Die Ruhe des jungen Mannes

Kosteten den BVB zusammen 18 Millionen Euro: Roman Bürki, Julian Weigl und Gonzalo Castro
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Mit bislang drei Neuzugängen geht Borussia Dortmund in die neue Saison - die von einer Leihe zurückgekehrten Spieler nicht mit eingerechnet. Wie haben sich Roman Bürki, Julian Weigl und Gonzalo Castro bislang geschlagen - und welchen Rolle werden sie unter Trainer Thomas Tuchel spielen? SPOX fasst die bisherigen Eindrücke zusammen.

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Roman Bürki (4,5 Mio. Euro vom SC Freiburg)

Der Schweizer hat in seiner ersten Bundesligasaison beim SC Freiburg vor allen Dingen bewiesen, dass er ein fußballerisch hervorragend ausgebildeter Torhüter ist. Bürki besticht durch gut getimte Abschläge aus der Hand, genauso kann man ihn als letzten Abwehrspieler ins Aufbauspiel miteinbeziehen.

Diese Komponente ist es auch, die ihn erheblich von Konkurrent Roman Weidenfeller unterscheidet: Der Weltmeister hat sich in den letzten Jahren mit Ball am Fuß zwar deutlich gesteigert, ihm eine Spielstärke zu attestieren, wäre jedoch zu viel des Guten.

Besonders klar zeigte sich dieser Kontrast in Dortmunds letzten beiden Testspielen, als die Keeper jeweils die vollen 90 Minuten zwischen den Pfosten standen. Bürki positionierte sich bei der 1:2-Pleite in Bochum bisweilen sehr hoch im Feld und bildete mit den breit stehenden Innenverteidigern eine Dreierkette.

Seine Mitspieler suchten Bürki auch, das Vertrauen in seine fußballerischen Fertigkeiten ist bereits vorhanden. Sein schwacher Fuß - der Linke - ist deutlich stärker als Weidenfellers Pendant (rechts).

Weidenfeller konnte in Luzern (4:1) in diesem Bereich keine Pluspunkte sammeln, er nahm mehrere Rückpässe auf dieselbe Art und Weise auf und drosch sie relativ unkontrolliert Richtung Mittelfeld.

Als Typ macht Bürki sowohl auf als auch außerhalb des Platzes einen selbstsicheren Eindruck. Auf der Pressekonferenz am Dienstag bezeichnete er sich als modernen Torhüter.

Wie er bereits in mehreren Statements äußerte, würde er sich mit dem Status der Nummer zwei nicht zufrieden geben. Inwiefern ein Job-Sharing - Weidenfeller spielt im DFB-Pokal und der Europa League, Bürki in der Bundesliga - in Frage kommt, ist fraglich. Trainer Thomas Tuchel will sich mit der Entscheidung in der Torwartfrage noch nicht beschäftigen. "Es ist alles vorstellbar", sagte er am Montag.

Was für Bürki als neue Nummer eins spricht, ist nicht nur die Tatsache, dass der Schweizer auf Tuchels Wunsch hin aus dem Breisgau losgeeist wurde. Auch Tuchels Definition des Torwartspiels scheint Bürki zu favorisieren.

Gerade bei Gegnern, die Dortmunds Abwehr aggressiv anlaufen werden, "hilft es auf jeden Fall, wenn sich der Torhüter selbstbewusst traut und wohlfühlt, ein Spiel zu eröffnen und im Spielaufbau seinen Strafraum zu verlassen", so der Coach.

Mit einem solch mitspielenden Torhüter will Tuchel erreichen, dass die Passabstände zu den Innenverteidigern gering bleiben und das Tempo im Aufbauspiel nicht abebbt.

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