Bayern-Boss bekennt sich zum Trainer

Rummenigge will Guardiola halten

SID
Samstag, 16.05.2015 | 10:46 Uhr
Rummenigge stellt sich trotz der Kritik an Guardiola hinter seinen Trainer
© getty
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Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (59) hat nach dem wiederholten Halbfinal-Aus des deutschen Meisters Bayern München in der Champions League unter Pep Guardiola ein klares Bekenntnis zum Startrainer abgelegt.

"Ich wünsche mir, dass er bleibt", sagte der Vereins-Boss im Interview mit der Süddeutschen Zeitung zu den für die zweite Jahreshälfte geplanten Verhandlungen mit dem Spanier über eine Verlängerung des bis 2016 laufenden Vertrages.

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Nur bedingt hingegen nahm Rummenigge Münchens WM-Helden Mario Götze gegen Attacken der vergangenen Tage in Schutz: "Der Bursche ist noch wahnsinnig jung, er muss noch lernen, mit dem Erwartungshorizont beim FC Bayern zurechtzukommen. Wir sind alle hilfsbereit, aber am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss."

Rummenigge kündigte für die Zukunft außerdem neue Stars auch oberhalb von Münchens Bundesliga-Transferrekord von 40 Millionen Euro (Javier Martinez) an. Perspektivisch strebt der frühere Nationalspieler die Refinanzierung derartiger Ausgaben auch mittels höherer Einnahmen aus dem TV-Rechte-Verkauf durch eine Auflösung des Pay-TV-Monopols von Sky auf dem Bundesliga-Markt an.

"Er erfüllt alle Kriterien"

Die Kritik an Guardiola nach dem Münchens K.o. in der Königsklasse gegen den FC Barcelona (0:3 und 3:2) wies Rummenigge kategorisch zurück: "Wir dürfen uns glücklich schätzen, einen Trainer mit einem derart präzisen Plan zu haben. Dieser Trainer ist extrem flexibel, und er macht sich extrem Gedanken, wie er die Elf auf- und einstellt. Er erfüllt alle Kriterien, die wir an einen guten Trainer richten."

Guardiolas spontane Änderungen der Bayern-Taktik in schon mehreren Spielen will der frühere Weltklasse-Torjäger als Qualitätsmerkmal des Coaches gewertet wissen: Wenn wie im ersten Duell mit Barcelona "die Dreierkette ein gewisses Problem hatte, ist es doch richtig, wenn der Trainer umstellt. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Das wird in Deutschland oft etwas eindimensional gesehen."

Viel Geld für neue Stars

In anderen Ländern begreife man es "als Stärke, wenn ein Trainer mit einem Eingriff das Spiel verändert. Ich finde es richtig, dass unser Trainer aktiv coacht."

Rummenigge führte die Unterlegenheit der Bayern gegen Barcelona nicht zuletzt auch auf die Verletztenmisere des Rekordmeisters in der ausklingenden Saison zurück: "Ich hätte die Spiele gegen Barcelona gerne mal mit unserer besten Besetzung gesehen."

Würde man "die Details unserer Krankenakten kennen", würde man auch "die Gedanken- und Emotionswelt des Trainers besser verstehen. Er musste gegen Barcelona einen hohen Preis bezahlen."

Viel Geld will München für künftige Verstärkungen in die Hand nehmen. "Wir werden auch wieder Stars in die Stadt locken. Das wird eher nicht preiswerter als früher", sagte Rummenigge.

TV-Markt soll aufgebrochen werden

Zugleich solle weiter mit Augenmaß und nicht in Dimensionen wie beim entthronten Champions-League-Sieger Real Madrid investiert werden: "Ich weigere mich, einen 100-Millionen-Transfer zu machen, nur weil Real Madrid einen macht. Wir wollen nicht jeden Wahnsinn mitgehen, werden nicht dem Herdentrieb folgen."

Zur Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit mit den Rivalen aus Spanien und England hält Rummenigge mittelfristig die Erschließung neuer Geldquellen im TV-Markt für erforderlich.

Wenn es dem deutschen Profi-Fußball nicht gelinge, dass Monopol im Pay-TV-Markt aufzulösen, "werden wir uns weiterhin unter Wert verkaufen. Es müssen neue Spieler aufs Feld. Nur der Konkurrenzkampf treibt den Preis, so funktionieren Märkte. Deshalb wäre ich dafür, unterschiedliche Pakete für unterschiedliche Anbieter zu schnüren. Wir dürfen uns nicht dauerhaft von einem Monopolisten abhängig machen."

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