U23-Coach Martin Schmidt übernimmt

Mainz entlässt Trainer Hjulmand

SID
Dienstag, 17.02.2015 | 09:31 Uhr
Das 2:4 gegen Borussia Dortmund besiegelte wohl endgültig Hjulmands Aus
© getty
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Nun ist es offiziell: Der FSV Mainz 05 hat Konsequenzen aus dem schwachen Rückrundenauftakt gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Kasper Hjulmand getrennt.

Der FSV Mainz 05 hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Kasper Hjulmand getrennt. Das gab der Klub am Dienstag bekannt. Die Nachfolge tritt der bisherige U23-Coach Martin Schmidt an. Er leitet heute bereits das erste Training.

Der neue Trainer Martin Schmidt will mit einer emotionalen Spielweise die kriselnden Mainzer vor dem drohenden Abstieg bewahren. "Ich will Leidenschaft und Feuer reinbringen. Wir müssen die Zügel loslassen auf dem Platz und nach vorne marschieren", sagte der 47-jährige Schmidt am Dienstag bei seiner Vorstellung und fügte an: "Wir wollen dem Gegner wehtun und Vollgas geben. Dafür stehe ich."

"Wir brauchen viel Emotionen"

FSV-Manager Christian Heidel hatte die Trennung von Hjulmand nach nur acht Monaten mit der derzeit brenzligen Situation der Mainzer begründet. Die Rheinhessen sind vor dem 22. Spieltag nur noch einen Punkt von einem direkten Abstiegsplatz entfernt.

"Wir brauchen viel Emotionen. Jetzt sind andere Dinge gefordert", sagte Heidel, dem der Däne Hjulmand wohl zu introvertiert war: "Kasper ist ein überragender Trainer. Aber wir haben uns gefragt, ist er der richtige Trainer, wenn es ums Thema Klassenerhalt geht."

Der 42-jährige Däne Hjulmand hatte sein Amt in Mainz als Nachfolger von Thomas Tuchel vor der laufenden Saison angetreten und einen bis 2017 gültigen Vertrag.

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Aus den letzten 13 Partien holten die Rheinhessen lediglich einen Sieg und haben als Tabellen-14. nur noch einen Punkt Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Insgesamt haben die Mainzer in der laufenden Bundesliga-Saison in 21 Spielen nur vier Dreier geholt.

Fußstapfen von Tuchel zu groß

Die Fußstapfen von Thomas Tuchel waren dann doch zu groß: Nach nicht einmal acht Monaten hat der FSV Mainz 05 am Faschingsdienstag die Reißleine gezogen und Trainer Kasper Hjulmand mit sofortiger Wirkung entlassen.

Nachfolger des 42-jährigen Dänen, der vor der Saison Tuchel abgelöst hatte, wird der bisherige Mainzer U23-Coach Martin Schmidt (47). Der Schweizer leitete bereits am Dienstagvormittag das Training des Tabellen-14. und sollte um 13.00 Uhr einer Pressekonferenz vorgestellt werden.

Mainz 05 nach Hjulmand: Zurück zur Emotionalität

"Mit der Qualität darfst du nicht absteigen"

Am Wochenende war beim selbsternannten Karnevalsverein bereits durchgesickert, dass sich die Rheinhessen zum Saisonende vorzeitig von Hjulmand trennen wollen. In einigen Krisengesprächen war die FSV-Führungsriege um Manager Christian Heidel dann aber zum Entschluss gekommen, das Missverständnis mit dem introvertierten Hjulmand sofort zu beenden. Heidel hatte den Druck auf Hjulmand jüngst erhöht und gesagt: "Mit der Qualität, die wir im Kader haben, darfst du nicht absteigen."

Erste Kritik an Hjulmand war bereits aufgekommen, als der FSV gleich zu Beginn der Saison in der Europa League und im DFB-Pokal scheiterte. Allerdings war Mainz mit acht Bundesligaspielen ohne Niederlage in die Spielzeit gestartet.

"Ich versuche, jeden Tag die beste Arbeit für den Verein zu machen. Ich denke jede Sekunde an Mainz 05. Wenn jemand sagt, es ist nicht gut genug, dann ist es so", hatte Hjulmand jüngst gesagt. Mainz war seine erste Trainerstation im Ausland.

Kurskorrektur in Frankfurt?

Am Samstag empfängt Mainz im Rhein-Main-Derby den Rivalen Eintracht Frankfurt (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER), der derzeit sechs Punkte mehr auf dem Konto hat. Die Chance auf eine Kurskorrektur wollten Heidel und Co. dem Dänen, der bis Juni 2014 noch den FC Nordsjaelland gecoacht hatte, aber nicht mehr geben.

Hinter vorgehaltener Hand war kritisiert worden, dass Hjulmand mehr auf Ballbesitz setzte und nicht auf spektakulären Tempo-Fußball. Zudem galt er einigen Kritikern in dieser brenzligen Situation als zu brav und zurückhaltend.

Die tollen Tage stehen in Mainz immer unter einem besonderen Zeichen: 2001 hatte Heidel am Rosenmontag den damaligen Profi Jürgen Klopp völlig überraschend zum Trainer befördert - und damit eine seiner wohl besten Entscheidungen getroffen. 2009 hatte der FSV ebenso für Aufsehen gesorgt, als er Aufstiegstrainer Jörn Andersen noch vor Beginn der Bundesligasaison entließ.

Der Schweizer Schmidt, dessen Co-Trainer der ehemalige Mainzer Profi Bo Svensson wird, war einst von Tuchel geholt worden und bereits im Sommer Kandidat auf den Cheftrainerposten gewesen. Der Abgang von Hjulmand ist der schnellste eines Mainzer Coaches seit anderthalb Jahrzehnten.

Kasper Hjulmand im Steckbrief

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