Planänderung bei Terrys Erben?

Von Adrian Franke
Donnerstag, 23.07.2015 | 18:00 Uhr
Andreas Christensen hinterließ in den ersten Testspielen einen hervorragenden Eindruck
© Dirk Päffgen
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Venlo

Andreas Christensen kommt mit großen Vorschusslorbeeren nach Gladbach, gleichzeitig steht der Abwehrmann aber unter Zugzwang. Bei der Borussia kann er den nächsten Schritt machen, um sich zum Erben von John Terry aufzuschwingen. Gladbach läuft so gleichzeitig Gefahr, zur Durchlaufstation degradiert zu werden - es sei denn, der Masterplan nimmt eine unvorhergesehene Wende.

Es ist zweifellos von Vorteil, wenn man sich bei etablierten Weltstars Rat holen kann, und nicht selten ist es schlau, darauf auch zu hören. Als Christensen also seine Entscheidung für die Borussia begründen sollte, hatte er im Gespräch mit der WAZ eine einfache Erklärung parat: "Ich habe Eden Hazard gefragt, ob sein Bruder Thorgan bei Gladbach glücklich ist. Er hat ja gesagt."

Doch noch wichtiger dürfte eine andere Person gewesen sein, das Abwehrtalent erhofft sich viel von Fohlen-Coach Lucien Favre: "Ich soll bei Favre das nächste Level erreichen. Er ist ein Top-Trainer, er war auch ein Grund für meinen Wechsel. Und im Gegensatz zur Premier League setzt man hier auch auf junge Profis, lässt Talente früher spielen. Ich soll mir in Gladbach die Reife für Chelsea holen - das ist der Plan."

Immerhin genießt der Mann, der bei Chelsea bereits als Nachfolger von Klubikone John Terry gehandelt wird, in London weiter ein hohes Standing. Daran hat sich seit fast vier Jahren nichts geändert.

Scout-Traum aus Dänemark

Bereits 2011 ließ Christensen Scout-Herzen höher schlagen. Der FC Arsenal, Manchester City und auch der FC Bayern wurden mit dem dänischen Abwehrtalent intensiv in Verbindung gebracht. Talentsichter waren regelmäßig bei den Partien des Jungspunds vor Ort und sahen einen Spieler, der seiner Altersklasse mindestens einen Schritt voraus war. Den Zuschlag erhielten letztlich die Blues.

"Ich habe mich für Chelsea entschieden, weil der Klub die Art Fußball spielt, die mir gefällt. Gleichzeitig haben sie den besten Plan für meine Karriere", erklärte der Teenager damals dem Ekstra Bladet. Von Bröndbys U17 ging es also 2012 schließlich in die U18 der Londoner an die Stamford Bridge.

Immerhin acht Jahre hatte Christensen zuvor in der Bröndby-Jugend verbracht und dort auch den Sprung zum dänischen Juniorennationalspieler geschafft. Doch der Weg nach oben schien für ihn bereitet und Chelsea dabei der nächste logische Schritt - und der Weg verlief zunächst komplett nach Plan.

"Spieler des Spiels" und Terrys Ritterschlag

Über den Nachwuchs empfahl sich Christensen für die Profis und galt schnell als eines der vielversprechendsten Talente der Londoner. Er durfte mehrfach bei den Stars rein schnuppern und im vergangenen Oktober war es endlich so weit: Im Achtelfinale des League Cups gegen Shrewsbury Town durfte der Youngster, in der zweiten Mannschaft längst unumstrittener Leistungsträger, über die kompletten 90 Minuten ran.

In den folgenden vier Spielen des Wettbewerbs kam Christensen zwar nicht mehr zum Einsatz, Trainer Jose Mourinho hatte nach dem 2:0-Finalsieg der Blues über Tottenham dennoch eine überraschende Aussage parat: "Mein Spieler des Spiels war Andreas Christensen, der gegen Shrewsbury wirklich gut gespielt hat. Wir sind ein Team."

Es zeigte, neben Mourinhos ganz eigener Art, mit den Medien umzugehen, die große Wertschätzung für den Dänen. Die wurde zuvor auch finanziell schon offensichtlich: Im April 2014 enthüllten Reporter, dass Christensen schon etwa 1,4 Millionen Euro im Jahr kassierte - Monate, bevor er sein erstes Profi-Spiel absolvierte.

Terry selbst sollte ihn darüber hinaus als seinen Erben ins Spiel bringen. Bei Sky erklärte Chelseas langjähriger Abwehrchef Ende des Vorjahres: "Ich habe ihm immer gesagt, dass er mich jagen und aus dem Team drängen soll. Er sollte hungrig sein und meinen Platz wollen. Glaubt mir: Ich bin mir sicher, dass aus ihm ein Topspieler und einer der Männer wird, denen Chelseas Zukunft gehört."

Die große Baustelle

Doch um exakt diesen Plan weiter zu verfolgen, der Eindruck wurde in London über die vergangenen Monate zunehmend stärker, konnte Christensen nicht bei den Blues bleiben. Denn bei all den Vorschusslorbeeren und seinem kontinuierlichen Weg nach oben gab und gibt es auch Kritik an dem inzwischen 19-Jährigen.

Die bezieht sich vor allem auf seine Physis. Im Nachwuchsbereich gehört der Innenverteidiger längst zur Creme de la Creme, doch für die Profis, und vor allem für die physisch anspruchsvolle Premier League, reichte es bislang schlicht nicht. Bei 1,88 Metern bringt Christensen lediglich rund 74 Kilo auf die Waage, er wird mehr Muskelmasse aufbauen müssen, um sich zu behaupten. Ein Defizit, dass sich auch in der Bundesliga bemerkbar machen könnte.

Gleichzeitig aber ist auch bemerkenswert, wie der Däne seine Schwächen kaschiert: Technisch ist Christensen für sein Alter und seine Position herausragend, darüber hinaus überzeugt er mit einem sehr hohen Spielverständnis und kann ein Spiel taktisch extrem gut lesen. In der Spieleröffnung und auch was gelegentliche Offensiv-Vorstöße angeht, gewährt ihm das zumindest im Nachwuchsbereich große Vorteile.

Auch vom rund um Christensen omnipräsenten Terry gab es im Guardian eine klare Ansage, die hoffen lässt - und gleichzeitig als Ansporn dienen dürfte: "Früher waren die anderen Jungs auch alle stärker und schneller als ich. Die Leute haben sich Gedanken gemacht, ob ich groß genug werden würde und es gab auch Fragezeichen bei Chelsea."

Beobachtet, abgewartet - zugeschlagen

Die gibt es jetzt auch bei seinem möglichen Nachfolger. Doch Christensen ist, nachdem er im Juni sein A-Länderspiel-Debüt feierte, entschlossen, sich jetzt in Gladbach zu beweisen. Auch die Borussia hatte den Dänen, wie sein Vater Sten jüngst verriet, schon vor einigen Jahren ins Visier genommen und dessen Entwicklung genau beobachtet.

So überraschte es kaum, als sich Sportdirektor Max Eberl nach dem abgeschlossenen Deal freute: "Andreas Christensen ist ein vielversprechendes Talent und in der Defensive auf verschiedenen Positionen einsetzbar. Wir freuen uns, dass wir ihn vom FC Chelsea ausleihen konnten."

Eine Einsatzgarantie hat er damit in Gladbach aber längst nicht: Auch Alvaro Dominguez, Tony Jantschke, Martin Stranzl, Neuzugang Nico Elvedi und Roel Brouwers kämpfen um Einsatzminuten im Abwehrzentrum, Christensens bevorzugte Position. Die Fohlen könnten ihn daher womöglich auch im defensiven Mittelfeld einplanen.

Mit seinem Einstand beim neuen Team zeigte sich der Youngster, der aktuell noch im Hotel wohnt, im Express zufrieden. Er wolle sich möglichst schnell weiter integrieren: "Ich bin sehr gut aufgenommen worden, muss allerdings auch noch das Aufnahmeritual hinter mich bringen. Also etwas vorsingen. Ich spreche noch kein Deutsch, aber das wird sich ändern. Ich hatte Deutsch in der Schule, so dass ich in einigen Monaten hoffentlich alles verstehen werde und mich in der Gruppe auch unterhalten kann."

Gibt es die Planänderung?

Bevor er aber etwas singen oder überhaupt die Fußballschuhe für die Fohlen schnüren konnte, gab es schon die ersten Spekulationen. Chelsea soll sich englischen Berichten zufolge die Option gesichert haben, Christensen nach nur einem, statt, wie eigentlich vorgesehen, zwei Jahren zurückholen zu können.

Gladbach könnte so früher als zunächst gedacht um die Früchte der eigenen Arbeit gebracht und tatsächlich nur als Aufbaustation im ausgemachten Plan des Dänen sowie der Blues genutzt werden. Eine Kaufoption konnte die Borussia wohl nicht aushandeln.

Und doch: Christensen weiß schon jetzt, was er an den Gladbachern haben könnte - und lässt den Fohlen so zumindest Grund zur Hoffnung: "Ich habe mir Gladbachs 3:0 gegen Leverkusen im Borussia-Park angesehen. Traumtore! Und die Fans waren viel enthusiastischer als in England. Es ist noch zu früh, aber wenn hier alles top läuft, ist vorstellbar, dass ich länger bleibe..."

Andreas Christensen im Steckbrief

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