Natural Born Bayer

Dienstag, 28.07.2015 | 20:14 Uhr
Arturo Vidal wird auch in München mit der Nummer 23 auflaufen
© getty
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Der FC Bayern präsentiert mit Arturo Vidal seinen Königstransfer des Sommers - und der wird bei der Vorstellung seinem Ruf so gar nicht gerecht. Klub und Spieler nehmen offensiv allerhöchste Ziele ins Visier. Denn: In Sachen "Mia san mia" hapert's beim Chilenen maximal noch bei der Aussprache.

Das Wichtigste sagte Arturo Vidal schon bevor er den Presse-Club der Allianz Arena betrat. Fernab der Kameras und der Journalisten, die sich zur offiziellen Vorstellung des 28-Jährigen am Dienstagnachmittag kurzfristig in München-Fröttmaning eingefunden hatten.

Bevor er, der Skandal-Profi mit dem angeblich so schwierigen Charakter, möglichst unauffällig gekleidet das rot leuchtende Podium bestieg und möglichst unauffällige Sachen sagte wie: Der Gewinn der Bundesliga sei ein Traum, er werde sein Bestes geben und da spielen, wo ihn der Trainer brauche.

Die Vidal-Vorstellung zum Nachlesen im Ticker

Bevor er erzählte, dass er Pferde mag, dass Bayern eine fantastische Mannschaft hat und dass er seine Fans in Chile glücklich machen wolle.

"Das muss das Ziel sein"

"Letzte Saison hat nicht viel gefehlt, um in allen drei Wettbewerben ganz oben zu stehen", erinnerte sich Vidal nämlich unmittelbar nach der Unterzeichnung seines neuen Arbeitspapiers bei fcb.tv an die vergangene Spielzeit mit Juventus. "Ich hoffe", so der Chilene weiter, "dass es mir jetzt mit dem FC Bayern gelingt. Das muss das Ziel sein."

Das Triple also. Vier Jahre Zeit hat Vidal dafür. Vielleicht fünf, wenn der Rekordmeister seine Option auf eine weitere Spielzeit zieht. Vier Jahre hat Vidal, der nach dem Gewinn der Copa America in seiner Heimat schon Volksheldenstatus innehat, um sich auch noch mit dem Henkelpott zu krönen.

Auch Matthias Sammer macht keinen Hehl aus den hohen Zielen, die der Klub mit den Chilenen angehen will. Im Hinblick auf eine mögliche vierte Meisterschaft in Folge fing der Sportdirektor das erste Mal an, von Vidal zu schwärmen. Von dem Mann, der mit Juventus in vier Jahren vier Mal den Scudetto gewann. "Er hat das erreicht, was wir erreichen wollen: Geschichte zu schreiben. Wir brauchen solche Protagnisten."

Überhaupt sei Vidal "die Komplexität in Person". Physisch stark, kraftvoll in seinem Spiel, technisch gut. "Er schießt oft das 1:0, ist taktisch flexibel - diese Mentalität und diese Qualitäten werden uns gut zu Gesicht stehen", sagte Sammer, den die die Spielweise des 28-Jährigen "beeindruckt".

Wie gemacht für den Rekordmeister

Vom Selbstverständnis des eigenen Spiels, mit dem Anspruch auf Titel ist Vidal tatsächlich wie gemacht für die Ziele des Rekordmeisters.

"Er verkörpert in seiner Art und Weise einen Siegertypen", sagt Sammer. Und auch wenn das mit dem "Mia san mia" auf Nachfrage eines Journalisten noch nicht auf Anhieb klappte, besänftigte Vidal: "Das werde ich schon noch lernen." Das gilt dann aber höchstens für die Aussprache, denn am Sinn des Leitmotivs dürfte es in keinster Weise hapern.

EMAG Pep und Vidal: Tausend und ein System

Vielleicht darf der Neuzugang das bereits beim Supercup beweisen. "Ich bin bereit, am Samstag zu spielen", sagte Vidal, der erst am Montag nach seinem Urlaub in München angekommen war. Trotzdem müsse man erst "sehen, wie sich das im Training entwickelt".

Ab dann sollen seine Taten auf dem Platz sprechen. Und keine Skandale mehr abseits des Spielfeldes. "Über die Jahre bin ich reifer geworden", erklärte Vidal, angesprochen auf seine jüngsten Eskapaden samt des Autounfalls während der Copa. "Ich habe viel Respekt vor den Leuten hier und deswegen werde ich sowas nicht nochmal machen."

Vielmehr wolle er "Schritt für Schritt die Liebe der Fans und des Vereins gewinnen". Zumindest bei seinen künftigen Mitspielern steht der Chilene schon jetzt hoch im Kurs. Über seine Qualitäten brauche man "nicht reden", sagte beispielsweise Arjen Robben. Von einer "großen Verstärkung für unser Team" sprach Xabi Alonso, und auch Manuel Neuer erhoffe sich viel vom "Weltklasse-Mittelfeldspieler". Da ist er definitiv nicht der Einzige.

Arturo Vidal im Steckbrief

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