Freiburgs Weg aus der Sturmkrise

Kein Schuss, kein Tor, der Sportclub?

Von Marco Kieferl
Freitag, 27.03.2015 | 12:18 Uhr
Abschlussschwach wie kaum ein anderes Team: Der SC Freiburg
© getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Fr23:00
Die Highlights des Eröffnungsspiels: FCB-B04
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
West Ham -
FC Southampton
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
Deportivo -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Technisch spielt der SC Freiburg im Abstiegskampf einmal mehr den besten Fußball im Tabellenkeller. Weil jedoch ein Knipser fehlt, droht der Sportclub in Schönheit zu sterben. Hoffnung macht ein einst Gescholtener.

"Die Null muss stehen" - Dieses Credo predigt nicht nur Huub Stevens, sondern es gilt seit jeher als oberster Grundsatz im Abstiegskampf. Dass es aber nicht nur alleine auf die Defensive ankommt, beweist der Niederländer derzeit nicht nur mit dem VfB Stuttgart, sondern zuletzt auch der Hamburger SV. In der Harmlos-Diskussion geht allerdings ein Verein gerne mal unter: Der SC Freiburg.

Ginge es nach der reinen Defensivleistung, die Freiburger würden ligaweit auf einem gesicherten neunten Rang stehen. Die seit Jürgen Klopps Kilometerfresser-Taktik so hochgelobte Laufleistung kann auch nicht der Grund für die schlechte Platzierung sein. Mit 118,2 Kilometern pro Spiel rangiert die Elf von Christian Streich derzeit auf Rang vier im internen Bundesliga-Vergleich.

Es fehlt ein Goalgetter. Ein Goalgetter, wie es Max Kruse vor zwei Jahren oder Admir Mehmedi in der Vorsaison war. Sinnbildlich für die gesamte Offensivabteilung steckt der vier Millionen Euro teure Schweizer im Formtief. Ein Tor hat Mehmedi im Ligaalltag geschossen, müde fünf Treffer gehen auf das Konto der gesamten Sturm-Abteilung. Für Christian Streich ist die Ladehemmung Mehmedis hingegen nur eine Frage der Zeit: "Admir muss in die Spiele gehen und darf nicht so viel erwarten."

Sturmlauf nach der Winterpause

Dabei schienen die altbekannten Gespenster der Tormisere nach der Winterpause bereits ausgetrieben zu sein. Mit Nils Petersen holte Freiburg auf Rang 18 einen klassischen Strafraumstürmer, der sich prompt mit drei Treffern gegen Eintracht Frankfurt einführte. Freiburg sprang aus der Abstiegszone und wähnte sich auf einem guten Weg.

Dann jedoch verletzten sich sowohl Petersen als auch Nachwuchsjuwel Mats Möller-Daehli und Christian Streich wurde zum Experimentieren gezwungen. Seit dem 18. Spieltag trafen die Badener in sieben Spielen nur drei Mal. Am 4-4-2-System mit zwei defensiven Sechsern hielt er bis auf das Gastspiel beim FC Bayern dennoch die gesamte Saison lang fest.

Die Bundesliga geht in die heiße Phase - Jetzt bei Tipico wetten!

Änderungen wurden nur am Personal vorgenommen, im Sturm seit der Rückrunde satte fünf Mal. "Ich bin froh, wieder viele Möglichkeiten zu besitzen", zeigte sich Streich nach der Rückkehr von Mehmedi Angang März erleichtert. So folgte auf Petersen/Möller-Daehli Youngster Maximilian Philipp im Verbund mit Mehmedi, Schmid oder Karim Guede. Zuletzt durfte sich Mike Frantz wieder an der Seite des Schweizers ausprobieren.

In Schönheit sterben

Verändert hat sich seitdem wenig. Bis zum Strafraum kombiniert sich die Offensivabteilung vorbildlich durch die gegnerischen Abwehrreihen. Bis dahin funktioniert Streichs Vorliebe für das Spiel mit falschen Neunern a la Frantz oder Schmid wunderbar. Dann jedoch fehlt dem SC jemand, der auch den Abschluss sucht.

Gegen Bremen wurden teilweise Freistöße über die Mauer gelupft, ohne dass sich dabei eine Abschlusssituation, sondern nur eine Flankengelegenheit ergab. In Wolfsburg wurden beste Schussgelegenheiten ausgelassen, nur um im Strafraum den eventuell noch besser postierten Mitspieler zu finden.

"Wir haben einfach nicht die allerletzte Durchschlagskraft", weiß auch Christian Streich. Das größte Problem ist dabei so simpel wie ausschlaggebend: Freiburg schießt zu selten auf das Tor. Acht Schüsse auf das gegnerische Tor feuert der SC laut Opta im Durchschnitt pro Spiel ab, hinter Hertha und dem 1. FC Köln ist das der schlechteste Wert der Liga. Wer sich dann auch in Sachen Chancenverwertung mit 12,6 Prozent im hinteren Drittel des Fußball-Oberhauses einreiht, braucht sich über den 15. Tabellenplatz nicht zu wundern.

Schießt doch!

Schuldlos sind die Stürmer daran keineswegs. Admir Mehmedi kommt gerade einmal auf 1,5 Torschüsse pro Spiel, Maik Frantz auf 1,4 Versuche und Maximilian Philipp gar nur auf 1,1 Abschlüsse. Zum Vergleich: Alex Meier versucht sich 2,8 Mal, Arjen Robben gar 3,9 Mal pro Spiel.

In dieser Kategorie wurde vor allem Nils Petersen schmerzlich vermisst. Wenn dem Ex-Bremer auch nicht immer alles gelingt, für eines ist er in jedem Fall bekannt: Petersen schießt aus allen Lagen. Drei Mal zieht der 26-Jährige immerhin pro Spiel ab. Wie Möller-Daehli nähert sich Petersen langsam wieder seiner 100-prozentigen Fitness. Die Länderspielpause ist für beide derzeit Gold wert.

Wende gegen Augsburg?

Dass es auch anders gehen kann, bewies der SC beim 2:0 gegen Augsburg. Nach über 400 torlosen Minuten ebneten Schmid und ausgerechnet Petersen den Weg für den Sprung aus dem Abstiegsrängen. Von ungefähr kam die Entwicklung keineswegs: Auch wenn die Chancenverwertung einmal mehr suboptimal war - bei 15 Torschüssen musste einfach irgendwann einmal der Knoten platzen.

Ebenso wenig verwundert es, dass mit Schmid und Petersen ausgerechnet die abschlussfreudigsten Freiburger an diesem Tag ins Netz trafen. Nichtsdestotrotz: Will der SC wie im vergangenen Jahr mit einer starken Rückrunde die Klasse halten, sollte man die Heimschwäche schnell abstellen.

Rang 15 in dieser Statistik belegt, dass der Sportclub vor allem dann Probleme hat, wenn er vor heimischen Publikum das Spiel machen soll. "Es ist ja nicht so, dass wir 0:4 oder 0:5 verlieren. Es geht um Kleinigkeiten, du musst von Anfang an noch einen Tick mehr investieren, das Quäntchen Glück müssen wir uns erarbeiten", kommentiert Frantz die derzeitige Lage.

Neuer Rasen, neues Spiel?

Chancen dazu ergeben sich für die Breisgauer in den nächsten Wochen zur Genüge: Vier Mal muss der SC noch zu Hause ran. Gegen Köln, Mainz und Paderborn werden die Weichen für den Ausgang der Saison gestellt. Drei der weiteren fünf Gegner kommen aus der unteren Tabellenhälfte. Auch deswegen macht sich im Südwesten der Republik noch keine Verzweiflung breit. Streich betonte nach dem Sieg gegen den FCA: " Wir haben großen Druck mit der Situation, stehen mit dem Rücken zur Wand. Aber die Mentalität der Mannschaft ist großartig und wir können nun wieder ein wenig durchatmen. "

Ein Abstieg würde den SC Freiburg gerade jetzt empfindlich treffen, verkündete man doch zu Jahresbeginn erst den Neubau des Stadions für 110 Millionen Euro. 35.000 Zuschauer werden dann die Heimspiele besuchen können.

Die derzeit 24.000 Fans hoffen aktuell auf den frisch verlegten Rasen. "Die Spieler trauen sich mehr, wenn sie auf einem Teppich spielen", hoffte Streich gegenüber der "Bild": "Wir nehmen jetzt Geld in die Hand, damit wir noch besser Fußball spielen können." Springen nebenher noch ein paar Abschlüsse heraus, dürfte im Breisgau auch 2016 noch Bundesliga gespielt werden.

Der SC Freiburg in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung