Chaos beim FC Schalke 04

Nichts ist mehr gewiss

Dienstag, 19.05.2015 | 10:50 Uhr
Der FC Schalke 04 hat in dieser Saison nur zwei von 17 Heimspielen verloren
© getty
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Alle Samstags-Highlights: HSV-FCB, BVB, VfB & RBL
Premier League
Live
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Live
Barcelona -
Malaga
Serie A
Live
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Live
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

Der FC Schalke 04 hat am Wochenende das Minimalziel Europa League erreicht, dennoch ist die Zukunft personell wie sportlich höchst ungewiss. Mit dem von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies angeschobenen Thema Ausgliederung der Fußballabteilung droht den Knappen die nächste Zerreißprobe. Doch die Neujustierung des Kaders sollte zunächst Priorität genießen.

Als der FC Schalke 04 im Sommer in die Vorbereitung auf die am kommenden Samstag endende Spielzeit startete, staunte man über die unübliche Ruhe, die damals rund um den sonst so hektischen Verein herrschte.

Es war auch alles in Butter: Die Knappen hatten die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte hinter sich, zogen das dritte Mal in Serie in die Champions League ein und hatten einen vermeintlich starken Kader beisammen. Manager Horst Heldt parlierte mutig über die Schalker Aussichten in der Post-WM-Saison, von der man sich den Sturz des FC Bayern von der Tabellenspitze erhoffte.

Wer bleibt in der Bundesliga? Jetzt bei Tipico wetten!

Elf Monate später muss sich Heldt am Haupteingang des Schalker Stadions einer aufgebrachten Horde Fans stellen und sagen: "Ich habe Scheiße gebaut, dafür entschuldige ich mich." Kurz zuvor vermied S04 nach einer absurden Leistung gegen den SC Paderborn 07 den Super-GAU und erreichte das Minimalziel Europa League - auch Erzrivale Borussia Dortmund kann die Schalker nun nicht mehr einholen.

Muss Di Matteo gehen?

All dies spielte am vergangenen Samstag jedoch kaum eine Rolle. Dem Verein, seinen Spielern und Verantwortlichen, schlug einen ganzen Nachmittag lang die blanke Wut entgegen. Dass die Gräben zwischen Publikum und Klub so immens sind, man gar von einer sichtbar gewordenen Entfremdung sprechen kann, schien die Protagonisten unvorbereitet zu treffen.

Welche Schlüsse aus der ernüchternden Saison gezogen werden, wie sehr sie personelle Konsequenzen nach sich ziehen wird, wie der Schalker Weg in Zukunft aussehen soll - nichts ist mehr gewiss in diesen Tagen. Ob das Trio um Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, Heldt und Trainer Roberto Di Matteo die aktuelle Saison überlebt, ist mehr als fraglich.

Am wahrscheinlichsten ist, dass der von Heldt verpflichtete Di Matteo gehen muss. Der Coach schaffte es abgesehen von einer konsolidierenden Startphase bislang nicht, seiner Mannschaft Struktur und Geschlossenheit einzuimpfen. Die Spieler-Suspendierungen in der Vorwoche werfen ebenfalls kein gutes Licht auf seine Arbeit, eine Spielidee war zuletzt überhaupt nicht mehr zu erkennen.

Tönnies' Rolle kritisch beäugt

Dies wiederum bringt auch Heldt in die Bredouille, für ihn könnte es trotz seiner Verdienste besonders in den vergangenen vier Jahren nun eng werden. "Die aktuellen Fehler darf man nicht beim Trainer, beim Manager oder beim Aufsichtsrat suchen, sondern man muss bei der Mannschaft anfangen", beschwichtigte Tönnies zwar zuletzt.

Doch die Zusammenstellung des Kaders und die Benennung der Übungsleiter (fünf Trainer in fünf Jahren Amtszeit) fallen in Heldts Verantwortungsbereich. Was für ihn spricht: mit der Qualifikation für die EL könnte er den Kopf aus der Schlinge gezogen haben, sinnvolle Nachfolgekandidaten sind zudem rar gesät.

Der größte Sturm der Entrüstung bläst allerdings Tönnies selbst ins Gesicht - und das nicht erst seit diesem Wochenende. Seiner Rolle haftet schon längere Zeit die Ungewissheit an, ob er als Chef des Aufsichtsrats zu viel Macht ausüben würde.

Mitgliederversammlung Ende Juni

Sein Bekenntnis, Heldt am Tag der Suspendierungen von Kevin-Prince Boateng, Sidney Sam und Marco Höger eine "kleine SMS" geschrieben und darin geraten zu haben, was seiner Ansicht nach zu tun sei, unterfüttert die Unterstellungen, Tönnies halte seinen Kompetenzbereich nicht ein. Für manche sei das gar ein offenes Geheimnis.

Wenn die Mitgliederversammlung am 28. Juni über die Bühne geht, wird über das Schicksal von Heldt und Di Matteo bereits entschieden worden sein. Tönnies, der von sich aus keinesfalls hinschmeißen dürfte, müsste sich an diesem Sonntagabend allerdings auf einiges gefasst machen.

Erst Recht, wenn er seinen Vorschlag zur Ausgliederung der Fußballabteilung weiter forciert. Es wird ganz entscheidend in der Zeit bis Ende Juni sein, wie sich Schalke künftig aufzustellen gedenkt, um sportlich wie wirtschaftlich nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten.

"Brauchen wir eine Strukturveränderung?"

In Gelsenkirchen geht nämlich die Befürchtung um, aufgrund der gestiegenen Anzahl der Bewerber um die Champions-League-Plätze künftig häufiger in die Röhre zu schauen. "Brauchen wir, um zukunftsfähig zu sein, eine Strukturveränderung?", sagte Tönnies gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Es klang wie eine rhetorische Frage, deren Antwort für Tönnies bereits feststeht.

Die Abkehr vom Schalker Leitbild des eingetragenen Vereins wäre für die Anhänger allerdings weitaus mehr als nur ein Schlag ins Gesicht. Ihnen sind bereits die undurchsichtigen Geschäftsbeziehungen zu Hauptsponsor Gazprom, aber auch ehemalige Deals wie mit Viagogo ein Dorn im Auge. Die Fans befürchten, mit dem längst branchenüblichen Einstieg von Investoren sowie dem Verkauf von Anteilen würde zugleich die Seele ihres Vereins veräußert.

Selbstverständlich wissen die Vereinsoberen um diese Befindlichkeiten - und auch um deren Tragweite. Fans und Mitglieder sind auf Schalke seit jeher eine starke Opposition. Sollten in der Thematik dennoch einen Alleingang gestartet werden, ließe sich schon jetzt prophezeien, dass Deutschlands mitgliederstärkster Verein nach dem FC Bayern wohl deutlich schwärzere Tage als aktuell durchleben würde.

Gedanken an Kursänderung sind legitim

Kurz vor Weihnachten bezeichnete auch Heldt den Schalker Weg im SPOX-Interview als alternativlos. Aber auch er ließ bereits durchblicken: "Es ist auch ein Drahtseilakt, auf dem man sich befindet. Andererseits muss auch wirklich jedem bewusst sein, dass sich andere Vereine andere Voraussetzungen schaffen, die dadurch die Möglichkeit besitzen können, in der einen oder anderen Situation freier zu agieren."

Es wird klar: Auch in dieser Frage befinden sich die Parteien auf Schalke in einem enormen Zwiespalt, der zur Zerreißprobe werden könnte. Blickt man auf den Status quo in der Bundesliga, hat die Konkurrenz im sportlichen Ranking deutlich die Nase vorne. Bayern, Wolfsburg, Leverkusen und Dortmund können allesamt auf ein finanzstarkes Paket blicken, auch Gladbachs nachhaltiger Plan beginnt immer mehr wirtschaftliche Wucht zu entwickeln - und in Leipzig scharren sie schon mit den Hufen.

Ob es den Anhängern schmeckt oder nicht: Dass Schalkes Chefs jetzt, wo der Verein an einem Nullpunkt angekommen scheint, über eine Kursänderung nachdenken, ist durchaus legitim. Den Klub plagen noch immer Konzern-Schulden von rund 200 Millionen Euro, die regelmäßige Teilnahme am internationalen Geschäft bleibt absolute Pflicht. Drastisch ausgedrückt: Nur mit Maloche und Folklore, aber ohne Rücksicht auf die Verschiebungen im deutschen Spitzenfußball, würde Schalke langfristig Gefahr laufen, vor die Hunde zu gehen.

Schalke 2015 wie Dortmund 2008?

Doch um in der momentanen Lage nicht die völlige Eskalation herbeizuführen, sollte S04 den Fokus zunächst auf die überfällige Neujustierung des Kaders und der Spielidee legen. Vielleicht lässt sich Schalkes Situation in diesem Sommer sogar mit der des BVB vor der Verpflichtung von Jürgen Klopp im Jahre 2008 vergleichen. Damals entschied man sich beim Reviernachbarn für eine neue Spielphilosophie sowie den Einbau identifikationsstiftender und unverbrauchter Spieler. Der wirtschaftliche Erfolg kam damit wie von selbst.

Dass auch auf Schalke ein solches Szenario eintreten könnte, dafür gibt es freilich keine Garantie. S04 muss jedoch nur in den eigenen Unterbau schauen, um die Profis von morgen zu rekrutieren. Die in der so erfolgreichen Knappenschmiede ausgebildeten Max Meyer, Leroy Sane, Kaan Ayhan, Marvin Friedrich oder Felix Platte haben ihre ersten Schritte hinter sich und könnten Schalkes Fußball ein neues Gesicht geben.

"Es wird einen Umbruch geben", kündigte Tönnies bereits an. Dieser Satz könnte möglicherweise auch auf die künftige Satzung des Vereins zutreffen. Tönnies wird das Thema Ausgliederung weiter moderieren und am Köcheln halten. Ein baldiges Ende des Chaos' auf Schalke ist derzeit nicht in Sicht.

FC Schalke 04: News und Informationen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung