Der HSV im Abstiegskampf

Letzte Hoffnung: Die Aussortierten

Von Thorben Rybarczik
Donnerstag, 30.04.2015 | 14:41 Uhr
Kann Rafael van der Vaart das Ruder für den HSV herumreißen?
© getty
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Was vor einigen Wochen noch undenkbar schien, ist nun Realität: Beim HSV gibt es wieder Hoffnung. Hauptverantwortlich für den Aufschwung sind genau die Spieler, die keine Zukunft im Verein haben oder deren Charakter und Leistungsfähigkeit mehrfach in Frage gestellt wurden.

Während des HSV-Spiels gegen Augsburg am vergangenen Samstag passierte etwas an der Elbe. Nicht nur, dass die Hanseaten die Partie gewannen und für ihre Verhältnisse sensationelle drei Tore schossen. Vielmehr war es das Auftreten, die Körpersprache und die Einstellung der Akteure, es ihren Kritikern zeigen zu wollen. Der emotionale 3:2-Erfolg war die logische Konsequenz mit der Erkenntnis: So spielt eigentlich kein Tabellenschlusslicht, dessen endgültiger Niedergang schon längst besiegelt schien.

Rückblende, 26. Spieltag: Der HSV verliert im letzten Spiel unter Joseph Zinnbauer mit 0:1 gegen Hertha BSC. Es war einer der negativen Höhepunkte einer Talfahrt, die drei Wochen später auf dem 18. Platz endete. Das Bild des HSV aus dem Hertha-Spiel war das altbekannte: mutlos, ungefährlich, nach hinten nervös und zittrig, ohne Glaube an den eigenen Sieg.

Einen Übergangstrainer später hat nun Bruno Labbadia das Sagen. Und er hat bei seinem ersten großen Erfolgserlebnis gegen Augsburg die Spieler zu Höchstleistungen getrieben, die von der Öffentlichkeit und auch vom Klub schon längst abgeschrieben wurden. Sie sollen nun die Kohlen aus dem Feuer holen und die Zukunft für einen Verein retten, bei dem sie selbst keine Zukunft haben.

Der Verschmähte

Da wäre zum Beispiel Gojko Kacar. Mit Labbadia erlebt er bereits den elften HSV-Trainer, dazu kommen vier verschiedene Manager und drei Vereins-Bosse. Die Erwartungen an den Serben waren zunächst riesig, erfüllen konnte er sie nicht. Zu dieser Geschichte gehört aber auch, dass die Hanseaten ihm nie das Vertrauen aussprachen - im Gegenteil.

Er wurde 2014 nach Japan verliehen. Ihm wurde unter Sportdirektor Kreuzer und Trainer Bert van Marwijk per Email mitgeteilt, dass er nur noch für die U23 eine Rolle spielt. Nach einem geplatzten Wechsel nach Hannover murrte der HSV, dass er Kacar eine vertraglich zugesicherte Gehaltserhöhung zahlen musste. Anschließend stand er als "Charakterschwein" da, das nur für den nächsten Gehalts-Scheck spielen würde.

Nun erklärte kürzlich Dietmar Beiersdorfer, dass es keine Gespräche mit Kacar bezüglich einer Vertragsverlängerung geben wird - Gehalt müsse eingespart werden, und zwar auch bei Kacar. Kurz: Kacar hätte eigentlich keinen Grund, sich für die abstiegsbedrohten Norddeutschen reinzuhängen und den sich voll aufopfernden Hoffnungsträger zu geben. Aber er tut es.

Gegen Augsburg war er der Motor im Mittelfeld, der die Augsburger Angriffe durch die Mitte oft entscheidend störte und eigene Offensivaktionen klug einleitete. Er verausgabte sich bis zum Umfallen und wurde in der Nachspielzeit von Labbadia belohnt, der ihn auswechselte und ihm so den verdienten und frenetischen Sonder-Applaus der Fans bescherte.

Die Auslaufmodelle

Auch zwei andere Schlüsselspieler werden den Verein im Sommer verlassen: Rafael van der Vaart und Marcell Jansen. Beide gehören zu den Top-Verdienern, haben ihren Zenit aber längst überschritten. Der verletzungsanfällige Jansen kommt in der laufenden Saison erst auf zwölf Einsätze. Auch er war oft ein Gesicht der Krise, angeblich unfähig auf dem Feld und mit der Einstellung, die laufende Saison nur noch irgendwie hinter sich bringen zu wollen.

Seine diversen Aussagen, dass der HSV für ihn eine "Herzensangelegenheit" sei, wurden nicht für voll genommen, und so richtig den Rücken stärken wollte ihm der Verein auch nicht. Doch am vergangenen Samstag gegen Augsburg war er es, der nach seiner Einwechslung mit den Sieg über die Zeit brachte und zudem starke Impulse nach vorne setzte.

Und van der Vaart? Über ihn sagte Labbadia, dass er "keine Grätschen, sondern guten Fußball" von seinem 32-jährigen Spielmacher sehen wolle. Scheinbar sah sich der Holländer davon an der Ehre gepackt und zeigte auf dem Feld das Gegenteil: Arbeit nach hinten, harte Zweikämpfe, Laufbereitschaft, dabei häufig am Rande eines Platzverweises stehend. Im Dienste der Mannschaft eben - so geht Abstiegskampf.

Der Reaktivierte

Auch der 28-jährige Ivo Ilicevic steht auf der roten Liste von Beiersdorfer. Sein auslaufender Vertrag wird nicht verlängert, und das er für die Zukunft keine Rolle spielt, wurde ihm auch klar aufgezeigt: Ihm Januar durfte er nicht mit ins Trainingslager nach Dubai.

Die Verantwortlichen ließen verlauten, dass er aus sportlicher Sicht für die komplette Rückrunde keine Rolle mehr spiele. Motivieren geht anders - doch ähnlich wie bei Kacar gibt er nun den aus der Verletzten- und Gesperrten-Misere heraus entstandenen Hoffnungsträger.

Labbadia stellte den Flügelspieler gegen Augsburg mangels Alternativen im Zentrum auf, wo er sich nahtlos in das endlich kompakte HSV-Mittelfeld integrierte und dabei so viel lief, dass er sich in der 67. Minute völlig erschöpft vom Feld schleppte.

Die Rückkehr des Bären

Hamburgs Sturmtank Pierre-Michel Lasogga wird im Sommer zwar vermutlich nicht wechseln, blüht aber unter Labbadia trotzdem voll auf. Nach seiner Verletzungspause zeigte er bereits in Bremen gute Ansätze, legte gegen Augsburg aber noch einige Schippen drauf und erzielte zwei Tore.

Besonders bei seinem zweiten Treffer präsentierte er sich wie ein Stürmer, der daran glaubt, jederzeit ein Tor erzielen zu können - eine Eigenschaft, die ihm genau wie seinen Mannschaftskollegen in der Vergangenheit abhandengekommen war.

Gibt es den Labbadia-Effekt?

Vor allem bei Lasogga scheinen die Methoden von Labbadia Früchte zu tragen. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Knäbel kritisiert er seine Spieler nicht öffentlich oder stellt sie gar bloß. Er geht in eine andere Richtung: Er legt sich auf seine Leistungsträger fest, benennt die Spieler, die die Säulen des HSV-Spiels bilden sollen und setzt sich, auch öffentlich, für sie ein. Bemerkungen wie "ich weiß jetzt, wem ich vertrauen kann und wem nicht" a la Peter Knäbel sind bei Labbadia tabu. Und das kommt bei den Spielern gut an.

Zudem spricht er mit seinen Jungs und in der Öffentlichkeit nicht von der Zeit nach dieser Saison, sondern vom Hier und Jetzt. Vor allem für die Psychologie der Akteure, die sich im Sommer verabschieden werden, ist das sehr wichtig. Sie haben scheinbar auch verstanden, dass sie für ihren eigenen Wert und für ihre eigene Zukunft gute Leistungen bringen müssen - denn wer will schon einen Marcell Jansen bezahlen, der mit dem Bundesliga-Dino sang- und klanglos untergegangen ist?

Die Big Points kommen erst noch

Nun war das 3:2 gegen Augsburg natürlich noch lange nicht die Rettung. Die wirklichen Big Points werden am 32. Spieltag gegen Freiburg und eine Woche später in Stuttgart verteilt. Mehr Abstiegskampf geht nicht. Eines hat der vergangenen Samstag aber auf jeden Fall geliefert: Hoffnung. Die Erkenntnisse, die aus diesem Spiel gewonnen wurden, gilt es nun mitzunehmen.

Zu diesen Erkenntnissen gehört unter anderem, dass die gesperrten Lewis Holtby und Valon Behrami gar nicht gefehlt haben. Was wird Labbadia also tun? Beide wurden vor der Saison als Stars geholt und erwarten, aufgestellt zu werden. Folgt der Trainer diesen Erwartungen, riskiert er, dass das Kollektiv aus dem Augsburg-Spiel wieder auseinandergerissen wird. Lässt Labbadia die beiden draußen, könnten sie schlechte Stimmung verbreiten.

Wie auch immer Labbadia sich entscheiden wird, eines steht fest: Er hat es in kürzester Zeit geschafft, seine Mannschaft zu erreichen und ihr sein taktisches Konzept einzuimpfen. Und: Er muss auf die Spieler zählen, denen der Verein eigentlich egal sein könnte, da sie ihn am Saisonende verlassen. Denn genau sie entscheiden über die Zukunft eines Vereins, bei dem sie keine eigene Zukunft haben.

Der HSV-Kader im Überblick

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