Niersbach: "Verstehe nullkommanull"

SID
Donnerstag, 26.03.2015 | 18:46 Uhr
Der Fall um Heinz Müller sorgt für Kopfzerbrechen
© getty
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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach versteht das Urteil "nullkommanull", sein Generalsekretär Helmut Sandrock fühlt sich "auf dem linken Fuß erwischt", und der Vereins-Boss Harald Strutz will Schaden vom gesamten Fußball abwenden: Der Fall Heinz Müller hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und beim ehemaligen Arbeitgeber FSV Mainz 05 Unverständnis und Besorgnis ausgelöst.

"Das hat uns ein Stück weit auf dem linken Fuß erwischt, da bin ich ganz ehrlich", sagte Sandrock am Rande des von DFB und Mercedes Benz verliehenen Integrationspreis dem SID. Niersbach erklärte dem SID, er könne "das Urteil nullkommanull verstehen. Ich bin kein Jurist, aber ich wundere mich wirklich, dass hochstudierte Juristen eine solche Entscheidung herbeiführen, obwohl die Abläufe über Jahre hinweg Usus sind und sich bewährt haben." Er gehe aber "davon aus, dass die Entscheidung in den nächsten Instanzen korrigiert wird".

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Sandrock wollte über die Folgen für den Fußball "nicht spekulieren". Doch auch er hofft auf eine Umkehr des Richterspruches. "Es werden sicher Rechtsmittel eingelegt werden", betonte er: "Und ich bin hoffnungsfroh, dass es dann zu einem anderen Urteil kommt."

"Das wäre Kaffeesatz-Leserei"

Das jetzige verwundert ihn vor allem deshalb, weil "es in anderen Verfahren gegensätzliche Urteile gegeben hat". Außerdem gebe es "Besonderheiten im Fußball, die sonst anerkannt wurden und von denen ich nicht weiß, warum sie nun in Mainz keine Anerkennung gefunden haben". Gründe dafür seien im Moment nicht erkennbar, "weil das Urteil noch nicht vorliegt, deshalb wäre das Kaffeesatz-Leserei".

Derweil stellte Strutz klar, "dass es im schwebenden Verfahren keine Beschäftigung von Heinz Müller geben wird". Zur Not werde Müller "eben freigestellt, und dann müssen wir später schauen, ob wir bezahlen müssen oder nicht. Ich gehe davon aus, dass wir nicht bezahlen müssen", sagte der 64 Jahre alte Jurist dem SID.

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"Er wisse nicht, ob Müller dem Verein nun "seine Arbeitskraft anbieten werde", erklärte Strutz weiter, "aber man kann ihm ja nicht sagen, du bist jetzt Platzwart, oder ihm eine andere Aufgabe geben, die dem eigentlichen Arbeitsverhältnis nicht entspricht."

Der Klub werde jedenfalls alle Mittel ausschöpfen, um das Urteil zu korrigieren. "Wir werden das Urteil sicherlich nicht rechtskräftig werden lassen - allein schon wegen seiner Bedeutung für den gesamten Amateur- und Profibereich", stellte der 05-Präsident klar: "Wir haben die Hoffnung, dass es nicht Dimensionen annimmt wie das Bosman-Urteil, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg."

"Verfallen nicht in Panik"

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte das Urteil zuvor gelassen bewertet. "Es gab bei ähnlichen Fällen schon andere Urteile. Wir verfallen nicht in Panik", sagte DFL-Boss Christian Seifert am Donnerstag nach der Versammlung der 36 Profiklubs: "Ich sehe noch nicht, dass dies das Ende der Bundesliga sein wird."

Für Ligapräsident Reinhard Rauball stehen die Auswirkungen des Richterspruchs noch nicht fest: "Natürlich nimmt man solch ein Urteil immer ernst. Die Versammlung hat sehr ausgiebig darüber gesprochen", berichtete Rauball: "Da derzeit aber die schriftliche Begründung noch nicht vorliegt, kann man nur sagen, dass der FSV in Berufung gehen wird."

Der ehemalige Torwart Müller (36) hatte in erster Instanz überraschend einen Prozess gegen seinen Ex-Klub gewonnen. Er hatte gegen die Befristung seines Vertrages geklagt und Recht bekommen. Strutz hält das Urteil für "die Entscheidung einer einzelnen Richterin".

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