Freitag, 03.04.2015

Guardiola spricht von großer Herausforderung

Schwierigste Phase beim FC Bayern

Pep Guardiola kratzte sich an seinem ergrauten Bart, dann rief Bayern Münchens Trainer die Finalwochen der Saison aus. "Wir sind jetzt im April, und der April entscheidet alles. "Wir sind jetzt im April, und der April entscheidet alles. Jetzt ist jedes Spiel ein Finale", sagte der Spanier mit Blick auf sieben Pflichtspiele in den kommenden 21 Tagen entschlossen.

Pep Guardiola und seinen Mannen stehen drei heftige Wochen bevor
© getty
Pep Guardiola und seinen Mannen stehen drei heftige Wochen bevor

Dort wird sich zeigen, ob der Rekordmeister weiter vom erneuten Triple träumen darf oder in eine schmerzvolle Analyse gehen muss.

Das Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr im LIVE-TICKER) bei Erzrivale Borussia Dortmund ist diesmal also nur der Auftakt in die heiße Phase - und nicht der wichtigste Teil, so wie vor zwei Jahren beim "German Endspiel" der Königsklasse in London. "Vize" gegen Meister - und doch kein Spitzenspiel. Für Guardiola aber Grund genug, einen Appell an sein Team zu richten. "Die Spieler müssen verstehen, dass wir jetzt mehr, mehr, mehr von ihnen brauchen", sagte der Coach nicht zuletzt im Wissen um die argen Personalsorgen des Branchenkrösus.

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"Ja", betonte Guardiola nämlich, dies sei die schwierigste Phase, seit er in München arbeite. Die schmerzlichen Ausfälle von Arjen Robben (Bauchmuskelriss) und David Alaba (Innenbandriss im linken Knie), die bestenfalls kurz vor dem Saisonende zurückkommen werden, dazu ein Franck Ribéry, der wegen einer Stauchung am Sprunggelenk auch schon deutlich länger fehlt als vermutet und ein Holger Badstuber (muskuläre Probleme an der Hüfte), der vermutlich beim BVB auch nicht spielen kann. Die Substanz des Luxuskaders wird jetzt auf die Probe gestellt.

Neuer: "Wir sind trotzdem 1A"

Trotz der Verletzungsmisere ist aber Jammern verboten beim überlegenen Tabellenführer. "Lamentieren wäre ein Fehler, der Kader muss das auffangen", stellte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge klar, und Torwart Manuel Neuer findet: "Wir sind trotzdem noch 1A, das ist keine 1B-Variante. Wenn man die Aufstellung sieht, wird man immer sagen, das ist eine Klassemannschaft."

Der Nationalkeeper weiß allerdings ebenso, dass erst in Kürze beantwortet wird, wie schwer besonders der Verlust von Robben und Alaba tatsächlich wiegt. "Was am meisten schmerzt: Jetzt kommen englische Wochen, wo es knallt und um alles geht", sagte er. Ribéry bezeichnete Alabas Ausfall beim Internetportal Goal.com gar als "eine katastrophale Situation."

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Zumindest gibt es bei Thiago, der in Dortmund zum Aufgebot gehören dürfte, positive Anzeichen und hat sich Philipp Lahm "einsatzbereit" gemeldet. "Ich habe vier Wochen am Stück trainiert und wenn ich im Kader stehe, will ich spielen", sagte der Kapitän zu seinem möglichen Startelf-Comeback 147 Tage nach seinem bislang letzten Pflichtspiel von Beginn an.

Klopp trotzdem vorsichtig

Der BVB und Trainer Jürgen Klopp lassen sich ohnehin von den Sorgen des FC Bayern nicht irritieren, schließlich seien da im Angriff immer noch Thomas Müller sowie die beiden Ex-Dortmunder Mario Götze und Robert Lewandowski. "Ich habe schon von schlimmeren Offensivreihen gehört. Wir müssen mit maximaler Qualität rechnen, aber wir haben uns gegen Bayern auch noch nie als chancenlos gesehen", sagte Klopp, der zudem erkannt hat: "Ribery, Robben und Alaba gehören zu den schnellsten Spielern im Kader. Wenn du Tempo verlierst, musst du etwas umstellen."

Seine Mannschaft, die den Bayern eigentlich jedes Mal das Leben schwer macht, hat nach der Trendwende in der Rückrunde plötzlich wieder Kontakt zu den internationalen Rängen. "Wir haben eine extrem schlechte Vorrunde gespielt und sind dabei, das zu revidieren", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Deshalb, forderte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, "sollte unser Blick Richtung Europa League gehen. Aber dafür müssen wir gegen die Bayern gewinnen."

Pep Guardiola im Steckbrief


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