Patient Franck

Montag, 15.06.2015 | 20:31 Uhr
Die Verletzungen nehmen zu: Franck Ribery ist mittlerweile 32 Jahre alt
© getty
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Franck Ribery muss sich weiter mit einer rätselhaften Verletzung herumschlagen und wird zumindest große Teile der Vorbereitung verpassen. Der Franzose ist in München zwar weiter Publikumsliebling, aber nicht mehr unantastbar. Seine Zeit neigt sich dem Ende entgegen - früher als geplant.

Drei Wochen ist es gerade einmal her, da konnte Franck Ribery mal wieder seine Stärke ausspielen. Der Freigeist durchbrach die geplante Choreographie und brachte etwas Schwung in den bis dahin recht inspirationslosen Ablauf des FC Bayern.

"Ich bin noch zehn Jahre bei Bayern, hat Kalle Rummenigge gesagt", lachte der Franzose während der Meisterfeierlichkeiten auf dem Münchner Rathausbalkon ins Mikrofon. Es war ein Filou-Moment, einer wie es viele gab, seit Ribery im Sommer 2007 von Olympique Marseille nach München kam.

Ribery hat sich abseits des Platzes schnell den Ruf des Spaßvogels erarbeitet, seine Zahnpasta-Scherze sind an der Säbener Straße schon legendär. Noch viel aufregender fanden die Fans des FC Bayern aber seine Gewitztheit auf dem Feld.

Ein Teil der Bayern-Familie

König Franck war der Spitzname, der ihm im Kaiserland München schnell verliehen wurde und ihn auch in den Adelstand des Vereins hob. Sein Spruch am Marienplatz weckte auch Erinnerungen an das Jahr 2010, als er an gleicher Stelle französelte: "Isch hab gemacht fünf Jahre mehr." Damals war Ribery einer der begehrtesten Flügelspieler Europas, vor allem Real Madrid wollte ihn.

Abwanderungsgedanken hegt Ribery mittlerweile nicht mehr, er hat mehrfach angekündigt, seine Karriere in München beenden zu wollen. Sein Vertrag läuft noch bis Ende Juni 2017. Der Franzose ist ein Teil der Bayern-Familie geworden, die ihn in schwierigen Zeiten immer wieder aufgefangen und unterstützt hat.

Seuchensaison 2014/15

Auch jetzt benötigt Ribery diese Zuwendung des Vereins. Seine rätselhafte Verletzung am rechten Sprunggelenk will einfach nicht heilen. Am Freitag verschickte der FC Bayern eine Pressemitteilung zum Gesundheitszustand des mittlerweile 32-Jährigen. "Die bei Franck Ribery bisher eingeleitete, konservative Therapie hat leider nicht zu dem erhofften Ergebnis geführt", hieß es darin. Nun sei "eine Ruhigstellung des rechten Sprunggelenkes durchgeführt worden".

Details zur Dauer oder zur Art der Verletzung machte der Verein nicht. Am Montag berichtete der Kicker von vier Wochen Gips. Mittlerweile fehlt Ribery seit etwas mehr als drei Monaten. Als er sich die Verletzung im Spiel gegen Schachtjor Donezk zuzog, ging der FC Bayern von ein paar Tagen Pause aus.

Es sollte die letzte Volte einer für Ribery verletzungsreichen Saison werden. In 15 Bundesliga-, sechs Champions-League- und zwei DFB-Pokalspielen brachte es Ribery auf 1497 Einsatzminuten. Zum Vergleich: Mario Götze kam in diesen Wettbewerben auf 3331 Minuten.

Franck Riberys BL-Saisonstatistiken 2012/13 und 2014/15 im Vergleich

Lange und vielfältige Krankenakte

Aus König Franck ist Patient Franck geworden. Seine Krankenakte ist nicht nur lang, sondern auch vielfältig. Aktuell schmerzt das Sprunggelenk, zuvor knirschte das Knie, davor zwickte der Rücken. Die einzigen belastbaren Erklärungsansätze für Riberys zunehmende Verletzungsanfälligkeit und Ausfallzeiten sind Pech und das fortgeschrittene Alter.

Kritische Stimmen führen die Koinzidenz der Ereignisse ins Feld. Seit Ribery beim Ballon d'Or 2013 hinter Cristiano Ronaldo und Lionel Messi nur Dritter wurde, haben die Blessuren zugenommen. Ein kausaler Zusammenhang lässt sich freilich nicht herstellen. Aber die Niederlage hat zumindest im direkten Anschluss mental Spuren hinterlassen. Aktuell weiß man nur, dass Ribery "genervt" und "enttäuscht" ist von seiner Verletzungspause.

Ribery hat viel mitgemacht während seiner Karriere und auch privat den einen oder anderen Fehltritt verarbeiten müssen. Seine besten Leistungen hat er immer dann gebracht, wenn er frei war im Kopf und die volle Rückendeckung seines Umfelds gespürt hat.

Bayern sucht Riberys Nachfolger

Uli Hoeneß war dabei immer sein großer Mentor und eine Vaterfigur. Der ehemalige Präsident war für Ribery auch einer der wichtigsten Gründe, warum er sich 2010 für die Vertragsverlängerung entschied - trotz des schwierigen Verhältnisses mit dem damaligen Trainer Louis van Gaal.

Der Umgang mit Pep Guardiola ist deutlich entspannter, soll aber dem Vernehmen nach nicht so gut sein wie mit Vorgänger Jupp Heynckes, der es exzellent verstand, die Bedürfnisse der Spieler zu moderieren. "Wir unterstützen Franck in seinem Heilungsprozess in vollem Umfang und hoffen, dass er bald wieder auf den Platz zurückkehren kann", ließ Sportvorstand Matthias Sammer im Freitag verschickten Kommuniqué mitteilen.

Es ist aber nicht auszuschließen, dass Ribery bei seiner Rückkehr in die Mannschaft eine veränderte Stellungbeschreibung vorfindet. Zwei Jahre vor Ablauf des Kontrakts mit dem Franzosen ist der FC Bayern bereits intensiv auf der Suche nach einem Nachfolger. Die zukünftige Rollenverteilung hängt also nicht nur von Riberys Gesundheitszustand ab, sondern auch von der Qualität des neuen Personals.

Franck Ribery im Steckbrief

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