"BVB? Ich freue mich riesig"

Von Adrian Franke
Dienstag, 16.06.2015 | 11:30 Uhr
Julian Weigl geht mit Vorfreude in das Abenteuer Bundesliga
© getty
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Für drei Millionen Euro wechselt Julian Weigl von 1860 München zu Borussia Dortmund, der Mittelfeldspieler begründete seine Entscheidung jetzt im Interview. Sowohl das Projekt, als auch vor allem Trainer Thomas Tuchel haben ihn überzeugt. Gleichzeitig weiß er um seinen Platz und um seine Schwächen.

"Mein Traum war es immer, in der Bundesliga zu spielen. Die Möglichkeit hat mir der BVB nun geboten. Ich habe gedacht, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu wagen und meine spielerischen Qualitäten auf der höchsten Bühne zu zeigen. Ich hatte sehr gute Gespräche mit Thomas Tuchel, bei dem ich denke, dass er mich weiterbringen kann", erklärte Weigl im Gespräch mit Goal.

Vor allem Tuchel überzeugte den 19-Jährigen so auch letztlich, einen Vertrag bis 2019 zu unterschreiben: "Der Trainer hat mir erzählt, wie er mich einschätzt, was er von mir gesehen hat und welche Pläne er mit mir hat. Seine Analyse war sehr treffend. Das, was er mit mir vorhat, hat mich enorm überzeugt. Er hat mir deutlich gemacht, dass er mit mir arbeiten möchte. Ich denke, unsere Zusammenarbeit birgt großes Potenzial für mich."

Darüber hinaus sei es "eine Ehre", unter Tuchel zu trainieren, "aber auch von den Spielern dort kann man viel lernen. Das Projekt, das mir aufgezeigt wurde, hat mich überzeugt. Dass der BVB zudem ein richtig geiler Verein ist, brauche ich niemandem zu erzählen."

Weigl: "Sehe mich in Herausfordererposition"

Gleichzeitig macht sich der U20-Nationalspieler keine falschen Illusionen was seinen Platz beim BVB angeht: "Ich sehe mich im Kader in der Herausfordererposition. Ich werde versuchen, mich möglichst schnell an das Tempo und die Härte zu gewöhnen, um früher oder später eine Option zu sein. Wie schnell das geht, kann ich jetzt nicht sagen. Ich freue mich aber riesig auf die Möglichkeit, beim BVB eine Chance zu bekommen."

Dabei wäre sich der Mittelfeldmann nicht zu schade dafür, den Umweg über die zweite Mannschaft zu gehen: "Man muss abwarten, wie es sich entwickelt. Auf jeden Fall macht das Sinn, wenn man lange keine Einsatzzeiten bekommt. Ich hoffe dennoch, dass ich häufig im Kader sein werde und auch spielen darf. Ich gehe nicht als Spieler mit 40 Zweitligaspielen zum BVB, um wieder in der U23 zu spielen. Das wäre der falsche Ansatz."

Abstiegskampf mit 60? "Habe viel gelernt"

Immerhin habe er in der Vorsaison im Abstiegskampf den nächsten Schritt gemacht: "Ich kann viel mitnehmen, habe viel gelernt. Vor allem, was die Zweikampfführung und die Härte in der 2. Bundesliga angeht. Ich habe mich bei jedem Trainer wieder empfehlen können und meinen Stammplatz erkämpft. Deshalb bin ich dankbar, dass ich die Saison so erleben durfte. Neben den kleinen Tiefs muss man immer das Positive sehen."

Belohnt wurde er mit der Teilnahme an der U20-WM in Neuseeland, für Weigl "eine Bestätigung. Ich habe mir in der Mannschaft einen Stammplatz erkämpft. Das war die gesamte Saison über mein persönliches Ziel, dass ich bei der Weltmeisterschaft spielen darf. Ich habe die Chance, mich mit den Besten in meinem Jahrgang zu messen. Diese Chance bekommt nicht jeder Spieler in meinem Alter."

Dennoch sieht er noch viel Luft nach oben: "Ich muss auf jeden Fall im Kraftbereich zulegen. Darüber haben wir bereits gesprochen. Ich werde ein spezielles Athletiktraining machen, um an meiner Statur und an meiner Robustheit zu arbeiten. Auch an meiner Schnelligkeit kann ich noch arbeiten. Meine Stärken will ich weiterentwickeln. Dadurch fällt man als Spieler auf und deswegen muss ich mich weiter um mein Passspiel kümmern und meine Spielstärke verbessern."

Julian Weigl im Steckbrief

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