Vorschau, 32. Spieltag

Viel Hoffnung und ein Endspiel

Von Adrian Franke
Freitag, 08.05.2015 | 17:12 Uhr
Seit Monaten kämpft der VfB gegen den Abstieg. Die Chancen stehen immer schlechter
© getty
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Der 32. Spieltag der Bundesliga könnte einige Vorentscheidungen bringen: Wolfsburg kann die direkte CL-Qualifikation perfekt machen, während dem VfB Stuttgart schon fast der Abstieg droht. Schalke steht gegen Köln unter Druck, das Spitzenspiel um den dritten Platz steigt zwischen Gladbach und Leverkusen. Außerdem: Dortmund empfängt die Hertha, Bayern muss gegen Augsburg ran.

FC Bayern München - FC Augsburg (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Pep Guardiola (Bayern): "Es ist nicht einfach. Im Sport kämpfen wir für ein Ziel. In der Bundesliga haben wir das große Ziel nicht mehr, nur noch kleine Ziele wie zu gewinnen, oder wenige Gegentore zu kassieren. Wir müssen aber so gut wie möglich spielen - für unsere Fans."

Markus Weinzierl (Augsburg, bei Sport1): "Wir treffen auf Bayern München, die Deutscher Meister sind, die einen guten Kader haben. Auch wenn natürlich ein paar verletzt sind. Auch wenn jetzt die Spiele gegen Barcelona außen rum sind, ist es so, dass Bayern sehr viel individuelle Klasse hat. Und da brauchen wir eine gute Mannschaftsleistung."

Personal:

Bei Bayern fehlen: Starke (Außenbandriss im Sprunggelenk), Alaba (Innenbandriss im linken Knie), Badstuber (Muskelriss), Ribery (Kapselentzündung im Sprunggelenk), Robben (Muskelbündelriss), Rode (Muskelfaserriss)

Bei Augsburg fehlen: Callsen-Bracker (Innenbandanriss im Sprunggelenk), Framberger (Meniskusoperation), Reinhardt (Aufbautraining), Caiuby (Muskelbündelriss), Moravek (muskuläre Probleme), S. Parker (Aufbautraining), Ekin, Reinthaler (beide nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Aus Bayern-Sicht vor allem ums Wunden lecken. Die Pleiten gegen Dortmund und vor allem im CL-Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona haben Spuren hinterlassen und den Münchnern steht am

Dienstag das schwere Rückspiel gegen die Katalenen bevor. Der Meistertitel ist bereits fix, weshalb Guardiola erneut rotieren dürfte - das zweite Duell mit Barca ist wohl das letzte wirklich bedeutende Saisonspiel für den Rekordmeister.

Für Augsburg auf der anderen Seite geht es um viel. Die Fuggerstädter stehen aktuell auf dem sechsten und somit Stand jetzt letzten EL-Quali-Platz - doch Werder, Hoffenheim und Dortmund sind in Schlagdistanz. Um die EL aus eigener Kraft perfekt zu machen, ist für den FCA ein Sieg in München wohl Pflicht.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

Top-Zweikämpfer: Es ist das Duell der beiden zweikampfstärksten Teams der Bundesliga (FCB: 53 Prozent, FCA: 52,3 Prozent).

Das 0:2 in Leverkusen war erst die fünfte Niederlage für Pep Guardiola im 65. BL-Spiel. Alle fünf Niederlagen gab es in der Rückrunde (2013/14: zwei, 2014/15: drei) - und drei davon, nachdem die Meisterschaft bereits feststand.

Den Rekord von 21 Zu-Null-Spielen in einer Bundesligasaison (die Münchner selbst 2012/13) hat der FCB bereits eingestellt, der Gegentor-Saisonrekord (18) aus der gleichen Spielzeit ist auch noch möglich - aktuell sind es 15.

Pierre-Emile Höjbjerg, im Winter vom FCB nach Augsburg verliehen, absolvierte 17 seiner 30 BL-Spiele für Bayern. Markus Feulner, 2001 mit Philipp Lahm und dem FCB deutscher Meister bei den A-Junioren, gewann mit Bayern 2002/03 das Double.

Markus Weinzierl, der zwischen 1995 und 1999 für die Bayern aktiv war (jedoch keinen Profi-Einsatz verbuchte), sitzt zum 100. Mal in der BL auf der Trainerbank.

Borussia Dortmund - Hertha BSC (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Jürgen Klopp (Dortmund): "Unser Ziel ist es, die letzten drei Spiele zu gewinnen. Wir sind in Schlagdistanz. Das ist das einzig Entscheidende. Das bleiben wir aber nur mit drei Punkten am Samstag. Für das Ziel Europa League geht es dann also um Alles. Hertha wird hier nicht im Hurra-Stil auftreten, wir werden nicht in den ersten fünf Minuten drei Tore schießen. Wir müssen geduldig spielen, die Pässe in die Spitze vorbereiten."

Pal Dardai (Berlin): "Unsere Spielweise kostet eine Menge Kraft - nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Sich von Platz 17 herauszuarbeiten, war nicht einfach. Jetzt müssen wir die geistige Frische zurück bekommen."

Personal:

Bei Dortmund fehlen: Reus (muskuläre Probleme), Blaszczykowski (Faserriss), Großkreutz (Knieoperation), Kirch (Aufbautraining), Sahin (Sehnenansatzreizung), Ramos (Knöchelverletzung), Alomerovic (BVB II)

Bei Berlin fehlen: Gersbeck, Jarstein (Trainingsrückstand), Baumjohann (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Ben-Hatira (Zehverletzung), Cigerci (Mittelfußbruch), Schieber (Knieoperation), van den Bergh, Beerens, Hosogai (alle nicht berücksichtigt)

Darum geht's:

Der BVB hat die EL-Teilnahme durch das Pokalfinale weiter selbst in der Hand, um vorher aber die Qualifikation fürs internationale Geschäft perfekt zu machen, müsste Dortmund mindestens noch zwei Plätze klettern. Aktuell liegt Bremen zwei Punkte entfernt auf dem siebten Platz, der BVB trifft auch noch direkt auf die Bremer.

Doch auch die Berliner haben keine Punkte zu verschenken: Nach vier sieglosen Spielen in Folge ist die Hertha wieder in den Abstiegskampf gerutscht, nur noch vier Punkte trennen den Hauptstadtklub von einem Abstiegsplatz. Trainer Pal Dardai wählte am Mittwoch eine ungewöhnliche Maßnahme: Statt Nachmittagstraining gab es gemeinsames Kaffeetrinken. "Wenn ich spüre, dass die Konzentration nicht stimmt, mache ich so etwas. Wir haben dort ein wenig gequatscht - und das nicht nur über Fußball", erklärte Dardai.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

In der Hinrunde siegte Hertha durch ein Tor des Ex-Borussen Julian Schieber 1:0 und der BVB rutschte wieder auf Relegationsrang 16 ab.

Harmlose Hertha: Ligaweit gaben die Berliner mit Abstand die wenigsten Schüsse ab (282), der BVB liegt mit 515 Schüssen auf Rang zwei. Jedoch hat Hertha im Ligavergleich die beste Großchancenverwertung (57,1 Prozent).

Borussia Dortmund belegte in allen Spielzeiten unter Jürgen Klopp (seit 2008/09) mindestens Platz sechs. Der BVB kann in dieser Saison noch maximal 49 Punkte erreichen - unter Klopp waren es sonst immer mindestens 59.

Defensivtaktik: Hertha BSC hat ligaweit den geringsten Ballbesitz (39,7 Prozent).

Henrikh Mkhitaryan war an drei der letzten sechs BVB-Ligatore beteiligt (ein Tor, zwei Vorlagen). Zuvor war er nur an einem der 35 Dortmunder Saisontreffer beteiligt gewesen (ein Tor) und verbuchte alle seine Torbeteiligungen in der Rückrunde.

Valentin Stocker erzielte drei der letzten vier Hertha-Tore. Zuvor hatte der Schweizer in 18 BL-Spielen gar nicht getroffen.

Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER)

Das sagen die Beteiligten:

Lucien Favre (Gladbach): "Leverkusen spielt hervorragend und spielt ein gutes Pressing. Ihr Spiel gegen Atletico zeigt alles, für mich waren sie besser. Wir wollen eine sehr gute Leistung abliefern und unsere Serie ausbauen. Wir wollen natürlich gewinnen, egal gegen wen wir spielen."

Roberto Hilbert (Leverkusen, laut dem kicker): "Wir wissen, dass wir in Gladbach bestehen müssen. Aber wir haben es ja selbst in der Hand. An Selbstvertrauen mangelt es uns nicht."

Personal:

Bei Gladbach fehlen: Stranzl (Ödem am Kniegelenk), Sezer (nicht berücksichtigt)

Bei Leverkusen fehlen: K. Papadopoulos, Castro, R. Kruse (alle Aufbautraining), Bellarabi (5. Gelbe Karte)

Darum geht's:

Es ist das mögliche Endspiel um den dritten Platz: Während Gladbach mit einem Sieg den letzten direkten CL-Platz fast perfekt machen und sich sogar an Wolfsburg vorbei schieben könnte, ist im Umkehrschluss Leverkusen zum Siegen verdammt: Die Werkself hat den vierten Platz zwar sicher, steht aber bereits zwei Zähler hinter Gladbach. Auch was den Trend angeht ist es das Spitzenspiel des Spieltages: Leverkusen hat seit zehn (acht Siege), Gladbach seit elf Bundesligaspielen (acht Siege) nicht mehr verloren.

Die OPTA-Facts zum Spiel:

Die Borussia hat seit 22 BL-Heimspielen nicht mehr gegen Bayer 04 gewonnen (16 Remis, sechs Niederlagen). Noch nie gab es in der Bundesliga-Geschichte eine solch lange Durststrecke für ein Heimteam. Der letzte Sieg war ein 2:0 im Februar 1989.

Gladbach (elf Spiele) und Leverkusen (zehn) sind ligaweit am längsten ungeschlagen, kein anderes Team kommt aktuell auf mehr als vier Partien ohne Niederlage.

Die Gladbacher stehen mit 33 Punkten auf Rang eins der Rückrundentabelle. In ihrer Bundesliga-Historie gab es für die Fohlen nur 1973/74 umgerechnet ebenso viele Punkte in den ersten 14 Partien einer Rückserie.

Leverkusen verlor in dieser Saison keines von 17 Pflichtspielen mit dem scheidenden Kapitän Simon Rolfes in der Startelf (zwölf Siege, fünf Remis). Die letzte Niederlage war ein 1:2 beim HSV in der Bundesliga am 4. April 2014.

Karim Bellarabi fehlt Leverkusen gelbgesperrt - erstmals in dieser Saison verpasst er damit ein Bundesliga-Spiel. Er ist mit elf Toren und sechs Torvorlagen Leverkusens bester Bundesliga-Scorer und gab ligaweit die meisten Torschüsse ab (100).

Seite 1: Bayern - FCA, Dortmund - Hertha, Gladbach - Leverkusen

Seite 2: Hannover - Bremen, Frankfurt - 1899, Stuttgart - Mainz

Seite 3: SCP - Wolfsburg, Köln - Schalke

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