"Wir werden Opfer bringen müssen"

SID
Montag, 02.03.2015 | 12:28 Uhr
Andreas Rettig ist der Geschäfstführer der DFL
© getty
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Die Winter-WM 2022 in Katar erhitzt weiter die Gemüter. Nicht nur die europäischen Ligen rechnen mit massiven Eingriffen in die Planung des Spielbetriebs - am Ende könnten ein paar weitere kleine Revolutionen helfen.

Eine WM ohne Achtelfinale, viel mehr Bundesliga-Spiele im Drei-Tage-Rhythmus und kein Klub-Weltmeister? Die Verlegung der Katar-WM 2022 in den November und Dezember stellt die Fußball-Welt vor massive Probleme, die knapp acht Jahre vor dem Anpfiff eigentlich noch gar nicht zu lösen sind.

"Die deutsche Fußballfamilie wird aber sowieso Opfer bringen müssen", sagte Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), dem kicker: "Wir werden vor der WM keine 17 Bundesligaspiele durchziehen können. Vielleicht werden es 13, 14 Spiele sein. Demnach müssen nach der Winterpause 20, 21 Spieltage absolviert werden - das wird unweigerlich zu mehr englischen Wochen führen."

In denen steigen nach der Winterpause bislang vor allem die K.o.-Spiele der Champions League und des DFB-Pokals - auch da werden (kleine) Revolutionen nötig sein. Für die Winter-WM kommt alles auf den Prüfstand. Auch das Turnier an sich könnte sich grundlegend verändern.

Rettig plädiert für Wegfall des Achtelfinals

"Ich halte den Wegfall des Achtelfinals für eine gute Option", sagte Rettig: "Wenn statt der beiden Bestplatzierten nur noch der Gruppensieger weiterkäme, könnte direkt das Viertelfinale gespielt werden. Es kann nicht sein, dass die WM von 32 auf 28 Tage verkürzt wird, die Spieler aber die gleiche Anzahl von Partien absolvieren müssen (...), und am Ende die Klubs die Zeche zahlen, weil sich nach der WM Verletzungen häufen und die Spieler außer Form sind", sagte er.

Die Klub-WM, die normalerweise im WM-Zeitraum stattfinden würde, "sollte 2022 ersatzlos entfallen", sagte Rettig: "Spielraum gäbe es zudem auch bei der Veränderung der Abstellungsbedingungen." Es sind ein paar von vielen Ideen.

Beschlossen wird bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees am 19. und 20. März aber aller Voraussicht nach erst einmal nur die Verlegung an sich, vielleicht schon mit einem genauen Termin. FIFA-Boss Joseph S. Blatter kündigte im Vorfeld ein Finale am 18. Dezember an. "Definitiv nicht" solle bis zum Tag vor Heiligabend gespielt werden. Den Rest müssen Kontinentalverbände selbst regeln.

Protest aus den Topligen

Zwar haben bislang nur die großen europäischen Ligen lautstark protestiert, weil dort der Spielbetrieb völlig auf den Kopf gestellt werden wird - aber auch die Ligen mit dem eigentlich passenden Kalenderjahr-Rhythmus rechnen mit enormen Problemen.

"Wenn die WM in Katar im November beginnt, wäre das während der eigentlich heißen Phase der japanischen Saison", sagte J-League-Boss Mitsuru Murai der Nachrichtenagentur AFP. Einfach früher zu beginnen, ginge aber auch nicht. "Das wäre sehr schwierig", sagte Murai: "Im Januar und Februar fällt in Japan sehr viel Schnee - in Teilen des Landes kann dann einfach kein Fußball gespielt werden."

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