HSV steigt aus Koc-Poker aus

Von Adrian Franke
Süleyman Kocs Wechsel zum HSV war eigentlich schon in trockenen Tüchern
© getty

Noch am Donnerstag hatte der kicker vermeldet, dass der Wechsel von Süleyman Koc vom SC Paderborn zum Hamburger SV nahezu perfekt ist. Jetzt gibt es die 180-Grad-Drehung: Offensichtlich ist der kolportierte Wechsel doch noch gescheitert. Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer hat derweil sein ganz eigenes Saisonfazit parat.

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Wie Manager Peter Knäbel dem kicker am Sonntag bestätigte, ist der HSV aus dem Poker um den Flügelspieler ausgestiegen. Offenbar hatte Hamburg ursprünglich Signale erhalten, wonach der Wechsel für weniger als die festgeschriebenen 2,5 Millionen Euro möglich ist. Mit Koc selbst war sich der HSV laut der Hamburger Morgenpost daraufhin bereits einig, doch die Bedingungen mit Paderborn waren offenbar nicht wie erhofft.

Bei der Mitgliederversammlung hatten die Verantwortlichen zuvor Kritik einstecken müssen. Ernst-Otto Rieckhoff, der Initiator der Ausgliederung der Profi-Abteilung, stellte für die Transferpolitik ein vernichtendes Fazit aus. So habe es "Entscheidungen mit desaströsen Auswirkungen" gegeben, die erhoffte neue sportliche Kompetenz sei "bislang komplett in die Hose gegangen".

Beiersdorfer gesteht Tuchel-Fehler

Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer gab in der Folge zu, dass er bei der Trainersuche vor einigen Monaten zu lange auf Thomas Tuchel spekuliert hatte. Rieckhoff monierte weiter, dass sich Tuchel damals mit Anteilseigner Klaus-Michael Kühne in der Schweiz traf: "Wo anders entscheidet ein Minderheitsinvestor über Personalien und wo lassen Präsidium und Aufsichtsrat das zu?"

Beiersdorfer betonte gleichzeitig aber, dass der Klub auf dem richtigen Weg sei: "Die vergangenen Wochen haben uns eindrucksvoll zusammengeschweißt. Unser Entwicklungsprozess ist noch längst nicht abgeschlossen." Darüber hinaus habe der HSV acht Zähler mehr als im Vorjahr gesammelt, die prozentual größte Steigerung der Liga: "Wir wirken nicht mehr wie eine angeschlagener Boxer in der Ringecke."

Süleyman Koc im Steckbrief

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