr gern beim FC Bayern geblieben wäre", wie er der Süddeutschen Zeitung verriet. Und auch beim FC Bayern war man sich lange nicht sicher, wie es in der Beziehung mit dem Stürmer weitergehen soll.

Auf eine Verabschiedung beim letzten Heimspiel der abgelaufenen Saison hatten die Münchner verzichtet. Selbst einen Tag nach dem offiziellen Ende des Kontrakts sagte Sportvorstand Matthias Sammer am Rande des Trainingsstarts: "Wir sind in guten Gesprächen mit Claudio."

Jüngster Eindruck schürt Zweifel

Vielleicht gibt es doch noch ein Hintertürchen für Pizarro, bei seinem Wunschverein ein Jährchen dranzuhängen. Der 36-Jährige hat sich mit seiner Rolle als Edeljoker auf der Zielgeraden seiner Karriere bestens arrangiert. Er hat sich seit seiner Rückkehr nach München 2012 im Schatten von Mario Gomez, Mario Mandzukic und Robert Lewandowski immer loyal verhalten.

Und wenn er gebraucht wurde, hat er meistens geliefert. In seinem ersten Jahr schoss er wettbewerbsübergreifend 13 Tore (6 BL-Tore, 4 CL-Tore, 3 Pokal-Tore), im zweiten 11 (10, 0, 1), nur in der abgelaufenen Saison blieb es bei einem Treffer, in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Preußen Münster.

Es ist dieser jüngste Eindruck, der Pizarro die Suche nach einem neuen Vertrag gerade etwas erschwert. Vor allem die wiederkehrenden muskulären Probleme lassen bei einigen Interessenten Zweifel aufkommen.

Heynckes und Guardiola schwärmen

Denn seine grundsätzliche Qualität steht nach wie vor außer Frage. Jupp Heynckes bezeichnete Pizarro als "meinen fußballerisch besten Stürmer", Pep Guardiola nannte ihn "unseren besten Stürmer im Strafraum. Wenn er dort den Ball bekommt, macht er ein Tor." Für seinen ehemaligen Kollegen Mehmet Scholl war er sogar der "beste Spieler, mit dem ich je zusammengespielt habe".

Pizarro war immer ein Spieler, der perfekt zum FC Bayern passte, aber er war trotzdem kein klassischer Bayern-Spieler. Er polarisierte nicht, er wurde eher von allen gemocht, auch wenn er den jeweiligen Verein gerade mit einem seiner bisher 176 Bundesligatore malträtiert hatte.

Das mag auch mit dem Menschen Pizarro zu tun haben, der den schönen Dingen des Lebens immer offen gegenüberstand und die Menschen mit seiner Fröhlichkeit und Leichtigkeit begeisterte. "Er ist ein grundehrlicher Mensch, aber auch ein Schlawiner", sagte Scholl. Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn vor kurzem den "Monaco Franze aus den Anden".

Passt der Markt zu Pizarro?

Und wie der Schauspieler Helmut Fischer in der bayerischen Kultserie kann sich auch Pizarro im Moment ein Leben weit weg von München nur schwer vorstellen. Es also nicht die Frage, ob es für einen Spieler wie Pizarro noch einen Markt gibt, sondern ob der Markt Pizarro auch zufriedenstellt.

"Ich habe drei Söhne, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Sie sind nun 15, 13 und 9 Jahre alt. Ich würde ihnen jetzt gerne die größtmögliche Stabilität bieten, weil sie schon ein paar Mal umgezogen sind. Sie haben große Opfer gebracht", sagte Pizarro. "Und München gefällt mir einfach. Es ist eine wundervolle Stadt, alles ist nahe dran, die Seen, die Berge..."

Damit scheint eine erneute Rückkehr zu Werder Bremen ebenso vom Tisch wie Klubs der Kategorie Hannover. Profi-Fußball auf höchstem Niveau in oder in der Nähe von München bieten aktuell eigentlich nur zwei Vereine: der FC Augsburg und der FC Ingolstadt.

Der kurze Weg nach Ingolstadt

Wie das in Transferzeiten so ist, wollen einige Leute Pizarro auch schon rund um das Stadion in Augsburg gesichtet haben. Der FCA wäre als mittlerweile etablierter Bundesligist auch eine lohnende Adresse, zumal die Augsburger Pizarros Erfahrung bei ihrer ersten Teilnahme am internationalen Geschäft gebrauchen könnten.

Allerdings hat das Team von Trainer Markus Weinzierl im Angriff eigentlich keinen Bedarf. Sechs Stürmer stehen unter Vertrag, Raul Bobadilla hat eine sehr starke Saison gespielt und Tim Matavz soll in seiner zweiten Saison explodieren.

Bleibt noch der Aufsteiger aus Ingolstadt. Die Schanzer sind zwar mit fünf nominellen Stürmern ebenfalls schon gut bestückt, darunter mit Moritz Hartmann, Lukas Hinterseer und Tomas Pekhart drei klassische Mittelstürmer, allerdings hat der FCI keinen Spieler im Kader, der schon dauerhaft in der Bundesliga erfolgreich gewesen wäre. Vom SC Paderborn kam Elias Kachunga.

Die Option Ingolstadt verdient auch deshalb Beachtung, weil sie viel über das Verhältnis des FCI zum FC Bayern bzw. die Verbindungen auf Sponsorenebene aussagen könnte. Audi ist Anteilseigner der FC Bayern München AG und über eine Tochtergesellschaft auch der FC Ingolstadt Fußball GmbH. Die Wege zwischen München und Ingolstadt sind nicht nur auf der Landkarte kurz

Für Pizarro heißt es jetzt erstmal warten, die Angebote sondieren und dann schauen, ob der Markt und er noch einmal zusammenfinden.

Claudio Pizarro im Steckbrief

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