Samstag, 11.04.2015

Gladbach-Manager über den Bayern-Macher

Eberl: Hoeneß ist mein Vorbild

Max Eberl hat mit Borussia Mönchengladbach große Ziele und bewertet die laufende Saison nicht als One-Hit-Wonder. Der Gladbacher Sportdirektor sieht in Uli Hoeneß sein großes Vorbild und sprach außerdem über die Zukunft mit Lucien Favre. Von der direkten Bayern-Verfolger-Gruppe sieht er seine Borussia allerdings noch ein gutes Stück entfernt.

Der Münchner Max Eberl ist seit 2008 Sportdirektor bei der Gladbacher Borussia
© getty
Der Münchner Max Eberl ist seit 2008 Sportdirektor bei der Gladbacher Borussia

Von der FAZ nach seinen Vorbildern gefragt antwortete Eberl: "Jeder Mensch hat Vorbilder. Bei mir ist es Uli Hoeneß, eine sehr große Persönlichkeit. Ich habe als Jugendspieler des FC Bayern hautnah verfolgen dürfen, wie sich das alles dort entwickelt hat. Wahrscheinlich ist Bayern München der stabilste Klub der Welt mit der stärksten Basis für die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte. Das ist das Lebenswerk von Uli Hoeneß."

Beeindruckt habe ihn darüber hinaus auch "die herzliche, offene Art, mit der er mir später begegnet ist, obwohl ich kein Bayern-Profi geworden bin, sondern nur ganz normal in der Bundesliga gespielt habe." Hoeneß' Lebenswerk beim FC Bayern hat auch in der Münchner Überlegenheit vor dem Rest der Liga resultiert - langfristig will die Borussia auch wieder hoch hinaus.

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"In den letzten vier Jahren haben wir uns als Verein gut entwickelt und eine Stabilität erreicht, die wir vorher nicht hatten. Aber es ist kein Automatismus, dass wir mit den genannten Mannschaften um die Spitzenplätze konkurrieren. Bayern wird immer der Gejagte sein, das ist fast schon naturgegeben. Wolfsburg ist der potenteste und aussichtsreichste Jäger für die nächsten Jahre", betonte Eberl.

Borussia-Saison "kein One-Hit-Wonder"

Hinter den Niedersachsen sieht der Gladbacher Sportdirektor Leverkusen, Schalke und Dortmund als ärgste Bayern-Jäger. Gladbach aber sei von dieser Gruppe "noch weit entfernt, auch wenn wir gerade einiges dafür tun, näher heranzurücken. Man sollte nicht vergessen, dass wir zwanzig Jahre in der Versenkung verschwunden waren, sprich: Abstieg in die zweite Liga, Rückkehr in die erste Liga, dann wieder Abstiegskampf und so weiter."

Gleichzeitig aber sieht Eberl in der aktuellen Saison kein One-Hit-Wonder: "Die Mannschaft hat sich über mehrere Jahre hinweg konstant entwickelt und spielt momentan auf sehr gutem Niveau. Normalerweise müssen Bayern, Wolfsburg, Dortmund, Leverkusen und Schalke vor uns sein, dann sind wir mit der gleichen Leistung, die wir in der Liga gerade zeigen, Sechster. Das wäre immer noch ein herausragendes Ergebnis. Aber da eben nicht alles überall normal läuft, scheint der dritte oder vierte Platz für uns in dieser Saison erreichbar zu sein."

Den Aufwärtstrend will er auch künftig mit Trainer Lucien Favre fortsetzen: "Lucien ist dabei, eine Ära zu prägen, und ich hoffe, dass er uns noch lange erhalten bleibt. Grundsätzlich glaube ich aber, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Trainer so lange in einem Klub bleiben wie Weisweiler bei uns oder später Rehhagel und Schaaf in Bremen."

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Fokus auf den BVB

Als Tabellendritter darf die Borussia aktuell nach wie vor von der direkten Qualifikation zur Königsklasse träumen. Im Pokal gab es mit dem Aus gegen Drittligist Arminia Bielefeld unter der Woche zwar einen herben Dämpfer, bei zwei Punkten Vorsprung auf den Vierten Leverkusen muss sich Gladbach aber schnell auf den kommenden Gegner Dortmund konzentrieren.

"Kurzfristig ist es sicher nicht so einfach, innerhalb von zwei Tagen bis zum Spiel gegen Dortmund die Enttäuschung über das Pokal-Aus und die körperliche Belastung von 120 Minuten loszuwerden", betonte Eberl, fügte allerdings prompt hinzu: "Es muss aber. Wir wollen alles versuchen, um an den letzten sieben Spieltagen die Chance auf etwas Großartiges, die sich uns jetzt bietet, zu nutzen."

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Adrian Franke

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