Fussball

"Prügelknabe": Heldt wehrt sich

Von Adrian Franke
Horst Heldt ist harscher Kritik ausgesetzt
© getty

Der FC Schalke 04 steht vor den Scherben seiner Saison. Zwar erreichte Königsblau mit dem glücklichen 1:0-Erfolg über Paderborn, der erst fünfte Sieg in der Rückrunde, die Europa League, intern rumort es aber kräftig. Manager Horst Heldt bestätigte jetzt, dass es nach der 0:2-Pleite in Köln zuvor in der Kabine heftig gekracht hat - und wehrt sich gleichzeitig aber gegen die harsche Kritik.

"Ich laufe jetzt nicht weg", erklärte Heldt laut der Süddeutschen Zeitung, "und ich lasse mich bei aller berechtigten Kritik auch nicht als Prügelknaben behandeln." Zwar gab der 44-Jährige zu, dass es in dieser Saison zu viele Spiele gab, "die nicht akzeptabel waren". Umso wichtiger sei jetzt aber der Fokus auf das Saison-Finale gegen den HSV: "Es ist wichtig, dass wir unseren Fans und der Liga in Hamburg einen guten Auftritt bieten."

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Immerhin biete das Spiel gegen die akut abstiegsgefährdeten Hamburger "ja auch eine Chance: Wir müssen nicht zu Hause spielen, und wir haben nicht mehr den großen Druck, das Minimalziel erreichen zu müssen. Vielleicht gewinnen wir dadurch ein bisschen mehr Lockerheit."

Zuletzt war der Druck in der heimischen Veltins-Arena immer weiter gewachsen, die Fans hatten ihren Unmut an Heldt direkt aber auch an der Mannschaft mehr als deutlich kundgetan. Die Spieler versuchten medial zu beruhigen - doch nach der Pleite in Köln krachte es schließlich intern.

Boateng: "Wir sind kein Team"

Laut der Sport Bild legte der inzwischen suspendierte Kevin-Prince Boateng nach dem Spiel in der Kabine los: "Wir sind doch keine Mannschaft. Auf Teamabenden fehlen teilweise zehn Spieler. Wir holen Siege doch nicht als Mannschaft, sondern nur durch individuelle Klasse. Ich bin seit fast zwei Jahren hier. Wir sind kein Team."

Auch Benedikt Höwedes und Julian Draxler meldeten sich wohl lautstark zu Wort, Höwedes monierte etwa: "Man muss sich an taktische Vorgaben halten. Nicht jeder kann machen, was er will." Boateng soll daraufhin seinem Kapitän erwidert haben: "Benedikt, wir sind keine Freunde und werden es auch nicht. Das ist doch normal und in Ordnung. So geht es anderen Spielern auch. Aber auf dem Platz müssen wir alle Brüder sein."

Das aber fehle im Team, "auf dem Platz sind wir ein Fake. Das ist alles nichts. Was sollen der Trainer und der Manager jetzt machen? Die können nichts machen, wir Spieler sind gefragt. Das ist doch Heuchelei, was hier passiert."

Heldt bestätigt Kabinen-Krach

Heldt bestätigte gegenüber der Zeitung: "Die Mannschaft hat sich nach dem Köln-Spiel in der Kabine intensiv ausgetauscht." Boatengs Suspendierung soll aber nichts mit dem Kabinen-Krach zu tun haben, vielmehr ging es dabei um ein Zeichen, da das Vertrauen nicht mehr vorhanden ist.

Das Vertrauen fehlt längst auch von Seiten des Anhangs und der Schalker Manager ist sich dessen bewusst: "Wir haben sehr leidenschaftliche Fans. Ihre Enttäuschung kann ich verstehen. Wir haben zunächst einmal ihre Herzen verloren. Es ist unsere Aufgabe, sie wiederzugewinnen. Das geht nicht von heute auf morgen."

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