Jean-Marie Pfaff im Interview

"'Mia san Mia' ist nicht nur ein Spruch"

Montag, 27.04.2015 | 23:30 Uhr
Jean-Marie Pfaff
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Weißwurstfrühstück und Champions-League-Auslosung mit Jean-Marie Pfaff! Der Kult-Keeper war zu Gast in der SPOX-Redaktion, um gemeinsam mit den Redakteuren die Auslosung des CL-Halbfinals anzuschauen. Im anschließenden Interview erklärte die FCB-Legende, warum der FC Bayern das Finale trotz des schwerstmöglichen Gegners erreichen wird, was er sich für Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt wünscht und warum der Klopp-Rücktritt dem BVB gut tun wird.

SPOX: Jean-Marie, vorneweg Ihre Einschätzung zum Bayern-Los in der Champions League?

Jean-Marie Pfaff: Der FC Barcelona ist das schwerste Los, das die Bayern erwischen konnten. Vor allem die offensive Dreierreihe mit Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar verfügt über eine unglaubliche Qualität, die die Münchener vor Probleme stellen wird. Beide Mannschaften spielen einen tollen Ball, ich freue mich auf zwei wahre Fußball-Feste. Ein großer Vorteil für die Bayern ist die Vorgeschichte Pep Guardiolas. Er kennt Barcelona immer noch sehr gut, zumal die Mannschaft zu großen Teilen noch die gleiche ist wie zu seinen Zeiten. Ich gehe davon aus, dass sich Bayern nach den beiden Spielen durchsetzen und das Finale erreichen wird. Ihre Stärke ist das Kollektiv, dort sind sie viel besser als Barcelona.

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SPOX: Inwieweit hat das 6:1 der Mannschaft einen Schub gegeben?

Pfaff: Das ist für die Moral der Spieler und des gesamten Vereins ungemein wichtig. Dieses Spiel war vor allem Ausdruck der Kraft des FC Bayern München. Trotz der vielen Verletzungen hat der Verein Größe und Geschlossenheit bewiesen. Dennoch darf man nicht den Fehler machen, Porto mit Barcelona zu vergleichen. Nicht, dass Porto eine schlechte Mannschaft ist, aber die Art und Weise, wie sie die Tore kassiert haben, hat mich an Brasiliens Niederlage gegen Deutschland erinnert.

SPOX: Nach dem Weiterkommen gegen Porto hat Robert Lewandowski, der gerade seine erste Saison in München spielt, offensiv und selbstverständlich formuliert: "Wir sind Bayern München." Aus Ihrer Erfahrung heraus, wie lange dauert es, bis man dieses 'Mia san Mia'-Gefühl als Spieler verinnerlicht?

Pfaff: Das 'Mia san Mia' ist nicht nur ein Spruch - es stimmt einfach. Wer die Möglichkeiten hat, solche Spieler zu verpflichten, der muss auch Erfolg haben. Dafür kauft man schließlich ein. Das ist die Einstellung dieses super geführten Vereins und daher auch die der Spieler. Wenn man den aktuellen Kader sieht, dann ist das pure Weltklasse. Wer an die Säbener Straße wechselt, wird von Beginn an mit diesem Denken und der Überzeugung geimpft, immer gewinnen zu können. Niederlagen machen den FC Bayern nur noch stärker. Das hat man in den letzten Jahren und auch schon zu meiner Zeit gesehen.

SPOX: Ist dieser Grad trotzdem sehr schmal? Wenn man erfolgreich ist, klopfen einem alle auf die Schulter. Nach Niederlagen schwingt die Stimmung sehr schnell um.

Pfaff: Wenn man Unterstützung braucht, ob im Sport oder generell im Leben, bekommt man sie manchmal nicht. Wenn man sie dann nicht mehr braucht, gibt es sie umsonst. Nach der Bayern-Niederlage in Porto hat die Presse Theater gemacht. Nach dem Weiterkommen wollte niemand mehr etwas vom Hinspiel wissen. Als Spieler darf man sich von der äußeren Unruhe nicht beeinflussen lassen, sondern immer fokussiert bleiben.

Pfaff über das Landesmeister-Finale 1987: "Für jeden Bayern-Spieler peinlich"

SPOX: Wie wichtig sind in diesem Zusammenhang Führungsspieler? Braucht es eine klare Hierarchie in der Mannschaft?

Pfaff: Es geht nicht ohne Spieler, die vorneweg gehen. Philipp Lahm ist das beste Beispiel. Dass er nach seiner langen Verletzungspause jetzt schon wieder ein fester Bestandteil des Teams ist, finde ich sensationell. Auch, wenn er noch den einen oder anderen Fehlpass spielt, hatte sein Mitwirken einen entscheidenden psychologischen Einfluss. Er ist Kapitän und Weltmeister und bringt Ruhe in die Mannschaft. Philipp Lahm ist eine Persönlichkeit, eine Ikone für den FC Bayern.

SPOX: Wichtig ist auch Manuel Neuer.

Pfaff: Der Torwart ist immer ein wichtiger Mann (lacht).

SPOX: Er lässt sich aber nur schwer mit Ihnen vergleichen.

Pfaff: Das stimmt. Der Fußball und das Drumherum sind heute ganz anders. Ich konnte im Spiel keine 20 Meter vor meinem Tor stehen. Wir hatten damals eine ausgeglichenere Mannschaft. Als Torwart musste man vorsichtiger sein. Was Manuel Neuer in den letzten Jahren und bei der Weltmeisterschaft geleistet hat, macht ihn zurecht zum besten Torwart der Welt. Er ist immer voll da und lebt seinen Beruf nicht zu einhundert Prozent, sondern zu tausend Prozent.

SPOX: Es gibt jemanden beim FC Bayern, der länger da war als alle aktuellen Spieler. 38 Jahre war Dr. Müller-Wohlfahrt Mannschaftsarzt. Sie haben sicher auch schon bei ihm auf der Pritsche gelegen. Was haben Sie gedacht, als Sie von seinem Rücktritt erfahren haben?

Pfaff: Ich weiß nicht, was genau passiert ist, weshalb die Situation aus der Ferne immer schwer einzuschätzen ist. Er ist der beste Arzt, den ich je kennen gelernt habe. Deshalb war es für uns auch völlig normal, dass er beim Training nicht dabei war. Wenn man sich bei einer der Einheiten verletzt hat, ist man halt zum Marienplatz in seine Praxis gefahren. Er ist ein Perfektionist, der oft wahre Wunder vollbracht hat und dem ich immer voll vertraut habe. Ich wollte Mull immer die Goldene Spritze verleihen, er hat genau gewusst, was er tat. Dass man jetzt so auseinandergegangen ist, ist sehr schade. Ich dachte erst, diese Nachricht sei ein Witz. Ich hoffe, dass man die Differenzen noch beilegen kann und sich im Guten trennt.

SPOX: Geht man beim FC Bayern das Risiko ein, dass ein Stück Identifikation des Vereins wegbricht, wenn man so einen Abgang einfach akzeptiert?

Pfaff: Der FC Bayern ist eine große Familie, zu der auch der Doktor gehört. Das muss aufgeklärt werden. Menschen können einmal übereinander schimpfen, aber es gehört im Leben dazu, vergeben zu können. Beide Parteien sind stark und haben großen Respekt voreinander. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das jetzt schon gewesen ist.

SPOX: Bastian Schweinsteiger dagegen soll gänzlich aus freien Stücken überlegen, den Verein nach seinem Vertragsende 2016 in Richtung USA zu verlassen. Würden Sie ihm diesen Schritt raten?

Pfaff: Es gibt einige prominente Fußballer, die nach Amerika gewechselt sind - David Beckham oder jetzt auch Steven Gerrard, zum Beispiel. Bayern hat dort auch einen Fanshop, vielleicht will er da arbeiten? Spaß beiseite, der FC Bayern wird sich bemühen, mit Bastian zu verlängern. Es ist noch ein Jahr Zeit. Am Ende trifft aber er alleine die Entscheidung.

SPOX: Sie haben Ihre Perspektive selbst einige Male verändert, waren zum Beispiel für ein Jahr in der Türkei. Hat das für die persönliche Entwicklung eines Spielers hauptsächlich Vorteile?

Pfaff: Ja, natürlich. Man sieht und erlebt unheimlich viel. Andere Kulturen, neue Gesichter. Das ist doch schön. Auf prominente Vorreiter folgen immer zahlreiche Nachzügler. Das war bei mir genauso: Nachdem ich in die Türkei gegangen bin, sind plötzlich viele Spieler dorthin gewechselt. Vorher hat man mich für verrückt erklärt, dort spielen zu wollen. Trotzdem sollte man so lange bei Bayern München bleiben, wie man nur kann.

SPOX: Wieso?

Pfaff: Weil der Verein einem alles gibt, was man braucht. Ich bin stolz darauf, mich vom Straßenfußballer zum Weltstar entwickelt zu haben. Das habe ich auch Uli Hoeneß, Kalle Rummenigge und Paul Breitner zu verdanken. Nach meinem ersten Spiel, in dem ich das blöde Gegentor von Uwe Reinders kassiert habe, stand ich mit den Dreien an der Hotelbar in Bremen und sie wurden nicht müde, mich aufzubauen. Diese Unterstützung spürt man vom ersten Tag.

SPOX: Die Rivalen des FC Bayern zu Ihrer Zeit waren in erster Linie Bremen, Hamburg oder Mönchengladbach. In den letzten Jahren war es vor allem der BVB. Am Dienstag steigt das große Pokalhalbfinale. Wie sehen Sie die jüngste Entwicklung der Borussia?

Pfaff: Borussia Dortmund hat es in den letzten beiden Jahren nicht leicht gehabt. Besonders schwer wiegt der Verlust von Mario Götze und Robert Lewandowski an Bayern München. Zweimal den besten Spieler der Mannschaft an einen direkten Konkurrenten zu verlieren, das steckt man nicht so einfach weg, das wirkt sich auf die Psyche des gesamten Teams aus. Deshalb ist es für den Verein und auch für Jürgen Klopp gut, wenn ab der kommenden Saison frischer Wind einkehrt. Thomas Tuchel ist ein sehr guter Trainer, der in Dortmund einiges erreichen kann. Wohin der Weg im kommenden Jahr führt, hängt allerdings stark davon ab, welche Spieler den BVB im Sommer verlassen werden und welche Verstärkungen dazukommen.

SPOX: Mit Jürgen Klopp geht jemand, der den Verein sieben Jahre lang geprägt und wie kaum ein Anderer den Claim 'echte Liebe' gelebt hat. Würden Sie ihm raten, jetzt ins Ausland zu gehen oder vielleicht sogar darauf zu spekulieren, dass Pep Guardiola im nächsten Jahr bei den Bayern aufhört?

Pfaff: Klopp ist ein gefragter Mann. Er kann überall trainieren. Ich vermute, er wird sich einer neuen Aufgabe in Spanien oder England stellen. Er weiß, was er will und wird sich an neue Mentalitäten und Einstellungen gewöhnen - egal wohin er geht. Was die Bayern betrifft, hoffe ich, dass Pep bleibt. Er macht eine hervorragende Arbeit und die Harmonie stimmt.

Der FC Bayern im Überblick

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