Dienstag, 10.03.2015

Polizei-Gewerkschafter prangert an

Gewalt eine "unerträgliche Situation"

Durch die Angriffe von Hooligans auf Polizisten am vergangenen Wochenende in Stuttgart ist aus Sicht der Deutschen Polizei-Gewerkschaft (DPolG) eine "unerträgliche Situation" entstanden.

Polizisten bringen sich beim Einsatz gegen Hooligans immer wieder selbst in Gefahr
© getty
Polizisten bringen sich beim Einsatz gegen Hooligans immer wieder selbst in Gefahr

"Einsatzkräfte der Polizei in Lebensgefahr, Gewaltattacken in aller Öffentlichkeit und Vereine, denen die Lage völlig außer Kontrolle gerät - das ist die unerträgliche Situation. Tausende Einsatzkräfte müssen versuchen, das in den Griff zu bekommen, und es wird immer schlimmer", sagte der baden-württembergische DPolG-Landesvorsitzende Joachim Lautensack.

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Als Reaktion auf Stuttgart, wo ein Polizist nach dem Bundesliga-Spiel zwischen dem VfB und Hertha BSC aufgrund bedrohlicher Angriffe von Hooligans auf die Einsatzkräfte sogar Warnschüsse abgab, verwies die DPOlG auf ihre Forderung nach weiterreichenden Befugnissen.

Abschaffung des Vetorechts der Vereine gefordert

Zur Bekämpfung der Gewalt durch erkannte Täter setzt die Polizisten-Organisation auf eine Abschaffung des Vetorechtes der Vereine gegen bundesweite und lebenslange Stadionverbote, Ännäherungsverbote für Stadien, räumliche Aufenthaltsbeschränkungen, Meldeauflagen sowie verschärfte Sanktionen gegen Mitläufer.

"Gruppen", heißt es in einer DPolG-Mitteilung am Dienstag, "von denen Gewalt ausgeht, sollen nicht etwa ins Stadion, sondern in den Polizeigewahrsam begleitet werden."

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Polizisten in Lebensgefahr

Der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt sieht den Gesetzgeber gefordert. "Die Verbände schweigen vielsagend, jetzt muss die Politik reagieren, bevor Schlimmeres passiert. Die angeblichen Mitläufer müssen als Täter zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie die Gewalttäter mit ihrer Anwesenheit schützen. Es ist ein Novum, dass unsere Kollegen Warn- oder Signalschüsse abgeben mussten, um sich aus akuter Lebensgefahr zu retten. Und während die Einsatzkräfte brutal attackiert werden und teilweise ihr Leben und ihre Gesundheit im 'Straßenkampf' verteidigen müssen, beschäftigen sich Politiker in den Ländern mit Kennzeichnungspflicht für die Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Da haben etliche Mandatsträger noch immer nicht den Ernst der Lage erkannt."

VfB bezieht Stellung

Auch der Präsident des VfB Stuttgart hat die Ausschreitungen scharf verurteilt. Es sei "mehr als deutlich, dass am Freitagabend Grenzen überschritten wurden. Insbesondere deshalb, weil Polizeibeamte angegriffen und verletzt wurden", sagte Bernd Wahler in einer Stellungnahme auf der Homepage des VfB.

Bei der Aufklärung der Vorkommnisse rund um das Spiel arbeitet der VfB nach eigenen Angaben eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen. "Wir können und wollen nach solchen Vorkommnissen nicht zur Tagesordnung übergehen", ergänzte Wahler. "Es muss alles dafür getan werden, die Gewalttäter zu überführen und dafür zu sorgen, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholen."

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